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Das Ende des Gelben Sacks: Neue Tonne für Lüdenscheid

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Von: Thomas Machatzke

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Gelbe Tonne Gelber Sack Leichtstoffverpackungen Lüdenscheid
Die „Gelbe Tonne“ kommt in Lüdenscheid – allerdings wohl erst nach und nach im ersten Halbjahr 2023. © Cedric Nougrigat

Systemwechsel bei der Entsorgung der Leichtstoffverpackungen in Lüdenscheid: Ab Januar soll die „Gelbe Tonne“ den „Gelben Sack“ ersetzen. Allerdings wird das nicht vollumfänglich auf einmal geschehen.

Lüdenscheid – Dass am Ende eines hektisch-betriebsamen Tages im Rathaus die Mitglieder des Werksausschusses und nicht mit einer Eilentscheidung die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses dem STL für dessen Investitionsplan die 1,1 Millionen Euro für die Beschaffung und Verteilung von rund 20 000 „Gelben Tonnen“ zur Entsorgung von Leichtstoffverpackungen der Dualen Systeme bewilligten – es machte im Ergebnis keinen Unterschied. Der STL hat nun grünes Licht für die Ausschreibung. Der Prozess geht voran.

Dringliche Entscheidung: Nach der Vergabe des Auftrags an den STL musste und muss weiterhin nun alles sehr schnell gehen. Trotzdem – das gestand STL-Werkleiter Heino Lange am Montag bei der Sitzung des Werksausschusses ein – wird es nicht gelingen, die rund 20 000 Haushalte bis zum 1. Januar vollumfänglich mit „Gelben Tonnen“ zu versorgen.

„Wir haben hier einen völligen Systemwechsel von den Gelben Säcken zu den Gelben Tonnen“, sagte Lange, „wenn bis Mitte nächsten Jahres alle Tonnen stehen, ist das realistisch. Bis dahin werden wir im ständigen Austausch bleiben. Noch in dieser Woche wird ein Brief an die Wohngemeinschaften hinausgehen.“

Das Ende des Gelben Sacks: Neue Tonne für Lüdenscheid

Dass der STL in der europaweiten Ausschreibung den Zuschlag erhielt, freute über alle Fraktionen hinweg die Kommunalpolitiker. Ein Auftrag bleibt zumindest für die nächsten drei Jahre nun erst einmal in der Stadt – und auch danach hat der STL mit der dann aufgebauten Infrastruktur gute Karten, die Gelben Tonnen weiter leeren zu dürfen. Als großen Vorteil an der STL-Lösung stellte der Werksausschuss-Vorsitzende Daniel Kahler (CDU) heraus, dass anders als bei der Zusammenarbeit mit einem externen Großkonzern nun mit dem STL viele Dinge sehr flexibel auf dem kleinen Dienstweg gelöst werden können.

Die ersten Bürgeranfragen gab’s direkt am Montag. 120- und 240-Liter-Tonnen sind für Hausgemeinschaften mit mehreren Mietern nicht die ideale Lösung. Hier werden auch 1100-Liter-Behälter angeschafft werden müssen. Ob die dann vom Volumen reichen? „Wir wissen es nicht“, stellte Lange fest, „aber klar ist: Die Menschen sollen animiert werden, weniger Kunststoff zu produzieren. Man soll versuchen, sich den Möglichkeiten anzugleichen.“ Darüber hinaus bleibt der Bauhof – gerade bei außergewöhnlichen Ereignissen – Anlaufpunkt. Hier können weiter Gelbe Säcke entsorgt werden.

Lange rechnet mit einem fließenden Übergang

Wie geht weiter? Wie viele Tonnen mit welchem Volumen benötigt werden – dies festzustellen, ist nun eine der ersten STL-Aufgaben. In einer ersten Schätzung rechnet Lange mit 700 1100-Liter-Behältern für Lüdenscheid. Daneben wird es eine europaweite Ausschreibung für die Herstellung dieser Tonnen geben. „Das wird sicher sechs Wochen dauern, sodass Ende September bis Anfang Oktober mit der Herstellung begonnen werden dürfte“, stellte Heino Lange fest, „selbst wenn man weitere Wartezeiten nicht einrechnet, ist es nicht selbstverständlich, dass bis Ende Dezember alle Haushalte schon ihre neue Tonne haben.“

Mit anderen Worten: Es wird ein fließender Übergang. Gerade auch Hausgemeinschaften, die bauliche Veränderungen für die neuen Behältnissen kurzfristig umsetzen müssten, erhalten so wohl noch Zeit. Auch wenn dieser Tage vieles sehr dringlich und schnell gehen soll, wird der „Gelbe Sack“ am 1. Januar wohl keineswegs ausgedient haben. Auch das war die Botschaft der Sitzung des Werksausschusses. Eine Botschaft, die man auch so lesen kann: Für eine pünktliche Umsetzung des Systemwechsels ist die Stadt Lüdenscheid mal wieder – trotz aller Mühen – zu spät dran.

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