Wegen Corona-Reisewarnung: Schwerkranke müssen Erfüllung ihres Lebenstraums verschieben

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Ende Dezember war die Vorfreude auf eine New-York-Reise im Mai noch sehr groß: Monika Schwanz (Kreisverband für Körperbehinderte, li.) überreichte damals eine Spende von 1000 Euro an Alessa Schuberth (Mitte) und Sabrina Raschke für ihr Projekt.

Lüdenscheid – Sieben junge Leute haben einen großen Traum: Sie möchten eine Reise nach New York machen. Doch daraus wird vorerst leider nichts.

Seit vielen Monaten bereiten sich die Lüdenscheiderin Alessa Schuberth und ihre Freunde auf diese Reise vor, die eigentlich im Mai hätte stattfinden sollen. Und nun macht das Coronavirus alle Pläne und sorgfältigen Vorbereitungen der jungen Leute vorerst zunichte.

Alle sieben Freunde leiden an verschieden schweren Formen von Muskeldystrophie. Die Reise nach New York ist ihr gemeinsamer Traum, für den sie über viele Monate zahlreiche Spenden gesammelt haben. So wie es im Moment aussieht, müssen sie ihre Pläne nun für ein ganzes Jahr aufschieben.

In der vergangenen Woche hat das Reisebüro die Gruppe informiert, dass sie die Reise kostenlos auf einen anderen Termin umbuchen kann, berichtet Sabrina Raschke, die die Reise und die Spendeninitiative mitorganisiert hat. Schon vorher war klar, dass die sieben jungen Leute, die alle auf ihre elektronische Rollstühle angewiesen sind, auf keinen Fall im Mai nach New York fliegen können.

Zuerst haben sie noch gedacht, vielleicht später im Jahr zu reisen, im September, erzählt Sabrina Raschke. Aber angesichts der derzeitigen Situation gerade in New York hält sie das für ausgeschlossen. „Die Vorfreude war bei uns natürlich schon sehr groß, somit ist es auch für jeden von uns ein kleiner Rückschlag“, sagt Alessa Schuberth. „Alle finden es sehr schade, dass die Reise im Mai nicht stattfinden kann. Wir sind auch enttäuscht, denn keiner hätte damit gerechnet, dass ausgerechnet ein Virus dazwischen kommt und wir deshalb unseren Traum weiter nach hinten verschieben müssen.“

Coronavirus in Lüdenscheid: Die sieben Freunde wollen kämpfen 

Aber das Risiko für die jungen Leute, von denen einige auf Beatmungsgeräte angewiesen sind, ist in diesem Jahr einfach zu groß. Und das wird auch bis September noch nicht besser sein, bedauert Sabrina Raschke. Auch wenn das bedeutet, dass möglicherweise die Zeit wegläuft, denn Muskeldystrophie ist eine fortschreitende Erkrankung. Viele Freunde, die die Gruppe in den vergangenen Jahren regelmäßig in der Reha getroffen hat, sind bereits an den Folgen gestorben.

Rund 80 000 Euro waren an Kosten für die zweiwöchige Reise für sieben Rollstuhlfahrer mit je einer Betreuungsperson kalkuliert und an Spenden gesammelt worden – zudem sollten die weiteren Kosten vor Ort gedeckt werden. Alle Spenden bleiben zwar weiterhin für diesen Zweck zur Verfügung, aber wie sich die Kosten im nächsten Jahr entwickeln, kann nicht eingeschätzt werden, deshalb bleibt allen Beteiligten jetzt erst einmal nichts anderes übrig als abzuwarten, sagt Sabrina Raschke.

„Keiner weiß so recht wie es weitergeht, aber das Wichtigste ist es jetzt gesund zu bleiben“, sagt auch Alessa Schuberth. Sie und ihre sechs Freunde seien Kämpfer, Das bringe die Krankheit mit sich. „Und wir kämpfen auch jetzt. Wir kämpfen dafür, dass wir gesund bleiben und dass wir die New-York-Reise hoffentlich alle zusammen im nächsten Jahr starten können.“

Unterkriegen lassen wollen sie sich vom Coronavirus nicht: „Unser Traum ist nicht verloren, denn wie sagt man so schön, Vorfreude ist die schönste Freude. Und genauso halten wir uns alle gegenseitig positiv bei Laune.“

Alle Informationen rund um das Coronavirus im MK

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