Gastronomen freuen sich auf Wiedereröffnung

Frühstück mit Brötchen und Schutzmaske

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Das Team vom Steakhaus am Piepersloh hofft auf schnelle Lockerungen.

Lüdenscheid – Die Pläne der Politik, Mitte Mai auch die Gastronomiebetriebe und Ende Mai die Hotels wieder öffnen zu lassen, sorgen für Erleichterung bei vielen Betreibern. Allerdings trüben fehlende Richtlinien vor allem in den Hotelbetrieben die Vorfreude.

Mate Renic vom Steakhaus am Piepersloh bezeichnet den Vorstoß der Landesregierung als einen Segen – vor allem für das Personal. Dank des Lieferservices und finanzieller Entlastungen über Steuerstundungen und staatliche Soforthilfen habe er Kurzarbeit in seinem Betrieb bislang vermeiden können. „Vier bis sechs Wochen schaffe ich so vielleicht noch“, so Renic. 

Den Steakhaus-Chef trifft die Absichtserklärung der Politik nicht unvorbereitet. „Wir haben uns schon angeschaut, wie die Kollegen in Österreich solche Lockerungen umsetzen und entsprechend umdisponiert.“ Der Familienbetrieb in Lüdenscheids Süden habe das Glück, auf viel Platz drinnen wie draußen zurückgreifen zu können, so dass Abstandsregelungen für ihn kein Problem darstellten. 

Coronavirus-Lockerungen im MK: "Schwieriger Spagat"

Konditor Norman Weßling vom gleichnamigen Café in der Oberstadt hingegen bezeichnet die Pläne als „schwierigen Spagat“, einerseits die Räume zu öffnen und andererseits mit reduzierter Gästezahl die Kosten für den laufenden Betrieb wieder einzuspielen. Weßling selbst hatte sein Geschäft Ende März vorzeitig in Betriebsferien geschickt. Nächste Woche Freitag will er die Produktion wieder aufnehmen. 

Wann und wie auch das Café wieder öffnet, mag er zurzeit noch nicht prophezeien. „Das hängt von den Auflagen ab“, wartet der Konditormeister ab und verweist auf einen unplanbaren Risikofaktor: Dass die Betriebe wieder aufmachen, heiße ja nicht, dass die Kunden auch kommen: „Bei uns geht es auch um Komfort und Atmosphäre.“ Und wie das bei strikten Regeln herzustellen sei, bleibe abzuwarten. 

„Die Stimmung ist gut“, sagt Willi Denecke fürs Café „Schröder’s“ an der Altenaer Straße . Die Platzzahl könnte um die Hälfte reduziert werden, die Bedienung der Gäste ausschließlich über die Theke erfolgen, an der natürlich auch Maskenpflicht herrschen soll und Abstandsregelungen gelten. Der Personaleinsatz wird zunächst reduziert, die Öffnungzeiten mit der 9 bis 18-Uhr-Regelung und dem geschlossenen Sonntag vorerst angepasst. Denecke ist zuversichtlich: „Wir wären startklar.“

 „Es nutzt ja auch nicht, wenn wir jetzt alles aufmachen, die Zahlen wieder ansteigen und wir dann alles wieder zumachen müssen.“ Ralf Schütze schaut pragmatisch auf den „Drei-Stufen-Plan“, mit dem Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen Tourismus und Gastgewerbe schrittweise wieder hochfahren wollen. Der Geschäftsführer des „Hotel Stadt Lüdenscheid“ beherbergt derzeit am Honseler Bruch eine Handvoll beruflich abgestiegener Gäste, zumeist Handwerker, in den 19 Zimmern. 

Für die Hoteliers ist „Abwarten“ das Gebot der Stunde. Die Unsicherheit nagt. „Ich habe zum Beispiel für rund 300 Euro einen Desinfektionsmittelständer bestellt. Aber da gibt’s ja Lieferzeiten. Und danach muss ich auf die Suche nach einem Großhändler gehen, der das Desinfektionsmittel liefert. Wie wollen Sie denn im Frühstücksraum ein Brötchen mit Schutzmaske essen?“, fragt Schütze. 

„Wir haben das auch gehört“, reagiert Angela Wolf (Hotel Mercure) eher verhalten auf den Öffnungsplan der drei Bundesländer, „aber wir glauben das erst, wenn’s soweit ist.“

Alle Informationen rund um das Coronavirus im MK

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