Dankbar für friedlichen Weg zur Wiedervereinigung

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Auf dem Sternplatz fand die Veranstaltung ihren stimmungsvollen Höhepunkt.

Lüdenscheid - Es war ein eindrucksvolles Bild, das sich am Samstagabend auf dem Sternplatz bot: Mehrere hundert Menschen, vor allem Christen aus allen Lüdenscheider Gemeinden, hatten sich dort versammelt und sangen ein Loblied auf die friedliche deutsche Wiedervereinigung vor 25 Jahren. Eingeladen hatten die Evangelische Allianz und die überkonfessionelle Initiative Gemeinsame Wege.

„Großer Gott wir loben Dich“, „We shall overcome“ und zum Schluss die deutsche Nationalhymne erklangen unter anderem als Botschaft der Dankbarkeit und der Freude über den gewaltfreien Weg, an dem die Kirchen in der DDR einen großen Anteil hatten. Begleitet wurden die Lieder von einem Bläserchor, der sich unter der Leitung von Wolfgang Kimpel eigens für diesen Abend aus verschiedenen Bläserkreisen der Stadt rekrutiert hatte.

Persönliche Erinnerungen standen im Mittelpunkt des Gottesdienstes in der Kirche St. Joseph und Medardus, mit dem der Abend begann. CVJM-Kreissekretär Johannes Seidel erzählte, wie er 1989 als siebenjähriger Junge in der DDR die Angst und Sorge seiner Eltern spürte, weil Mitglieder ihres Hauskreises an den Demonstrationen teilnahmen. Lilo Wölk berichtete über das Leben als Christin in der DDR. Sie habe sich gefühlt wie in einem Käfig, ständig beobachtet. Als die Familie sich entschloss, einen Ausreisantrag zu stellen, folgten weitere Repressalien, bis sie die DDR verlassen konnte – etwa ein halbes Jahr, bevor die Demonstrationen begannen. In Erinnerung an 1953 habe sie voller Sorge die Berichte verfolgt.

Nicht weniger eindrucksvoll war der Fall der Mauer für Mechthild Börger, obwohl sie im Westen lebte. Unmittelbar danach sei sie mit ihrem Bruder in die DDR gereist. Sie erinnerte aber auch an die Opfer – Menschen, die im Todesstreifen umkamen, aber auch solche, die im Zuge der Wiedervereinigung ihre Arbeit verloren haben.

Bürgermeister Dieter Dzewas sagte in seinem Grußwort auf dem Sternplatz, er sei „nicht stolz, sondern zutiefst dankbar“ für die friedliche Revolution, die damals möglich war und appellierte – nicht zuletzt im Hinblick auf die aktuellen Flüchtlingsströme – an seine Zuhörer: „Wir sind aufgerufen, das, was uns an Glück geschenkt wurde, weiterzugeben.“

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