DAK-Gesundheitsreport: Stress auch bei den Jungen

Dr. Rainer Quakulinski-Berninghoff (l.) und Dirk Heppe stellten den DAK-Gesundheitsreport vor.

LÜDENSCHEID ▪ Wer meint, jüngere Arbeitnehmer hätten weniger Gesundheitsprobleme als ältere, der wird durch den aktuellen Gesundheitsreport der DAK eines Besseren belehrt. „Nach Ausbildung und Schule ist der Übergang in den Beruf für viele eine schwierige Zeit, in der sie sich erst einmal selbst verorten müssen“, sagt Dr. Rainer Quakulinski-Berninghoff, Leiter des Arbeitsmedzinischen Dienstes in Lüdenscheid. Basis dieser Bewertung sind Analysen der DAK, die rund 1,1 Millionen Versicherte in Nordrhein-Westfalen und davon fast 54 000 im Sauerland und im Siegerland hat.

Junge Arbeitnehmer werden danach im Vergleich zu ihren älteren Kollegen häufiger krankgeschrieben, dafür aber meist nur aufgrund von kurzen und akuten Erkrankungen wie Erkältungen oder Magen-Darm-Infekten. „Psychische Erkrankungen betreffen zunehmend auch Jüngere“, erklärt Dirk Heppe, Leiter des DAK-Servicezentrums an der Altenaer Straße. So machen sogenannte somatoforme Störungen – das sind wiederkehrende körperliche Beschwerden ohne organische Ursache – acht Prozent der Behandlungsdiagnosen aus, Depressionen sieben und Reaktionen auf belastende Lebensereignisse sechs. Das sind immerhin insgesamt knapp über 20 Prozent. Starke und regelmäßiger Alkoholkonsum ist für 37 Prozent der jungen Leute im Alter zwischen 15 und 29 Jahren eine Möglichkeit der Entspannung. Beliebt ist nach Angaben des Berichts das „Rauschtrinken“, wobei mindestens einmal im Monat fünf oder mehr alkoholische Getränke in kurzer Zeit getrunken werden.

„Der Start ins Berufsleben ist für viele junge Menschen offensichtlich mit größeren körperlichen und psychischen Belastungen verbunden“, betont Heppe. Der Schlüssel zur Gesundheit liege neben Elternhaus und Schule in dieser Lebensphase auch immer im Betrieb.

Quakulinski-Berninghoff hob zudem hervor, dass die betriebliche Gesundheitsförderung schon in jungen Jahren einen immer größeren Raum einnehmen müsse. Mit der frühzeitigeren Entlassung aus der Schule und dem späteren Eintritt in die Rente werde es künftig wieder 50-jährige Arbeitsbiografien geben. Da sei frühzeitige Gesundheitsprävention wichtiger denn je.

Die DAK biete online, aber auch durch Kurse individuelle Hilfen an, unterstreicht Dirk Heppe. Weitere Informationen gibt‘s im Servicezentrum oder unter http://www.dak.de.

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