Trimpop verabschiedet: „Das können nur Meister“

Großer Bahnhof zum Abschiedsempfang von Innungsobermeister Walter Trimpop: Viele Laudatoren würdigten seine Verdienste um das Kfz-Gewerbe.

LÜDENSCHEID - Ein ungewohntes Bild gab er ab als Sänger in zweiter Reihe, der mit dem MGV Wiblingwerde zum Auftakt der eigenen Verabschiedung „Bin ein fahrender Gesell“ intonierte, ausgerechnet mit dem Refrain „hin ist hin“. Den Dirigentenstab hielt ein anderer, Walter Trimpops Stimme war nur eine im Chor. Das war jahrzehntelang anders.

Nicht nur im eigenen Betrieb gab der Siebzigjährige immer den Ton an, auch in Innung, Kreishandwerkerschaft und Kammer. Nun singen andere das Lied vom „ehrbaren Handwerk“.

Die Kfz-Innung hatte anlässlich der Verabschiedung ihres nunmehr Ehrenobermeisters ins Mercure-Hotel eingeladen und würdigte ihren langjährigen, engagierten Motor mit Lobreden. Die zeichneten das Bild eines Unangepassten, von dem man nicht glauben könne, „dass er sich von irgendwas verabschieden lässt“ (Klaus Ballauf, neuer Innungsvorsitzender).

Landrat Thomas Gemke würdigte das „Handwerk als tragende Säule des Kreises“ und betonte, dass es neben Ehrenamtsarbeit, neben allen Vorschriften, die es zu beachten gelte, immer nötig sei, im Betrieb Geld zu verdienen.

Für Kreishandwerksmeister Thomas Bock ist Trimpop der „Fels in der Brandung: Alles, was an Schwierigkeiten an dich herangetragen wurde, prallte an dir ab“. Zudem habe er denkwürdige Zitate wie dieses geliefert: „Ich kann es nicht verstehen, dass Unternehmer ihr Geld lieber bei der Bank anlegen als es in den Betrieb zu stecken.“

Familie, Ehrenamt sowie Auf und Ab der Branche so zu bewältigen – „das können nur Meister“, befand Reiner Gerhard, Vizepräsident der Handwerkskammer Südwestfalen. Am Modell für den mitunter Unbequemen, aber immer Authentischen schraubte Ernst-Robert Nouvertné, Präsident des Verbandes des Kfz-Gewerbes NRW gerne mit – nicht ohne Seitenhieb auf „das Feindbild: bei dir ist es der Hersteller, ein Fluch unserer Branche“.

Der Vorname beschreibe den Charakter, bedeute er doch „walten“, aber auch Herr und Gebieter: „Einer muss das Sagen haben, aber auch die Verantwortung übernehmen.“ Das habe „der Ausbildungsfan“ vor allem bei der Jugend getan. Zum Dank – und auch, weil er alle anderen schon hat – hat die Kammer eine neue Verdienstnadel „erfunden“.

Dem gerührten „alten Kämpfer“ blieb vorm finalen „Tschüss“ nur noch, Dr. Matthias Heider (MdB) eine Botschaft für Berlin mitzugeben: „Gott hat die Welt erschaffen, den Rest haben wir gemacht.“

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