Etwa hundert Bürger besichtigen künftige Wohn-Container am Standort Schöneck

„Das ist kein Luxus-Wohnen“

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Vor der Info-Veranstaltung bestand die Gelegenheit, sich die noch unbewohnten Container anzusehen.

Lüdenscheid - Sich einen Eindruck vom Standort verschaffen, einmal selbst die Räume in den Containern besichtigen und anschließend mögliche Fragen stellen – diese Möglichkeit nutzten am Abend etwa 100 interessierte Bürger in der Hauptschule Stadtpark. Zum mittlerweile dritten Mal hatte die Stadt dort zu einer Info-Veranstaltung eingeladen und bot zudem die Gelegenheit, die noch unbewohnten Container neben dem Sportplatz besichtigen zu können.

Derzeit sind bereits 40 Container aufgestellt worden, in denen etwa 160 Menschen Platz finden können. Eine weitere Lieferung wird erwartet, so dass eine erste Belegung, so der 1. Beigeordnete Thomas Ruschin, bereits Ende dieses Monats erfolgen könnte. Eine dritte Container-Reihe soll dann im Mai/Juni aufgestellt werden, womit man dann die Maximal-Kapazität für bis zu 300 Flüchtlingen erreicht hätte. Eine grundsätzliche Option sei, so Ruschins Antwort auf eine Frage, auch die Aufstellung weiterer Container auf dem Sportplatz, der bislang außen vor bleibt.

„Sie haben gesehen: Das wird kein Luxus-Wohnen, stellt aber im Vergleich zu den großen Hallen und Klassenzimmern mit ihren behelfsmäßigen Abtrennungen einen erheblichen Fortschritt dar“, erläuterte Ruschin weiter. Dort könne doch zumindest von einer gewissen Privatsphäre gesprochen werden. Für die Stadt habe die Belegung der Container unter anderem den Vorteil, dass aufgrund der vorhandenen Küchen kein Catering und auch weniger Betreuungspersonal notwendig sei. Zugleich wies er noch einmal auf die Pläne hin, in der dann zunächst leergezogenen Grundschule Schöneck die Stabstelle für Integration anzusiedeln.

Derzeit, so wurde im Laufe des Abends immer wieder deutlich, gehen die Verantwortlichen davon aus, dass der Zustrom an Flüchtlingen andauern wird und der Stadt auch weiterhin etwa 100 Menschen pro Monat zugewiesen werden. „In Ermangelung planbarer Zahlen werden wir auch weiterhin Kapazitäten vorhalten müssen.“ Zugleich bleibe es ein Ziel, Flüchtlinge mit einer Bleibeperspektive auch in Wohnungen zu vermitteln – was vielfach bereits geschehen sei.

Im Hinblick auf die Frage, warum keine leerstehenden Betriebsgebäude statt der Container genutzt würden, verwies Ruschin auf die umfangreichen Vorplanungen, baurechtliche Auflagen, den Brandschutz sowie die damit verbundenen Kosten. „Es ist leichter, einen Container aufzustellen – und bei Bedarf auch wieder abzubauen – als Bestandsbauten herzurichten.“

Einen zustimmenden Applaus gab es am Ende sowohl für den Einsatz der Lüdenscheider Flüchtlingsinitiative als auch für die Worte einer Anwohnerin, die betonte: „Ich habe in meinem Umfeld noch niemanden getroffen, der sagt, er fühle sich durch die Anwesenheit der Flüchtlinge belästigt.“

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