Er ist in Quarantäne, gesundheitlich geht es ihm gut

Coronavirus-Infizierter aus dem MK über Covid-19: "Normalerweise huste ich mehr"

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Im Urlaub infizierte sich Arnd Nitsch mit dem Coronavirus. Den Test hatte er selbst bezahlen müssen, weil Tirol noch nicht als Risikogebiet galt. Zuvor hatte er in seinem Geschäft bereits Desinfektionsmittel bereitgestellt.

Lüdenscheid – Rund eine Woche ist es her, dass Arnd Nitsch, Inhaber des gleichnamigen Lottoladens in Lüdenscheid, positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Seitdem ist er in Quarantäne, ebenso seine direkten Kontaktpersonen, darunter seine Frau.

„Mir und auch meiner Frau geht es gesundheitlich gut“, betont er. Sein Krankheitsverlauf sei leicht, „ich habe keine Symptome, ein leichtes Räuspern ab und an – aber Heuschnupfen bedingt huste ich in dieser Jahreszeit normalerweise sogar mehr“. 

Auch seine Frau und Kinder, die 21 und 26 Jahre alt sind und mit denen er viel Zeit verbracht hat, weisen bislang keine Symptome auf. „Alle meine Kontaktpersonen wurden getestet, fast alle Ergebnisse stehen aber noch aus“, sagt Nitsch. Bei zweien sei der Test negativ ausgefallen, sie haben sich nicht mit dem Virus angesteckt. 

Tirol galt noch nicht als Risikogebiet

Am 11. März war Nitsch aus dem Skiurlaub in Tirol zurückgekehrt, das zu dem Zeitpunkt noch nicht als Risikogebiet ausgewiesen war. „Auch die Schulen waren noch normal geöffnet, als wir wieder in Lüdenscheid angekommen sind“, sagt er. „Ich habe zu dem Zeitpunkt nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und die Ratschläge befolgt, die in dieser Zeit galten.“ 

Eigentlich wäre Nitsch nach seiner Rückkehr gar nicht auf das Virus getestet worden. „Ich kam aus keinem offiziellen Risikogebiet und hatte keine Symptome.“ Durchgeführt wurde der Test nur, weil er selbst sichergehen wollte und den Test anforderte und selbst bezahlt hat. 

Coronavirus: "Habe alles getan, was ich tun konnte"

Sein Geschäft hat er sofort geschlossen, ist auf Facebook offen mit der Ansteckung umgegangen. Dafür erhielt er viel Zuspruch, aber auch wenige negative Kommentare. „Ich habe alles getan, was ich tun konnte“, betont Nitsch. Offen damit umzugehen, sei richtig und wichtig, sagt er, damit andere entsprechend darauf reagieren könnten. 

Die Sache müsse natürlich sensibel angegangen werden, sagt Nitsch. „Ich warte auf die Ergebnisse meines sonstigen Umfelds, stehe in Kontakt mit allen und bekomme viele positive Anrufe, das ist sehr beruhigend. Bislang geht es allen gut – niemand zeigt Symptome.“ 

Sorgen bereite auch ihm derzeit die Zukunft seines Geschäfts, „ich weiß nicht, so wie viele andere auch, wann ich wieder öffnen kann – in meinem Fall derzeit aus mehreren Gründen. Natürlich steht die Gesundheit ganz oben, aber wirtschaftlich ist das eine große Herausforderung“. 

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Voraussichtlich bis zum 1. April sind er und seine Frau in Quarantäne. „Das wurde mir per förmlicher Postzustellung so mitgeteilt. Allerdings werde ich vorher noch zweimal im Abstand von 24 Stunden getestet – wann, weiß ich aber nicht.“ Am meisten fehle ihm, mal an die frische Luft zu kommen, ebenso die sozialen Kontakte, „aber davon sind ja derzeit alle betroffen“. 

Mehrmals täglich riefen Familie, Freunde und Nachbarn an und „fragen, wie es uns geht, das ist wirklich schön. Mein Bruder und einige Nachbarn stellen uns auch regelmäßig Sachen vor die Tür, damit wir versorgt sind“. Manch anderes bleibe derzeit aber liegen: „Wir dürfen zum Beispiel nicht in den Keller, wo unsere Waschmaschine steht, denn wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus. Aber in der Quarantäne braucht man ja zum Glück nicht so viel.“

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