Ein Ortstermin

„Dann kam die Sturzflut“: Anwohner aus MK berichten über Hochwasser-Katastrophe

hochwasser
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Durch die Flut wurde das schwere Gartenhaus von Margret Drexel verschoben.

Brügge war vom Hochwasser auf Lüdenscheider Gebiet stark betroffen. Am Montag türmen sich entlang der Volmestraße fast vor jedem Haus Müllberge. Zeugen dafür, mit welcher Wucht die Flut Brügge getroffen hat. Ein Ortstermin.

Lüdenscheid – Auch am fünften Tag nach dem Unwetter beseitigt Margret Drexel noch die Spuren des Hochwassers aus Garten, Keller und Haus. „Mein Mann hat eine schwere Krankheit. Alle aus meiner Familie kamen vorbei, um uns zu helfen. Auch die Nachbarn. Das Wasser stand sehr hoch und alles war voller Schlamm. Selbst unser großes Gartenhaus wurde vom Wasser verschoben. Darin befanden sich Maschinen und Werkzeuge, die nun alle kaputt sind“, erzählt die Brüggerin und zeigt auf eine Stelle im Garten.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl 72.313 (Stand: 31.12.2019)

„Wir hatten hier einen Zaun stehen, der nun komplett von der Flut mitgenommen wurde. Am Mittwoch um circa 15 Uhr regnete es kurz etwas weniger und dann kam die Sturzflut.“ Zwar ist die öffentliche Stromversorgung in Brügge wieder hergestellt, nicht aber der Hausanschluss. „Wir müssen immer noch bei unseren Verwandten duschen gehen, da wir seit Mittwoch keinen Strom haben.“ Margret Drexel kann es immer noch nicht fassen: „Wir sind hier vor 38 Jahren eingezogen, und in dem Jahr hatten wir einmal Wasser im Keller. Jetzt ist alles kaputt, auch unsere Waschmaschine und der Trockner.“

Anwohner aus MK berichten über Hochwasser-Katastrophe: Kritik an fehlender Information

„Ich bin froh, dass meine Nachbarn und ich das hier alle überlebt haben“, sagt ein weiterer Anwohner, der anonym bleiben will. Er äußert im Nachgang auch Kritik an der Art und Weise, wie gewarnt wurde: „Ich finde, man hätte uns besser informieren sollen. Wenn damals Hochwasser war, fuhr hier langsam ein Wagen vorbei, der eine Durchsage machte, um uns alle zu warnen. Heute wird man durch Apps gewarnt.

Doch was ist mit den älteren Leuten? Die waren teilweise gar nicht auf das Hochwasser vorbereitet.“ Es gab aber auch Lob. „Direkt am nächsten Tag kam das Ordnungsamt und hat sich erkundigt, ob es allen gut ginge und ob jemand noch vermisst wird. Auch in der Nacht auf Donnerstag kam die Feuerwehr und hat alle gefragt, ob sie unsere Keller auspumpen sollen.“ Viele gingen auf das Angebot ein.

Von Fabienne Schwarzer

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