Zwischen 25 und 40 muss es passen

DAK-Chef Dirk Heppe (li.) und Dr. Reiner Quakulinski-Berninghoff

Lüdenscheid - Der aktuelle DAK-Gesundheitsbericht 2014 nennt sie „Rushhour-Generation“. Gemeint ist die Altersgruppe der 25- bis 40-Jährigen. „In dieser Lebensphase ballen sich vielfältige Anforderungen aus Beruf und Familie“, sagt Dirk Heppe, DAK-Chef in Lüdenscheid.

„Hier die Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu finden, ist sehr wichtig“, fügt Dr. Reiner Quakulinski-Berninghoff, Leiter des Arbeitsmedizinischen Dienstes Lüdenscheid, hinzu.

Dabei leiden erwerbstätige Eltern nicht mehr unter chronischen Stress als Berufstätige ohne Kinder, geht aus der entsprechenden Studie hervor. „Das liegt auch daran, dass das soziale Gefüge der Familie als Schutzfaktor wahrgenommen wird und auch positive Reückmeldungen aus der Familie kommen“, sagt der Mediziner.

Dies ist aber kein Grund, um sich zurückzulehnen: „Die Bewältigung der Rushhour gelingt dieser Altersgruppe zwar meist ohne gesundheitliche Probleme. Sollten sie aber bis zur Rente produktiv bleiben, müssen Arbeitgeber nachhaltig in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investieren“, blickt Dirk Heppe nach vorn.

Ein betriebliches Gesundheitsmanagement sei trotz vereinzelter Ansätze aber noch Mangelware. Präventive Angebote – beispielsweise durch einen sogenannten „Feel Good-Manager“ – zeigten auch, dass die Firmenleitungen ihre Belegschaften wertschätzten. Was die Familienfreundlichkeit angehe, hätten viele Arbeitgeber noch Nachholbedarf, sind sich Dirk Heppe und Dr. Reiner Quakulinski einig.

Der Krankenstand insgesamt ist im Sauerland 2013 laut Studienergebnissen um 0,2 Proentpunkte auf 4,1 Prozent gestiegen. Damit waren an jedem Tag des Jahres von 1000 DAK-versicherten Arbeitnehmern 41 krankgeschrieben. Eine deutliche Steigerung mit fast 36 Prozent gab es bei den Atemwegserkrankungen wie Erkältungen oder Bronchitis. Sie belegten damit Rang zwei bei den häufigsten Diagnosen.

Die häufigsten Ausfalltage erfolgten aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen. Psychische Leiden wie Depressionen und Angstzustände kamen auf den dritten Platz, wobei es einen leichten Rückgang von 2,6 Prozent gab. Aufhorchen lässt hier aber ein Blick auf die Entwicklung in den letzten 13 Jahren: Der Anstieg der Fehltage durch psychische Erkrankungen verdoppelte sich in diesem Zeitraum von 116 Fehltagen im Jahr 2000 auf aktuell 236.

„In diesem Bereich ist die Versorgungsstruktur zu gering, und die Wartezeiten auf stationäre Plätze sind lang. Das ist unbefriedigend, da die Arbeitsunfähigkeit oft lang ist“, sagt Dr. Quakulinski-Berninghoff.

Die DAK-Gesundheit hat nach eigenen Angaben rund 1, 2 Millionen Versicherte in Nordrhein-Westfalen, davon 50 000 im Sauerland und Siegerland.

Von Martin Messy

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare