Er befindet sich derzeit in Santo Domingo

Coronavirus: Flüge gestoppt - Lüdenscheider sitzt in der Karibik fest

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Bei seiner Einreise mit dem Schiff in die Karibik entstand dieses Foto von Hans-Ulrich Dillmann.

Lüdenscheid/Santo Domingo – „Gerade ist hier in Santo Domingo die Sonne aufgegangen, es wird warm – mir geht‘s ganz gut.“ Der Lüdenscheider Hans-Ulrich Dillmann befindet sich derzeit in der Hauptstadt der Dominikanischen Republik. Und sitzt fest.

Seit November lebt er dort in seiner Wohnung. Der frühere Auslandskorrespondent war für diverse Medien tätig, pendelt nun als Rentner seit Jahren zwischen Santo Domingo und Lüdenscheid; die kalten deutschen Winter verbringt er in der Karibik. 

Anfang April sollte es mit dem Flugzeug zurück nach Deutschland gehen. Doch durch die Coronavirus-Pandemie wurden die Flugverbindungen gestoppt. Der 68-Jährige führte seitdem zahlreiche Telefonate, letztlich habe er nun die Bestätigung einer Fluggesellschaft aus Brüssel, dass er dorthin ausgeflogen werden soll. „Ich hoffe, dass ich von Brüssel aus mit dem Zug nach Deutschland komme“, sagt der 68-Jährige. „Es gibt zwar die Bestätigung, glauben kann ich das aber erst, wenn ich im Flieger sitze“. 

"Hätte mir bessere Informationen gewünscht"

Santo Domingo liege rund 250 Kilometer vom Haupttourismuszentrum der Dominikanischen Republik entfernt, telefonische Auskünfte gebe es nicht. „Ich hätte mir bessere Informationen auch von der deutschen Botschaft gewünscht – wer als Individualtourist reist und nicht von einem Reiseunternehmen betreut wird, hängt völlig in der Luft.“ Dillmanns Vorteil: „Ich spreche die Landessprache“, außerdem habe er persönliche Kontakte vor Ort, die ihm weiterhelfen konnten. 

Freunde in Deutschland hätten ihm angesichts des Infektionsverlaufs anfangs geraten, in Santo Domingo zu bleiben. Doch das sei keine Option. „Wie stark das Virus hier grassiert, weiß ich nicht, es gibt keine zuverlässigen Zahlen.“ 

Kapazitäten vieler Krankenhäuser am Limit

Erste Auswirkungen auf das öffentliche Leben spüre er auch in der Karibik: Einkaufswagen in Supermärkten werden desinfiziert, „am Sonntag waren Wahlen und es wurden Handschuhe und Schutzmasken ausgegeben. Die haben die Leute anschließend aber eher mit nach Hause genommen. Wie dynamisch die Erkrankung sein kann, ist hier noch nicht ganz angekommen“. 

Doch die Kapazitäten in den öffentlichen Krankenhäusern seien wohl schon am Limit. „Viele Menschen hier haben keine Krankenversicherung und sind auf die öffentlichen Krankenhäuser angewiesen. Man muss teils selbst Spritzen, Medikamente und Laken für die Betten mit ins Krankenhaus nehmen.“ 

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Die Versorgung in den privaten Krankenhäusern sei hervorragend – doch die müsse man sich leisten können. „Wenn man hier erkranken sollte, wäre die Versorgung ungemein teuer.“ Bis zum voraussichtlichen Rückflug nach Deutschland am Samstag gehe er nicht mehr viel raus, „Pläne, an den Strand zu gehen, sind gestrichen“, sagt Dillmann. „Ich bleibe zuhause und genieße den Ausblick von der Dachterrasse.“ Von der Karibik zum Märkischen Kreis - das Coronavirus ist Thema Nummer eins. Hier erfahren Sie die aktuellen Entwicklungen und Ausbreitung des Coronavirus in NRW.

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