Bund investiert in Erneuerungen

Dauerbaustelle A45! Diese fünf Brücken werden abgerissen

+
Die Talbrücke Sterbecke besteht vollständig aus Beton. In der Mitte sieht man den schmalen Strich, der die zwei Brückenteile voneinander trennt. Links wurde es bereits stabilisiert.

Lüdenscheid - Weit mehr als hundert Millionen Euro investiert der Bund für die Erneuerung der Brückenbauwerke an der A45. In den nächsten Jahren werden mehrere Talbrücken an den Anschlussstellen Lüdenscheids sechsspurig ausgebaut und an die große Verkehrsstärke angepasst.

Wo früher „nur Wald und Pampa“ waren, ist in den vergangenen Jahren ein – von den Autofahrern größtenteils unbemerkt – ausgeklügeltes und großes Verkehrsnetz entstanden. Unterhalb der großen Talbrücken ebnet es den Weg für Transporter, Bagger und Kräne, die in den nächsten Jahren für die Neubauten von Kattenohl und Brunsbecke, Sterbecke sowie Rahmede eingesetzt werden. 

In dieser Reihenfolge sollen auch die Arbeiten beginnen. Allerdings: Bis alle Neubauten stehen, werden noch viele Jahre vergehen. In den Jahren des Neubaus müssen Autofahrer zwar mit Einschränkungen, aber keiner Vollsperrung rechnen – „außer vielleicht mal kurzzeitig bei Sprengungen“, sagt Kaminski. 

Talbrücke Lennetal als Vorreiter

Ansonsten werden die Talbrücken so erneuert, dass ein Brückenteil stets befahrbar bleiben soll. Allerdings muss der gesamte Verkehr in dieser Zeit auch darauf fahren.

Die Lennetalbrücke entsteht bereits neu.

Vorreiter ist die Talbrücke Lennetal, wo die umfangreichen Bauarbeiten bereits seit Längerem sichtbar sind und immer weiter voranschreiten. Die Talbrücken sind erst gut 50 Jahre alt, doch „mit solchen Verkehrsströmen hat man damals schlichtweg nicht gerechnet“, sagt Jens Kaminski, Betriebsdienstleiter der Autobahnmeisterei. „Man dachte, die halten 100 Jahre.“ 

Einsturzgefahr besteht nicht

Nun müssen die Talbrücken nach nur der Hälfte der Zeit neu gebaut werden. Einsturzgefahr bestehe deshalb aber noch lange nicht, betont Kaminski: „Man sagt dazu, dass die Dauerhaftigkeit der Brücken nicht mehr gegeben ist. Sie werden aber mindestens zwei Mal im Jahr gesichtet und regelmäßig intensiv geprüft – sowas wie in Genua passiert hier nicht.“ 

Um die Vorarbeiten überhaupt möglich zu machen, musste Natur weichen: „Für das Verkehrsnetz gibt es aber strenge Auflagen, wir müssen die Umwelt natürlich beachten“, betont Kaminski. Es handle sich um „hochsensible Bereiche“, die nach Fertigstellung der Brücken wieder renaturiert werden. „Auch damals, nach dem ersten Brückenbau, war das bereits passiert.“ 

Sterbecke 

Die 256 Meter lange Talbrücke Sterbecke liegt zwischen Hagen-Süd und Lüdenscheid-Nord und ist für die zusätzliche Belastung durch den Verkehr bereits ausgerüstet worden. 

Spannglieder stabilisieren die Brücke für den Verkehr.

Sie besteht aus zwei Bauteilen: Zuerst abgerissen werden soll das Brückenteil in Fahrtrichtung Frankfurt, das andere wird durch sogenannte Spannglieder stabilisiert, „um die Verkehrsführung schadfrei auf eine Seite zu bekommen“, sagt Kaminski. „Das ist eine gewaltige Eisenkonstruktion, die man von oben nicht sieht – deshalb wirkt es auf viele Autofahrer auch so, als würde dort niemand arbeiten. Das hat bisher aber einfach nur unterhalb der Brücke stattgefunden.“ 

Sobald das erste Bauteil fertig ist, wird der Verkehr darauf geleitet und der Abriss und Neubau der zweiten Hälfte kann beginnen – bis die Brücke wieder im Ganzen stehen wird. Gebaut wird sie dann als Stahlverbundbrücke, so wie alle anderen auch. Noch handelt es sich um eine Spannbetonbrücke. Die Konstruktionen aus Stahl seien aber zugfester und benötigten weniger Pfeiler, erklärt Kaminski. 

Brunsbecke / Kattenohl 

Nacheinander entstehen auch die Brückenteile für beide Fahrtrichtungen der Talbrücke Kattenohl. „Das ist ein großer Vorteil, wenn man das so handhaben kann“, sagt Kaminski. 

Die Vorbereitungen für die Talbrücke Kattenohl.

Für sie und die Talbrücke Brunsbecke sei das aufwendigste Verkehrsnetz entwickelt worden, rund 3,5 Millionen Euro seien nötig gewesen. „Für die Sterbecke gab‘s im Gegensatz dazu vielleicht etwa eine Million Euro“, sagt Kaminski. Bezahlt werden die Maßnahmen allesamt vom Bund. 

Weil die 540 Meter lange Talbrücke Brunsbecke (Anschlussstellen Hagen-Süd und Lüdenscheid-Nord) nur aus einem Brückenteil besteht, wird der Neubau aufwendiger. Die neue Brücke wird direkt neben der alten gebaut. Später wird sie dann abgerissen und die neue Brücke versetzt, damit sie an gleicher Stelle bestehen bleibt. 

Rahmede 

Die Vorbereitungen für den Neubau der Talbrücke Rahmede laufen ebenfalls. Sie ist mehr als 400 Meter lang und liegt zwischen den Anschlussstellen Lüdenscheid-Nord und Lüdenscheid. 

Lennetal 

Die Lennetalbrücke liegt am weitesten von Lüdenscheid entfernt; zwischen der Anschlussstelle Schwerte-Ergste und dem Autobahnkreuz Hagen. Sie ist 992 Meter lang und teilweise bis zu 30 Meter hoch. 

Links die provisorischen Pfeiler, rechts die neuen.

Ihr Neubau hat bereits im Jahr 2013 begonnen und offenbart die beeindruckenden Dimensionen der Konstruktion und den großen Aufwand, der dafür erforderlich ist – und der für die anderen noch folgen wird. 

Die neue Brücke wurde auf provisorischen Pfeilern neben der alten Brücke errichtet. Sie wird dann nach der Sprengung versetzt, so wie es auch für die Talbrücke Brunsbecke geplant ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare