Nach Monaten in Dominikanischer Republik

Coronavirus: Rückreise aus der Karibik mutiert für Ehepaar aus dem MK zur Odyssee

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Die  Menschen am Flughafen waren aufgeregt und wussten nicht wohin, erzählt Dillmann.

Alle Flugverbindungen wurden wegen des Coronavirus gestrichen. Hans-Ulrich Dillmann saß deshalb mit seiner Frau in der Karibik fest – die Rückreise mutiert zur Odyssee.

  • Ein Ehepaar aus dem Märkischen Kreis musste die Dominikanische Republik früher als geplant verlassen.
  • Weil der für April geplante Rückflug wegen des Coronavirus gestrichen worden war, musste umgeplant werden.
  • Die Rückreise nach Lüdenscheid entwickelte sich dann auch zur echten Odyssee mit Taxi, Flugzeug und Zug. 

Lüdenscheid - Seit November war der 68-Jährige in Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik. Sein Rückflug war für Anfang April geplant – und wurde frühzeitig im März gecancelt. 

Zahlreiche Urlauber werden noch immer aus dem Urlaub nach Deutschland zurückgeholt, Dillmann organisierte seine Rückreise aufwendig selbst. 

Doch obwohl er sich darum bereits seit etwa Anfang März gekümmert hatte, erwies sich die Reise zurück nach Lüdenscheid durchaus als Tortur.

Coronavirus in Lüdenscheid: Riesenchaos am Flughafen

„Die Situation hat sich in kurzer Zeit auch in der Karibik deutlich zugespitzt“, sagt Dillmann. Denn kurz vor dem geplanten Rückflug wurde der Busverkehr untersagt, „die Vorkehrungsmaßnahmen sind nun auch in der Dominikanischen Republik sehr verstärkt worden“. 

Die Fahrt zum Flughafen legte er deshalb im Taxi zurück – 250 Kilometer. Am Flughafen herrschte ein „Riesenchaos. Alle möglichen Menschen waren dorthin angereist, wussten nicht weiter. Einige Hotels haben geschlossen und die Leute vor die Tür gesetzt“, erzählt der 68-Jährige.

Coronavirus in Lüdenscheid: Im Flugzeug "brechend voll"

Der Flug selbst sei aber normal verlaufen, „es gab keine besonderen Kontrollen, nur die sonst auch üblichen. Es waren viele Spürhunde am Flughafen, die nach Drogen suchten – aber wegen des Coronavirus gab es keine weiteren Abfragen“. 

Im Flugzeug „war es brechend voll, viele Menschen trugen Schutzmasken – aber sonst war nichts außergewöhnlich“.

Coronavirus in Lüdenscheid: Kein Zugverkehr in Belgien 

Am letzten Samstag (28. März) dann flog Hans-Ulrich Dillmann nach Brüssel, die belgische Fluggesellschaft hatte ihm noch die Rückreise ermöglicht. 

Dort angekommen sollte es mit dem Zug weiter nach Deutschland gehen, doch das Weiterkommen scheiterte vorerst: „Der Zugverkehr war gestoppt, weil sich der Zugführer weigerte, weiterzufahren – er sorgte sich vor einer Ansteckung“, erzählt Dillmann. 

Coronavirus in Lüdenscheid: Im Taxi von Brüssel nach Aachen

„Das ist grundsätzlich verständlich“, erschwerte die Situation aber erheblich. „Ich habe den Bahnhofsvorsteher daraufhin so lange genervt, bis er auf Kosten der Bahn ein Taxi organisierte“. 

Doch Dillmann reiste mit seiner Frau, „ein Taxi durfte nur noch eine Person transportieren. Wir hatten aber Glück und haben durch Zufall kurz darauf noch ein zweites Taxi ergattert, sodass wir getrennt von Brüssel nach Aachen fahren konnten.“

Das Ziel in Sicht: Im Zugabteil von Köln nach Lüdenscheid waren nur zwei Gäste – Dillmann und seine Frau.

Dort fuhr die Bahn, von Aachen ging es weiter nach Köln und schließlich mit dem Zug bis nach Lüdenscheid. „Auf den Straßen und in den Zügen waren so gut wie keine Menschen“, doch die Stimmung sei angespannt gewesen.

Coronavirus in Lüdenscheid: Mehr oder weniger in Isolation

„Ich reagiere sensibel auf die Klimaanlage im Flugzeug und habe danach immer ein bis zwei Tage leichten Schnupfen. Später im Zug musste ich einmal niesen, eine Frau in meinem Abteil sprang daraufhin panisch auf und flüchtete in das zweite Stockwerk.“

Alle Informationen rund um das Coronavirus im MK gibt es hier.

Seit ihrer Rückkehr haben sich die beiden nun auch mehr oder weniger in Isolation begeben, sagt Dillmann. „Natürlich wussten wir im November aber noch nicht, dass wir Toilettenpapier hätten horten müssen – das war wirklich schwierig, wir sind erst nach Tagen fündig geworden.“

Coronavirus in Lüdenscheid: Menschen sehr diszipliniert

Dennoch spricht der 68-Jährige ein großes Lob an die Lüdenscheider aus: „Mein Eindruck hier ist sehr positiv, vor allem im Vergleich zu Santo Domingo. Die Menschen hier sind – mit kleinen Abweichungen natürlich – sehr diszipliniert.“

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