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„Das ist zukunftsträchtiges Bauen“: Pläne für Neugestaltung Am Grünewald überzeugen Politiker

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Von: Olaf Moos

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Skizze Neubau Wohnhaus
Erste Skizze: Das Gesicht der Straße Am Grünewald wird sich nach aktuellen Plänen grundlegend ändern. © Büro Banz + Riecks

Der Geschäftsführer der stadteigenen Lüdenscheider Wohnstätten AG hat im Stadtplanungsausschuss die Pläne für die Neugestaltung der Wohnstraße Am Grünewald vorgestellt.

Lüdenscheid - Es soll etwas ganz Neues entstehen, optisch ansprechend, energieoptimiert, familienfreundlich, in der Auswahl der Baustoffe ökologisch durchdacht und trotzdem bezahlbar für Mieter mit mittlerem Einkommen. Erstmals präsentierte der neue Chef der stadteigenen Lüdenscheider Wohnstätten (LüWo) AG, Joachim Effertz, dem Stadtplanungsausschuss jetzt konkrete Pläne für die Neugestaltung der Straße Am Grünewald.

Die Tage der alten Wohnblocks, Hausnummern 19 bis 47, sind gezählt. 73 Wohnungen mit nicht mehr zu vermarktenden Grundrissen sind fast komplett geräumt. Auf einem Areal von 4500 Quadratmetern werden sich die Abrissbagger im nächsten Jahr austoben. Die geplanten Neubauten mit insgesamt 67 Wohnungen sollen in drei Jahren bezugsfertig sein. Elf weitere Wohnungen, ebenfalls Anfang der 30er-Jahre gebaut, Hausnummern 49 bis 53, sollen saniert und als geförderter Wohnraum vermietet werden.

Um die Realisierung des Großprojektes hatten sich laut Effertz acht Architekturbüros aus ganz NRW in einem sogenannten konkurrierenden Verfahren beworben. Die Wahl des Preisgerichts fiel einstimmig auf die Baumeister des Bochumer Büros Banz + Riecks, die sich besonders dem Thema „Zero Emission“ verschrieben haben, also dem möglichst CO2-neutralen Errichten und Nutzen von Gebäuden.

Zwei Männer mit Mikrofon
Architekt Dietmar Riecks (links) und LüWo-Chef Joachim Effertz im Stadtplanungsausschuss. © Olaf Moos

Dietmar Riecks, mit seinem Büro Gewinner mehrerer Nachhaltigkeitspreise, sprach im Ausschuss unter anderem über Holzrahmenbauweise mit effektiver Wärmedämmung, die der Passivhaus-Bauweise entspreche, über eine lichtere Bebauung des Straßenzuges mit fünf jeweils viergeschossigen Gebäuden oder über die Möglichkeit, Dächer zu begrünen oder mit Photovoltaik-Anlagen auszustatten.

Sowohl der städtische Planungschef Martin Bärwolf („Das ist zukunftsträchtiges Bauen“) als auch die Vertreter der Fraktionen äußerten sich durchweg positiv über die Ideen. CDU-Ratsfrau Dr. Antje Heider findet sie „sehr ansprechend“, Grünen-Vertreter Jürgen Appelt setzt die Hoffnungen darauf, dass Energieeffizienz im Interesse einkommensschwächerer Familien die Mietnebenkosten niedrig hält. Ausschussvorsitzender Björn Weiß sagte: „Herr Riecks hat am Grünewald die LüWo aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst.“

Das ökologische Konzept für die Wohnanlage umfasst jedoch auch ein Element, mit dem sich die Kommunalpolitiker spontan offenbar nicht anfreunden mögen. LüWo-Chef Effertz erklärte, dass nach aktueller Planung für die 67 Wohneinheiten 45 Stellplätze für Autos vorgesehen sind. Im Gegenzug sollen die Mieter von einem Carsharing-Modell profitieren, sich also am Grünewald bereitgestellte E-Autos eines Anbieters miteinander teilen. „Wir sind schon mit erfahrenen Anbietern in Kontakt getreten.“

Der Ausschussvorsitzende äußerte sich skeptisch. Weiß: „Diese idealistische Rechnung wird nicht aufgehen.“ Es handele sich noch um „eine erste Idee“, betonte Effertz. „Es gibt aber noch Flächenreserven für weitere Stellplätze für die Autos der Mieter.“

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