Die Schließung ist zur Überbrückung gedacht

Coronavirus: Großunternehmen wird Standort im MK für zwei Wochen schließen

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Viele Unternehmen im MK reagieren auf die Coronavirus-Krise, führen Schutzmaßnahmen ein und beantragen Finanzspritzen.

Ein Großunternehmen im Märkischen Kreis reagiert auf die Coronavirus-Krise und schließt seinen Standort bald für zwei Wochen. 

Lüdenscheid – Die Firma Erco wird seinen Standort in Lüdenscheid für zwei Wochen schließen. „Wie wir es sonst über die Weihnachtszeit machen, haben wir uns dazu entschieden, die Firma in der Osterferienzeit zu zumachen“, sagt Marketingleiter David Kuntzsch. 

Damit wolle man als Unternehmen auf die Coronavirus-Krise reagieren und den Mitarbeitern insbesondere mit Kindern eine Erleichterung in dieser Zeit anbieten. „Für viele ist das gerade eine sehr herausfordernde Situation, neben der Arbeit müssen sie zum Beispiel auch ihre Kinder betreuen, die Schulen und Kitas haben zu“, sagt Kuntzsch. 

"Sogar eine ganz gute Situation"

Viele Mitarbeiter hätten in der Zeit über Ostern, vom 6. bis 17. April, ohnehin Urlaub geplant. „Zwar kann gerade niemand wegfahren“, doch wahrgenommen hätten sie die Urlaube trotzdem. „Der Betrieb wäre hier ohnehin ruhiger gelaufen.“ Die Tage vor und nach den Oster-Feiertagen sollen die Mitarbeiter deshalb Urlaub nehmen, Überstunden abbauen oder dürften auch Negativstunden aufbauen, sagt Kuntzsch. 

„Für uns ist das gerade sogar eine ganz gute Situation“, betont er. Man erwarte in dieser Zeit eine geringere Arbeitsintensität, könne den Mitarbeitern und dem Unternehmen eine Pause verschaffen und gleichzeitig das Infektionsrisiko senken. „Wir fühlen uns der Situation gut gewachsen, sind finanziell unabhängig und Kundenaufträge werden nicht darunter leiden.“ 

Die Ferien seien eher als „charmante Überbrückung“ gedacht. „Die Nachrichtenlage ändert sich täglich, vielleicht und hoffentlich bis dahin positiv.“ 

Nanogate SE benatragt Finanzhilfe

Andere Unternehmen sichern sich derweil bereits finanziell ab: Der Technologiekonzern Nanogate SE, zu dem in Lüdenscheid Nanogate Vogler Systems an der Golsberger Straße gehört, beantragt nun Finanzhilfen bei der KfW-Bank, um den Fortbestand des Konzerns zu sichern, teilt das Unternehmen mit. 

Personal- und Sachkosten sollen deutlich gesenkt werden. „Beispielsweise durch die Anmeldung von Kurzarbeit und einen geringeren Einsatz von Leiharbeitern. Auch temporäre Werksschließungen sind nicht ausgeschlossen.“ Der Vorstand werde, falls notwendig, weitere Maßnahmen ergreifen. 

Schutzmaßnahmen bei Busch-Jäger

Maßnahmen ergreift auch die Firma Busch-Jäger wegen der Krise: „Die Gesundheit und Sicherheit von Mitarbeitenden, Kunden und Partnern hat für ABB oberste Priorität, das gilt selbstverständlich auch für das Tochterunternehmen Busch-Jaeger“, erklärt das Unternehmen. 

Der Standort in Lüdenscheid sei weiter in Betrieb, ebenso wie der Standort in Aue und man bereite sich auf verschiedene Szenarien vor, um auch weiterhin die Kunden bestmöglich zu bedienen und die Mitarbeiter zu schützen. So wurden zum Beispiel Regelungen und vorbeugende Reisebeschränkungen eingeführt. 

Alle Mitarbeiter sollen nicht zwingend notwendige Reisen vermeiden. Zudem soll da, wo es möglich ist, im Homeoffice gearbeitet werden. „Eine große Anzahl von Mitarbeitenden am Standort Lüdenscheid arbeitet gegenwärtig von zu Hause“, erklärt das Unternehmen. 

Lesen Sie hier mehr zur Entwicklung des Coronavirus im MK

Mitarbeiter in den Werken seien weiterhin an ihrem Arbeitsplatz. Um auch diese zu schützen, wurden Arbeitsräume abgetrennt, die Distanzen am Arbeitsplatz erhöht sowie bei Schichtwechseln. Außerdem seien die Zugangskontrollen strenger. 

Die Mitarbeiter seien zudem dazu angehalten, einen Abstand von zwei Metern zu anderen Personen einzuhalten. Die Kantine und andere Möglichkeiten zur Verpflegung werden nun gestaffelt besucht und das Unternehmen versucht, Stoßzeiten im öffentlichen Verkehr zu vermeiden, heißt es. Darüber hinaus gibt es eine Anordnung, dass Mitarbeiter, die sich unwohl fühlen oder erste Symptome von Covid-19 zeigen, zu Hause bleiben sollen.

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