Coronavirus: Diese Maßnahmen ergreifen Polizei und Feuerwehr, um sich zu schützen

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Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz ist auf dem Gelände der Feuer- und Rettungswache in Lüdenscheid Pflicht.

Lüdenscheid - Der Kampf gegen das Coronavirus ist eine riesige Herausforderung – gesamtgesellschaftlich und für jeden Einzelnen. Das gilt insbesondere für die Polizei und die Rettungskräfte bei der täglichen Arbeit. Mit diesen Maßnahmen haben sich Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst auf Corona eingestellt.

„Wir haben natürlich Änderungen an den Dienstplänen in allen Wachbereichen vorgenommen“, sagt Pressesprecher Marcel Dilling, ohne aber aus polizeitaktischen Gründen Details nennen zu wollen. 

Die wichtigste Botschaft aus Sicht der Kreispolizeibehörde: „An unserem Auftrag ändert sich nichts. Wir werden weiterhin für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit sorgen.“

Für die Beamten im Streifendienst ändert sich durch das Coronavirus im Grunde genommen im Umgang mit den Bürgern nichts. Denn sie sind schon immer angehalten, auf Hygiene und ihren eigenen Schutz zu achten. „Da gibt es klare Regeln“, sagt Dilling. 

Abstand ist die oberste Maßgabe

Einweghandschuhe für den Fall der Fälle gehören entsprechend zur Standardausrüstung. Schließlich gab es auch schon in Vor-Corona-Zeiten Infektionskrankheiten wie beispielsweise Hepatitis oder HIV, vor denen sich die Polizisten schützen mussten. Oberste Maßgabe, die auch im Kampf gegen die Ansteckung mit dem Coronavirus gilt, ist, auf den Abstand zu anderen Personen zu achten.

Das geschieht aber nicht nur beim Streifendienst auf der Straße, sondern auch in den Wachen – und zwar nach innen und nach außen.

Dabei ist die Anzahl der Bürger, die auf die Wache kommen, um eine Anzeige zu erstatten, seit Beginn der Coronakrise deutlich gesunken. Im Gegenzug ist die Anzahl der Online-Anzeigen stark gestiegen. „Das ist auch gut so“, freut sich Dilling über die Akzeptanz der Online-Wache bei den Bürgern. 

Coronavirus: Acrylglasscheiben im Empfangsbereich der Polizei

Zum Schutz der Beamten auf den Polizeiwachen werde zudem jeweils der Empfangsbereich nachgerüstet. „In vielen Bereichen gibt es zwar schon einen großen Tresenbereich, der für eine gewisse Distanz sorgt“, sagt Dilling. Jetzt sollen aber – ähnlich wie es in vielen Supermärkten schon geschehen ist – noch Acrylglasscheiben als zusätzliche Sicherung installiert werden. Weitere Maßnahme: Die Kriminalpolizei verzichtet derzeit auf persönliche Vernehmungen, soweit dies möglich ist, und verschickt stattdessen Anhörungsbögen, um schriftliche Einlassungen von Zeugen zu erhalten.

Alle Informationen rund um das Coronavirus im MK.

Auch der Kontakt zwischen den Beamten auf den Wachen hat sich durch den Kampf gegen das Coronavirus verändert. „Bei der Polizei geht es eigentlich recht gesellig zu. Normalerweise begrüßt man sich per Handschlag. Das gibt es jetzt nicht mehr. Alle internen Veranstaltungen, die abgesagt werden können, finden nicht mehr statt“, erzählt Dilling. Notwendige Termine wie Dienstbesprechungen finden jetzt in größeren Räumen statt, in denen die Teilnehmer mehr Abstand voneinander halten können. „Das ist ja kein Hexenwerk“, sagt Dilling. Dass sich die Polizisten auch in ihrer Freizeit an die Vorgaben halten, sei selbstverständlich. „Solidarität ist absolut das Gebot der Stunde.“

Mund-Nasen-Schutz ist auf der Feuerwache Pflicht

Besondere Schutzmaßnahmen gibt es auch auf der Lüdenscheider Feuer- und Rettungswache am Dukatenweg. Das Tor zum Gelände ist geschlossen. Ins Gebäude kommt nur, wer dort dienstlich oder als Handwerker etwas zu tun und einen Termin hat. Alle Veranstaltungen, die für den aktuellen Dienstbetrieb nicht unbedingt notwendig sind, finden derzeit nicht statt.

Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz ist auf dem Gelände der Feuer- und Rettungswache in Lüdenscheid Pflicht.

Vor dem Betreten der Wache muss man sich anmelden und die Hände desinfizieren. Im Gebäude ist dann das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes Pflicht. Dabei handelt es sich um sogenannte Behelfsmasken, die die Stadt besorgt hat.

Zudem gibt es bei der Bekleidung eine sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung – eine Regelung, die für die Feuerwehr nichts Neues ist, aber nun auch vom Rettungsdienst angewandt wird. Das heißt: Wenn die Einsatzkräfte ausrücken, ziehen sie sich in einer Schleuse um. Zudem setzen sie in Fahrzeugen FFP2-Masken auf.

Rettungswagen werden desinfiziert

Für den Rettungsdienst gilt darüber hinaus: Wenn Sanitäter zu einem Covid-19-Verdachtsfall gerufen werden, ziehen sie zusätzlich zu den FFP2-Masken auch noch Schutzanzüge an. Wenn sie dann von einem Einsatz zurückkehren, bei dem sie mit einem Infizierten oder auch einem Verdachtsfall in Kontakt gekommen sind, werden die Schutzanzüge als Sondermüll entsorgt. Die RTW-Besatzung muss duschen, und der Rettungswagen wird vor dem nächsten Einsatz komplett desinfiziert.

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