Mit Mundschutz und Einbahnstraßenverkehr

Wegen Corona: So bereiten sich Lüdenscheids Schulen auf den Neustart vor

Lüdenscheid - Das wichtigste Werkzeug von Lehrern in diesen Tagen ist wegen der Corona-Pandemie nicht die Kreide, sondern der Zollstock. So bereiten sich die Lüdenscheider Schulen auf die Wiedereröffnung vor.

Die ersten Mails aus dem Schulministerium landeten bereits Ende letzter Woche auf dem Rechner von Dieter Utsch, Schulleiter des Bergstadt-Gymnasiums Lüdenscheid (BGL). „Da ging es insbesondere um die Hygienemaßnahmen an den Schulen“, sagt er. 

Seit Montag bringt er die Vorgaben aus dem Ministerium mit denen der Stadt Lüdenscheid als Schulträger unter einen Hut, damit der Wiedereröffnung seiner Schule am Donnerstag nichts mehr im Wege steht.

Das BGL hat im Vorfeld alle Schüler über den Ablauf am Donnerstag informiert. Stundenpläne und Verhaltensmaßnahmen wurden verschickt und die Schüler gebeten eine Rückmeldung zu geben, wer am Donnerstag zur Schule kommt. Bei der Gelegenheit hat der Schulleiter auch allen Schülern empfohlen, möglichst einen Mundschutz mitzubringen und zu tragen. 

BGL:  Maximal 15 Schüler pro Raum 

„Wir sind startklar“, sagt Dieter Utsch, der gemeinsam mit seinem Kollegium und der Stadt den neuen Schulalltag genauestens durchgeplant hat. „Wir werden nur die großem Räume der Schule nutzen, etwa 18 Stück“, sagt er. In den Räumen sollen die Schüler dann in ihren Leistungs- und Grundkursfächern betreut werden. „Aber maximal 15 Schüler pro Raum – in der Regel sogar viel kleinere Gruppen.“ 

Hintergrund ist die Abstandsregelung von 1,5 Metern, die unbedingt einzuhalten ist. Um eine Begegnung der Schüler im Treppenhaus so weit als möglich zu vermeiden, wurde hier eine Einbahnstraßenregelung installiert. „In einem Treppenhaus rauf, im anderen Treppenhaus runter“, bringt Utsch es auf den Punkt. 

Alle Informationen rund um das Coronavirus im MK.

Im Schulgebäude angebrachte Schilder, sollen Lehrer und Schüler an die Einhaltung der allgemeinen Corona-Regeln erinnern. Für den Ein- und Ausgang hätte sich der BGL-Chef die Möglichkeit einer Handdesinfektion gewünscht. „Aber das konnte mir nicht zugesichert werden“, sagt er. 

So sieht es aus, wenn der Mindestabstand im Klassenraum gewährleistet werden soll. Maximal 15 Schüler sollen pro Raum unterrichtet werden, vielfach werden es sogar weniger sein.

So will die Schule nun alle Schüler dazu anhalten, vor Beginn des Unterrichts ihre Hände in den Klassenräumen zu waschen. Ausreichend Seife und Einmalhandtücher hierfür, sind jedenfalls vorhanden. Ein Fragezeichen steht für den Schulleiter noch hinter dem Wunsch einer Zwischenreinigung der Räume. „Es geht hier um die Reinigung der Kontaktflächen nach jeder Gruppe“, erklärt er. 

Sollte die von Seiten der Stadt nicht gewährleistet werden können, müsste die Schule weitere Ausweichräume zur Verfügung stellen. „Aber ich bin vorsichtig optimistisch, dass das noch gelingt.“ Eine gründliche Reinigung der Räume wie vom Schulministerium empfohlen, hat zudem bereits in den letzten Wochen stattgefunden.

Ortswechsel: Frank Bisterfeld, Schulleiter der Adolf-Reichwein-Gesamtschule, hat einen 1,50 Meter langen Zollstock immer griffbereit. Der Abstand muss stimmen“, sagt er und erzählt, wie er vor der Wiedereröffnung seiner Schule die Klassenräume vermessen hat. „Wir haben hier einerseits sehr schmale Gänge und andererseits kleine Räume. Das ist schon eine Herausforderung.“

230 Schüler erwartet er heute in der Schule zurück – 162 aus dem 10. Jahrgang und 70 Abiturienten. „Ich rechne damit, dass alle kommen“, sagt Bisterfeld. „Wir haben im Neubau Klassenräume, die für maximal 24 Schüler geplant wurden und in denen schon zu normalen Zeiten 27 und mehr Kinder sitzen“, erklärt Bisterfeld. Ziemlich eng würde die Regelung dann bei den vorgeschriebenen 1,50 Meter Abstand. „Da bekomme ich maximal 9 Tische pro Raum unter – und dann muss der Lehrer noch zuerst reingehen.“

Viel Eigeninitiative der Schulleitung notwendig

Am Berufskolleg für Technik (BKT) Eigeninitiative der Schulleitung notwendighaben Schulleitung und Lehrer bis zur letzten Minute alle nötigen Vorbereitungen getroffen, dass für die rund 200 Schüler des Abiturjahrgangs und der unterschiedlichen Abschlussklassen (aus insgesamt 20 Klassen) ab Donnerstag Unterricht „mit ruhiger Hand“ stattfinden kann, wie es Jens Niebur, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Schule, sagt.

„Wir werden das schaffen“, ist er überzeugt, auch wenn dafür viel Eigeninitiative der Schulleitung notwendig war, die nun „absolut am Anschlag“ sei. Das fing bei der Beschaffung von Seife für die Klassenräume an und hörte bei der Organisation des Unterrichts und des Begegnungsverkehrs in den Gängen noch lange nicht auf. „Es fehlten so einige Dinge“, lässt Niebur durchblicken.

Am BKT startet der Unterricht heute in kleinen Gruppen von 6 bis 8 Schülern, die auf die Räume im Haupt- und Nebengebäude der Schule verteilt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare