Coronavirus in Lüdenscheid: STL-Recylinghof wird wieder geöffnet

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Lüdenscheid - Ab Mittwoch öffnet der Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid (STL) Mittwoch wieder seinen Recyclinghof am Fuhrpark. Das teilte die Stadt am Freitag mit.

Zunächst gelten allerdings verkürzte Öffnungszeiten, eine gesteuerte Zufahrtsregelung und ein eingeschränkter Service auf dem Gelände. Zudem müssen Besucher Gesichtsmasken tragen. Der Hof bleibt außerdem samstags weiter geschlossen. Dafür können Lüdenscheider Haushalte nach wie vor ihre Grünabfälle samstags von 10 bis 15 Uhr auf der Mülldeponie Kleinleifringhausen entsorgen.

„Bund und Länder haben entschieden, die Corona-Maßnahmen langsam wieder zu lockern. Auf dieser Basis können wir den Recycling-Hof nun auch guten Gewissens wieder öffnen“, sagt Heino Lange. Dennoch bittet der STL-Werkleiter alle Lüdenscheider, den Hof nicht anzusteuern, um lediglich Kleinstmengen abzugeben.

Stattdessen sollten Abfall, Elektrogeräte, Metallschrott, etc. nach Möglichkeit gesammelt abgegeben werden, um nicht mehrere Fahrten machen zu müssen. „Es geht weiter darum, Kontakte mit Menschen möglichst zu vermeiden und die Gefahr einer Ansteckung mit dem Corona-Virus zu minimieren“, gibt Lange zu bedenken.

Folgende Regeln gelten

Aus diesem Grund hat der STL folgende Maßnahmen beschlossen:

  • Der Recycling-Hof ist von montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. 
  • Die Zufahrt auf das Gelände wird am Eingangsbereich reguliert, damit sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig auf dem Hof aufhalten. 
  • Der STL wird die Verkehrslage beobachten. Um einen langen Rückstau zu vermeiden, sollen bei Bedarf Barken aufgestellt werden, um den Verkehr über die Wendeplatte am Ende der Stichstraße „Am Fuhrpark“ zu leiten. 
  • Die Mitarbeiter packen – anders als sonst – beim Ausladen und Entsorgen ausnahmsweise nicht mit an, um den vorgeschriebenen Mindestabstand einhalten zu können. Das STL-Personal berät Bürger aber selbstverständlich. 
  • Die Zufahrt wird nur Personen gestattet, die eine Gesichtsmaske tragen. Außerdem bittet der STL darum, den Hof nicht in einem voll besetzten Fahrzeug anzusteuern, sondern idealerweise allein oder zu zweit. 
  • Das Kassenhäuschen darf nur in wirklich dringenden Angelegenheiten betreten werden. Voraussetzung dafür ist eine vorherige telefonische Terminvereinbarung unter 02351/36520.

Die Sicht der FDP

Eine behutsame Wiedereröffnung des Recyclinghofs ist aus Sicht der FDP möglich, die sich damit in die jüngste Diskussion um den Bringhof einschaltet. „Der Recyclinghof kann aber nicht zum Ausflugsziel für den Opa mit seinem Enkelkind werden“, mahnt FDP-Fraktionsvorsitzender Jens Holzrichter. 

„Allerdings muss man auch sagen, dass wir uns in Lüdenscheid in einer sehr komfortablen Situation befinden. Hier wird sehr viel Müll von zu Hause abgeholt – frei Haus, jede Woche.“ Was da am Ende übrig bleibe, sei nicht viel. „Was die CDU für Ideen hat, finde ich bizarr“, fügt Holzrichter hinzu und kritisiert insbesondere den Vorschlag, private Entsorgungsfirmen oder Zeitarbeiter zur personellen Unterstützung zu engagieren. „Die Spendierfreude der CDU überrascht mich sehr. Was da jetzt mehr ausgegeben wird, müsste man nächstes Jahr über höhere Müllgebühren wieder ausgleichen.“ 

Die Antwort des Bürgermeisters

Am Donnerstag hatte Bürgermeister Dieter Dzewas in einer Antwort auf den offenen Brief des CDU-Fraktionsvorsitzenden Oliver Fröhling erklärt, dass der Recyclinghof des STL zwar vorerst geschlossen bleibe, aber geprüft werde, wann eine Öffnung wieder möglich sei.

In ihrem offenen Brief hatte die CDU-Fraktion am Dienstag gefordert, dass der STL-Recyclinghof zumindest in zeitlich reduziertem Umfang wieder zeitnah in Betrieb gehe. Begründet hatte Fröhling diese Forderung, die er mit Vorschlägen zur Umsetzung verknüpft hatte, unter anderem mit einer „zunehmenden Vermüllung von Wäldern und auch Wertstoffsammelstellen". 

„Wir konnten bislang nicht feststellen, dass es in Lüdenscheid zu der von Ihnen genannten ‘zunehmenden Vermüllung von Wäldern und auch Wertstoffsammelstellen’ gekommen ist“, heißt es in der Antwort auf Dieter Dzewas. „Leider gibt es nach wie vor einige Unbelehrbare, die ihren Abfall ohne Rücksicht auf die Allgemeinheit unsachgemäß entsorgen. Die aktuelle Menge dieser Vermüllung unterscheidet sich im Vergleich zu den Vorjahren allerdings nicht.“

Die Entscheidung, den Recycling-Hof am 23. März zu schließen, sei der Verwaltung nicht leicht gefallen. Letztendlich sei den Verantwortlichen aber nichts anderes übrig geblieben. Das hätten die Erfahrungen zu Beginn der Corona-Pandemie gezeigt. Mitte März seien zunächst diverse Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. „Unter anderem wurden die Öffnungszeiten verkürzt, die Zufahrt auf den Hof reguliert und zwei zusätzliche Standorte für den STL eingerichtet. Der Andrang war allerdings nahezu unvermindert riesig – trotz der Beschränkungen, der Appelle und der gesundheitlichen Gefahren für alle."

Zum Schutz der Bürger und der STL-Mitarbeiter sei daraufhin der STL-Recylinghof geschlossen worden. Damit sei auch die regelmäßige Entsorgung der verschiedenen Hausabfälle sowie die Leerung und Pflege der rund 100 Wertstoff-Sammelstellen gesichert worden. Auch Sperrmüll werde weiter abgeholt. „Dieser Service wird seit einigen Wochen verstärkt genutzt.“ Handwerker können Container für Bauschutt und Elektroschrott bestellen. Zudem sei die Deponie Kleinleifringhausen samstags für die Entsorgung von Grünabfällen geöffnet. So seien Übergangslösungen gefunden worden.

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