Dagmar Freitag auf Liste der Terrorzelle

Dagmar Freitag

MÄRKISCHER KREIS ▪ Der Fall der rechtsextremistischen Terrorzelle aus Sachsen und Thüringen erreicht den Märkischen Kreis: Auch Dagmar Freitag, SPD-Bundestagsabgeordnete für den nördlichen Kreis, steht auf der mutmaßlichen Liste möglicher Ziele der rechtsextremistisch gesinnten Gruppe, zu deren Aktivitäten immer noch weitere Ermittlungen laufen. Die Politikerin bestätigte, dass sie von der Kreispolizeibehörde des Märkischen Kreises darüber informiert wurde.

Polizeipressesprecher Norbert Pusch betonte, dass zum derzeitigen Zeitpunkt nicht von einer aktuellen Gefährdung ausgegangen werden könne. Die ausgewertete Liste, auf der der Name von Dagmar Freitag auftaucht, sei bereits älter. Generell müsse abgewartet werden, was die weiteren Ermittlungen auf allen Ebenen ergeben. Pusch erklärte, dass die Kreispolizeibehörde die im Umfeld der Terrorzelle entdeckte Liste bekommen habe und ein Beamter mit der Auswertung eventuell vorhandener Bezüge zum Märkischen Kreis beschäftigt sei.

Dagmar Freitag reagierte gelassen: „Ich nehme das erst einmal zur Kenntnis“, sagte sie im Gespräch mit unserer Zeitung. An ihrer Grundeinstellung ändere sich nichts. Erst kürzlich habe sie sich auf einem Jugendportal zum Rechtsextremismus im Sport geäußert. Bei extremistischen Tendenzen sowohl von rechts als auch von links gelte es grundsätzlich, genau hinzuschauen. Es sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dagegen anzugehen und sich nicht einschüchtern zu lassen. Viel schlimmer als ihre eigene Überraschung, auf einer Namensliste bei einer mutmaßlichen rechtsextremistischen Terrorzelle zu stehen, ist für die Bundestagabgeordnete, dass auch der Verfassungsschutz von dem Ausmaß der Ermittlungsergebnisse überrascht wurde: „Das ist das eigentlich Beunruhigende.“ Sie selbst „muss jetzt einfach mit der Situation umgehen. “

Der Terrorzelle, die jahrelang unentdeckt operieren konnte, werden aktuell mehrere Morde, Sprengstoffanschläge und Banküberfälle zur Last gelegt.

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