Cannabis-Petition an den Rat

+
David Spangenberg hat eine Petition verfasst.

Lüdenscheid - Schon bevor das Kölner Verwaltungsgericht in dieser Woche den Anbau der eigentlich illegalen Droge Cannabis zu Therapiezwecken erlaubte, hatte David Spangenberg eine Petition an den Lüdenscheider Rat formuliert, die genau in diese Richtung zielte. Der 37-Jährige ist überzeugt: „Der medizinische Nutzen ist von großer Bedeutung.“ In seinem Laden „Krinskram“ an der Knapper Straße 71 liegt eine Unterschriftenliste aus.

Allerdings geht Spangenberg weiter als es das Gerichtsurteil erlaubt. Darin hatten die Richter zwar den Klagen von Schwerkranken gegen ein behördliches Anbauverbot stattgegeben. Der Cannabis-Eigenanbau bleibe jedoch im Grundsatz verboten, könne aber unter bestimmten Bedingungen als „Notlösung“ erlaubt werden. Zu den Voraussetzungen zähle, dass der schwer kranke Patient austherapiert sei, es für ihn keine andere Behandlungsalternative zu Cannabis gebe und Apotheken-Cannabis unerschwinglich sei. Ein Patient hatte in dem Prozess von 800 bis 1000 Euro Kosten monatlich gesprochen.

Genau dies ist eine der Grundlagen, auf der der Aktivist seine Argumentation aufbaut: „Ich kämpfe für eine Legalisierung, damit Cannabis zur Substituierung eingesetzt werden kann. Ich bin kein Krimineller oder Dealer“, wehrt er sich gegen entsprechende Vorwürfe, die, wie er zugibt, ihm auch schon Ärger mit der Polizei eingebracht haben. „Aber da ist trotz mehrfacher Hausdurchsuchungen nichts bei rumgekommen“, sagt er und hält seine Botschaft per Karte in die Kamera: „Cannabis ist Genussmittel – eine Pflanze ist kein Verbrechen“, steht da.

Für die Petition möchte er möglich viele Unterzeichner gewinnen und lädt sie ein, sie mit ihrer Unterschrift zu unterstützen. Darin heißt es: „Die Stadt Lüdenscheid und der Rat der Stadt Lüdenscheid möge gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen Runden Tisch zum Thema verantwortungsvolle Regulierung von Cannabis auf der kommunalen und Gemeindeebene einberufen.

Zusammen mit Fachleuten soll geklärt werden, wie ein Modellversuch zur Abgabe von Cannabis zur medizinischen Nutzung und als Genussmittel aussehen sollte. Ziel soll ein Antrag für eine entsprechende Ausnahmegenehmigung nach §3 (2) Betäubungsmittelgesetz beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sein.“ Beigefügt ist eine vierseitige, detaillierte Begründung. „Lüdenscheid könnte zum bahnbrechenden Pilotprojekt werden“, hofft David Spangenberg.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare