Crummenerl-Stiftung kann Nachahmer finden

Die Kunstfreunde Lüdenscheid um Prof. Dr. Eckhart Böhm wollen den Erhalt der Städtischen Galerie auch über ein dauerhaftes Sponsoring erreichen.

LÜDENSCHEID ▪ Als Stifter von Kunstwerken und Vermögen für die Städtische Galerie könnte der frühere Stadtdirektor Klaus Crummenerl Zustifter finden. Ferner wollen Unternehmen über drei Jahre regelmäßige Zahlungen zur Unterhaltung leisten, und aus den Ratsfraktionen der Ampelkoalition und der CDU gab es ermutigende Signale zum Erhalt: Mit überraschenden Neuigkeiten warteten die Kunstfreunde Lüdenscheid jetzt vor der Presse auf.

Professor Dr. Eckhart Böhm nahm als Vorsitzender die jüngste Kritik an offenbar ausbleibenden konkreten Hilfen des Vereins für die bedrohte Galerie zum Anlass, die seit Monaten im Stillen laufenden Aktivitäten der Kunstfreunde darzulegen. „Die Folgen einer Schließung der Galerie wären katastrophal“, daher habe man im November eine Resolution verfasst – und unmittelbar danach mit den Fraktionen gesprochen.

„Dabei wurde deutlich, dass wir uns angesichts der laufenden Sparberatungen im Rathaus ernste Sorgen um den Erhalt machen müssen“, berichtet Gerlinde Hille. Die Bedeutung von Sponsoren hätten die Politiker in den Mittelpunkt gestellt. Seither habe man viele Klinken geputzt, mit dem Ergebnis, dass nun Zusagen für einige tausend Euro zur Unterhaltung der Galerie vorliegen. Dabei achteten die Kunstfreunde, deren Mitgliederzahl jetzt bei 150 liegt, auf nachhaltige Hilfen: Die Zusagen lägen meist über drei Jahre vor. Weitere Sponsoren dieser Art seien erwünscht, ebenso steuerabzugsfähige Spenden auf das Lüdenscheider Sparkassenkonto 34 13 39.

Die Förderer betrachte man weniger als Spender denn als Kooperationspartner, betonten Cornelia Amtenbrink und Carola Kosche. So könnten die Kunstfreunde mit ihrem Sachverstand als Berater von Unternehmen bei der Anschaffung von Kunstwerken Gegenleistungen erbringen.

Der Förderverein setzt auch auf unverhoffte Möglichkeiten: „Herr Crummenerl hat mit seinem Stiftungsangebot viel Zustimmung erfahren“, berichtete Böhm. Es soll nun weitere Persönlichkeiten in der Stadt geben, die gleichfalls überlegen, Kunstbesitz und Vermögen in diese Stiftung einzubringen.

Die Kunstfreunde wollen derweil auf ihre Art und Weise zum Erhalt der Städtischen Galerie beitragen. Dazu zählten auch Aktionen wie der Verkauf der Bilder von Anthony Canham. Für Cornelia Amtenbrink steht fest: „Die Galerie muss bleiben – auch, um kulturelle Bildung als Äquivalent zur technischen Ausbildung in der künftigen Denkfabrik bieten zu können. Wir wollen uns daher langfristig für die Galerie engagieren.“

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