480 Original-Tonziegel für die Christuskirche

Für Sturmschäden! Dachdecker entdeckt Restposten seltener Dachziegel

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Haben die Zukunft der Christuskirche im Blick: Dietmar Giedinghagen (links) und Dennis Linnarz auf dem Turm des Gotteshauses. Darunter erkennbar: das Kirchenschiff mit seinen roten Original-Dachziegeln.

Lüdenscheid – Da mochte niemand in der Runde widersprechen: „Das ist sicher keine alltägliche Spende.“ So kommentierte Rainer Gremmels, Pfarrer der Lüdenscheider Christuskirchengemeinde, die Übergabe von 480 roten Dachpfannen an Dietmar Giedinghagen und Wolf-Dieter Thomas vom Bauausschuss der Christuskirche.

Gesamtwert des Materials: rund 1000 Euro. Der Spender: Dennis Linnarz, Inhaber des Lüdenscheider Bedachungsgeschäfts Linnarz und seit Jahren der „Hausdachdecker“ der Christuskirchengemeinde.

Der Hintergrund der Aktion, die nichts mit den länger währenden Sanierungsarbeiten am Turm der Christuskirche zu tun hat: Die Dachziegel, mit der die Kirche eingedeckt ist, sind mittlerweile vom Markt verschwunden – die frühere Herstellerfirma gibt es laut Giedinghagen und Linnarz nicht mehr. Und die Original-Reserveziegel sind inzwischen aufgebraucht.

Ersatz ist aber immer mal wieder vonnöten. Etwa nach Sturmschäden. „Zweimal ist das dieses Jahr schon passiert“, weiß Giedinghagen. Und als Folge des prognostizierten Klimawandels nebst heftigen Unwettern sei mit solchen Beschädigungen künftig womöglich öfter zu rechnen. Mit den nun eingetroffenen Ziegeln können eventuelle Dachschäden an der Christuskirche bis auf Weiteres baugeschichtlich und stilistisch passend behoben werden.

Christuskirche: Turmuhren im neuen Glanz

Dennis Linnarz hatte durch einen freundschaftlichen Tipp eines Berufskollegen davon erfahren, dass in Norddeutschland noch ein Restposten besagter Ziegel existiert. Der Lüdenscheider reagierte sofort, erwarb das Tonzeug, ließ die zwei Paletten per Spedition in die Bergstadt schaffen, um sie dann der Christuskirchengemeinde zu spenden.

Ein Teil der 480 Ziegel soll übrigens per Hubwagen in den Kirchenturm befördert und dort gelagert werden – um sie im Schadensfall direkt zur Hand zu haben.

Die Evangelische Christuskirche gehört zu den markantesten Bauwerken in Lüdenscheid. Sie stammt aus dem Jahr 1902. Ihr Turm misst knapp 61 Meter. Der Bauausschuss der Gemeinde um Dietmar Giedinghagen und Wolf-Dieter Thomas kümmert sich um Erhalt und Renovierung des Denkmals – und hatte in den vergangenen Jahren einiges zu tun.

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