Jubiläum: Standing Ovations fürs Bühnenmäuse

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Action auf der Kulturhausbühne: Dieter (Meinolf Pagendarm) und Heike (Simone Meykranz) gegen Vater Seefeld (Bernd Grewe).

LÜDENSCHEID -  „Vor einer solchen Kulisse spielen zu dürfen, ist eins. Aber Applaus in dieser Form zu erleben – das gibt es hier im Kulturhaus wahrlich nicht oft!“ Im auf die Bühne herab rieselnden Goldregen sprach Christoph Weiland aus, was wohl alle Beteiligten in diesem Moment gedacht haben mögen.

Stehend wollten die Zuschauer am Ende des Jubiläumsstücks „Tratsch im Treppenhaus“ nicht aufhören, zu applaudieren.

Weiland hatte am Samstagabend im seit Monaten ausverkauften Kulturhaus eine sehr charmante Moderation übernommen. Sein Gruß galt nicht nur den Gästen aus Sierra Leone und dem Bürgermeister als Schirmherrn der Veranstaltung, sondern auch den Mitgliedern des Obdachlosenfreundeskreises, allen voran Pfarrerin Monika Deitenbeck-Goseberg. Die Spenden des Abends, ließ Weiland wissen, gehen an den OFK, „vielleicht reicht’s ja am Ende für einen Bulli“.

Bevor sich jedoch endgültig der Vorhang hob für die Premiere des Jubiläumsstückes „Tratsch im Treppenhaus“, ließen die Bühnenmäuse die vergangenen 30 Jahre via Bildpräsentation auf Großleinwand Revue passieren. 2002 stand „Tratsch im Treppenhaus“ schon einmal im Mittelpunkt der Bühnenmäuse-Vorstellungen. Auf vielfachen Wunsch, hatte Bühnenchef Reinhard Meyer bereits zu Beginn der Proben verkündet, würde das Stück nun wiederholt.

In der Hauptrolle: Susanne Gerhardt als Meta Boldt, permanent auf der Suche nach Informationen über die Nachbarn, meisterhaft im Verdrehen der Tatsachen, grandios im Weitertragen von Klatsch, Tratsch und Verleumdung – kurzum, eine Nachbarin, wie sie sich niemand so wirklich wünscht. Die Umsetzung des Treppenhauses als zentraler Ort des Geschehens erfolgte mittel s Treppenaufgang in die Tiefen des Kulturhauskellers und vier Türen auf der Bühne.

CVJM 30 Jahre Bühnenmäuse

Der Vierakter, der Mitte der 60er-Jahre durch das Hamburger Ohnsorg-Theater bundesweite Beachtung erlangte, lebt in der Version der Bühnenmäuse großteils durch das unvermittelte Auftauchen der „Klatschtrulla“ und deren wilden Spekulationen. So kommt es, dass Nachbarin Hanne Knoop (Regina Voß-Passow) verdächtigt wird, zu Wucherpreisen eine Kammer an die ebenso junge wie hübsche Heike Seefeld (Simone Meykranz) zu vermieten. Nachbar Ewald Brummer (Jürgen Pathun) versucht ebenso wie Hauswirt und Schlachtermeister Bernhard Tramsen (Frank Gerhardt) sein Glück bei der jungen Frau, die sich am Ende aber für Brummers Neffen Dieter (Meinolf Pagendarm) entscheidet.

Komplettiert wird das achtköpfige Ensemble durch Heikes Vater (Bernd Grewe) und den Schornsteinfeger (Andreas Schmale). Wenngleich auch weniger energiegeladen und wortreicher als andere Stücke der Bühnenmäuse, so gibt’s auch am Treppenaufgang zum Obergeschoss wieder jede Menge zu lachen. Es sind die liebevoll eingebauten Details und Kleinigkeiten und nicht zuletzt der Schuss Lokalkolorit, die das Stück sehenswert machen.

Dass am Ende alles gut wird, ist eigentlich klar. Und dass die Vorstellungen, die das Ensemble noch bis ins kommende Frühjahr geben wird, allesamt ihre Liebhaber finden werden, auch. Erwähnt werden sollten an dieser Stelle auch die fleißigen Helfer hinter Bühne: Regina Duisenberg und Petra Schaller als Souffleusen, Susanne Gerhardt, Mary Wiechers, Regina Voß-Passow und Ulrike van den Berg für die Maske, Charis John für die Kostüme, Sigrid Pagendarm und Regina Duisenberg für die Requisiten, Sören Meyer, Patrick Gerhardt und Steffi Pantack für die Technik, Meinolf Pagendarm, Sören Meyer, Paul Schuh, Jens Keller, Frank Gerhardt und Robert Zapp für den Bühnenbau, Herbert Handwerk für das Bühnenbild und Petra Schaller als Regieassistentin. Karten für die kommenden Vorstellungen gibt es im Reisebüro Wietis sowie im Internet unter www.bühnenmäuse.de.

Jutta Rudewig

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