Pannen-Klassiker

Damit schwere Lkw nicht stranden: Stadt will spezielle Navis füttern

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Weil er falsch abgebogen war, steckte dieser Lkw erst kürzlich von morgens bis zum Nachmittag in Obergockeshohl in Altena fest.

Lüdenscheid – Lkw-Fahrer, die „blind“ ihrem Navigationsgerät folgen und mit ihren 40-Tonnern im Sauerland auf Waldwegen oder in engen Kurven stecken bleiben, schaffen es regelmäßig in die Schlagzeilen.

Auch in Lüdenscheid gibt es diese spektakulären Irrwege. Viel häufiger ist aber ein anderer Fall: Selbst spezielle Lkw-Navigationsgeräte führen die ortsfremden Fahrer in Bereiche, die für die Fahrzeuge eigentlich gesperrt sind. 

Das gilt zum Beispiel für niedrige Unterführungen mit einer Durchfahrtbeschränkung oder eine Brücke, die mit Lkw nicht befahren werden darf. 

Lkw-Navigation revolutionieren

Um den Lkw-Verkehr künftig unproblematisch durchs Stadtgebiet zu lotsen, hat sich die Stadt Lüdenscheid dem Sevas-Projekt des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg (VRS) angeschlossen, das die Lkw-Navigation revolutionieren soll. 198 der 396 NRW-Kommunen sind dabei – vorwiegend im Rheinland und im Ruhrgebiet. Im Märkischen Kreis ist Lüdenscheid der vierte Partner nach den Städten Balve, Plettenberg und Werdohl. 

Im Bau- und Verkehrsausschuss stellte Verkehrsplanungs-Fachdienstleiter Christian Hayer den Ausschussmitgliedern „Sevas“ vor. Auf einer Online-Plattform können die Kommunen lokale Restriktionen für den Lkw-Verkehr wie Durchfahrtsverbote eingeben und sogar Vorrang-Routen festlegen, um die Fahrzeuge mit mehr als 7,5 Tonnen Gesamtgewicht gezielt zu lenken. 

Kommunen müssen Karten pflegen

Die Hersteller der Lkw-Navigationsgeräte greifen fortlaufend die Daten aus der Plattform ab und spielen sie in ihre Navigationssoftware ein. „Das Projekt lebt davon, dass Kommunen die Karten pflegen und auf einem aktuellen Stand halten und die Navigationshersteller diese Daten dann auch nutzen“, sagt Hayer. 

Er verspricht sich viel von der Kooperation. So hofft er unter anderem, das kaum zu kontrollierende Lkw-Durchfahrtsverbot an der Glatzer Straße durchzusetzen. 

Schwierigkeiten mit ortsfremden Fahrern

Das Problem: Das entsprechende Verkehrschild auf Höhe der Straße Im Eichholz ist durch den Zusatz „Anlieger frei“ ergänzt. In den Navigationsgeräten ist das bislang aber nicht hinterlegt. Folglich fahren viele Lkw-Fahrer einfach weiter. 

Nur ein Problem wäre damit noch nicht gelöst: „Schwierigkeiten gibt es derzeit vor allem mit ortsfremden Lkw-Fahrern, die ein Pkw-Navigationsgerät benutzen. Die werden wir so auch in Zukunft nicht erreichen“, sagt Hayer. Schlagzeilen über feststeckende 40-Tonner im Sauerland inklusive.

Pannen-Klassiker: Aufs Navi verlassen

Blindes Vertrauen auf das Navigationsgerät ist ein moderner Pannen-Klassiker. Erst am Freitag waren mehrere Laster am Brachtenbecker Weg in Altena stecken geblieben. Kürzlich hatte sich ein schwerer Lkw auf einem Gebirgsweg in Obergockeshohl festgefahren.

Spektakulär war etwa die Irrfahrt eines 40-Tonners bis kurz vor die Burg Altena. Der Fahrer war mit den Nerven fertig. Ein Bauhof-Mitarbeiter löste die komplizierte Lage. In Nachrodt fand sich sich ein 40-Tonnen-Lkw mitten im Wald wieder. Ein anderer missachtete Schilder und bliebt in einer Kurve stecken.

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