Krach zwischen Zwergen

CVJM-Bühnenmäuse bringen „Dreimal schwarzer Kater" auf die Bühne

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Wohin bloß mit dem überfahrenen Kater von Claudia Schobel – Nachbar Norbert ist ratlos.

Lüdenscheid - Die Rolle des „Schnurri“ dürfte wohl die kürzeste in der Geschichte der Theaterstücke bei den Bühnenmäusen gewesen sein. Ganze anderthalb Minuten – dann hauchte der (Plüsch)Kater sein Leben unter einem Autoreifen aus. Platt, verendet – doch wohin nun mit der Leiche des geliebten Tierchens?

Nach 28 Proben waren die Bühnenmäuse des CVJM „heiß“ darauf, ihr neues Stück zu „Dreimal schwarzer Kater“ zu präsentieren. Regisseurin Petra Schaller begrüßte all diejenigen, die einen Platz in der seit Monaten ausverkauften Premierevorstellung ergattern konnten und die die (auf Grund der Bauarbeiten) ausgesprochen schwierige Parkplatzsituation rund um den alten Friedhof an der Mathildenstraße erfolgreich gemeistert hatten. Dann nahm sie in dem Souffleurkasten Platz, den das zierte, was das Stück durchweg begleitete: Ein Gartenzwerg. Denn Norbert Dreher (Jürgen Pathun) und Reinhard Schobel (Frank Gerhardt) sind alte Gartenzwerg-Kameraden und haben schon eine stattliche Sammlung zusammengetragen – sehr zum Unmut ihrer Ehefrauen Brigitte (Steffi Pantack) und Claudia (Susanne Gerhardt). Als dann Olivers (Gerd Heuel) Freundin (Laura Schulte) den Kater überfährt und Oliver das Tierchen heimlich vor des Nachbarn Garage legt, hängt der nachbarschaftlich-harmonische Haussegen ruckzuck schief in der Gartenzwergidylle. Denn das Verbergen der Untat gestaltet sich schwieriger als gedacht. Bio-Müll? Vorübergehende Aufbewahrung in der Aktentasche? In den Restmüll des Nachbarn? Kurzum: Der Katzentod fällt auf, Katzenmutter Claudia ist am Boden zerstört und zieht kurzerhand mit Nachbarin Brigitte zusammen – sollen die Männer doch sehen, wo sie bleiben.

Zwei Stunden unterhielten die Bühnenmäuse ihr Publikum in altbewährter Manier. Das Stück aus der Feder von Heidi Mager hatte sich Regisseurin Petra Schaller vorab zur Brust genommen und mit Lokalkolorit aufgepeppt. So malte die männerfeindliche Schobel-Schwester Doris, herrlich gespielt von Simone Meykranz, das Bild „Abendstimmung überm Stilleking“, ein nicht gerade sensationelles Gemälde, das dann auch Nachbar Norbert versehentlich samt Kater Schnurri entsorgt. Erfrischend waren einmal mehr die gezielten dummen Bemerkungen von Rüpel Reinhard Schobel in alle Richtungen und vor allem das Gezänk mit seiner Schwester. Mutig und gelungen war der Auftritt von Susanne Gerhardt und Steffi Pantack als Agneta und Annifrid mit der Version von Abbas „Take a Chance on me“.

Wie die Geschichte um den Nachbarschaftszwist in der Gartenzwergidylle endet, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Immerhin folgen bis Ostern an die 30 Vorstellungen, deren Erlös einmal mehr nach Sierra Leone geht, um dort die Ärmsten der Armen zu unterstützen, ein immer wieder neu gebeuteltes Land, so Petra Schaller in ihren Grußworten, das einfach nicht zur Ruhe kommt. So galt und gilt ihr Dank all denen, die geholfen haben, „Dreimal schwarzer Kater“ auf die Bühne zu bringen und auch den sieben „Schnittchen-Feen“, die am Premiereabend für die Pausenverpflegung sorgten.

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