DAK-Gesundheitsreport mit Schwerpunkt Schlafstörung

Christine Bender (l.) und Dirk Heppe (r.) präsentierten den DAK-Gesundheitsreport. Oberarzt Peter Krause referierte zum Thema „Schlafstörungen“.

LÜDENSCHEID ▪ Die psychischen Erkrankungen nehmen immer mehr Raum ein und zwingen Arbeitnehmer zunehmend zu Zwangspausen. Das geht aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport hervor, den Lüdenscheids DAK-Chef Dirk Heppe vorstellte.

Im Vergleich zu 2008 stieg die Zahl der psychischen Beschwerden 2009 im Sauerland und Siegerland um 30 Prozent. Anlass genug für die gesetzliche Krankenkasse, mit einer speziellen Aufklärungskampagne das Thema Schlafstörungen in den Mittelpunkt des Reports zu stellen, denn, so Heppe: „In Nordrhein-Westfalen quälen sich fast täglich mehr als 800 000 Erwerbstätige übermüdet durch ihren Arbeitsalltag. Die Menschen leisten dadurch nicht nur weniger. Sie gefährden auch ihre Gesundheit.“

Experte vor Ort ist Oberarzt Dr. Peter Krause, am Klinikum auf der Station Innere II für die Bereich Lungenerkrankungen, Schlaf- und Intensivmedizin verantwortlich: „Wer länger als einen Monat Ein- und Durchschlafprobleme hat, auch Insomnie genannt, hat eine chronische Erkrankung, die wir lindern, aber nicht heilen können.“ Die Auslöser solcher hochgradigen Schlafschwierigkeiten sind zu mehr als 60 Prozent besonderer Stress, Sorgen und Ängste, die die Betroffenen nicht in den Schlaf kommen lassen oder ihn immer wieder unterbrechen. Den Betroffenen gelinge es nicht mehr, Bewältigungsstrategien zu entwickeln und sie seien morgens völlig gerädert, was sich natürlich auf ihre Konzentrationsfähigkeit bei der Arbeit auswirke, schildert Dr. Krause die Auswirkungen. In diesem Zusammenhang plädiert der Fachmann für die Einrichtung einer Schlafambulanz, die es aber in Lüdenscheid nicht gibt. Das Klinikum verfüge über sieben Messplätze, dazu kommen drei mobile. Die Wartezeiten für Patienten seien zuletzt von drei auf zwei Monate gesenkt worden. Zeitmangel bei den Hausärzten führe dazu, dass Ein- und Durchschlaf-störungen häufiger übersehen würden. Daher setzt Dr. Krause auch auf mehr Prävention. Wer Probleme habe, ergänzt Christine Bender, Leiterin des DAK-Regionalzentrums, könne sich an die DAK-Berater vor Ort wenden.

Der Krankenstand im Sauer- und im Siegerland lag 2009 bei 3,4 Prozent. „Damit waren an jedem Tag des Jahres von 1000 DAK-versicherten Arbeitnehmern 34 krankgeschrieben“, sagt Dirk Heppe. Muskel- und Skelett-Probleme sowie Atmungsschwierigkeiten waren die häufigsten Erkrankungen.

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