Kunststoffinstitut setzt auf neue Lernstrategie

Coronavirus: Digitaler Schutz vor Ansteckung

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Volles Programm trotz leerer Reihen: Michael Krause (Kunststoff-Institut) setzt in Virus-Zeiten verstärkt auf E-Learning. Präsenzseminare gibt’s aber weiterhin.

Lüdenscheid - Man hätte sich einen anderen Praxisstart gewünscht, aber so hat das Kunststoffinstitut mit seiner in den vergangenen sechs Monaten entwickelten, digitalen Seminarführung auch die richtige Antwort auf die Sorge vor Ansteckung mit dem Coronavirus gefunden.

Dazu kommt: „Die Menschen reisen nicht mehr so viel“, sagt Michael Krause, als Geschäftsführer im Kunststoff-Institut mit Qualifizierung und Forschung betraut. Außerdem verzichteten Arbeitgeber ungern tagelang auf Mitarbeiter, und die Nachfrage nach individuellen Firmenschulungen steige. Der Trend, Inhalte digital zu vermitteln, sei da. 

An der Karolinenstraße will man darauf nun mit größtmöglicher Flexibilität reagieren. Rund 250 analoge Seminare bietet das Kunststoff-Institut für die mittelständische Wirtschaft (KIMW) an; 2019 wurden 135 vor Ort durchgeführt. 

Die Überlegungen, wie man zumindest einen Teil davon digital anbieten könne, führten unter anderem zu der Entwicklung von Grundlagen-Webinaren inklusive eines Wissenstests zum Abschluss. 

Auch ein Zertifikat als Nachweis über das Gelernte können Teilnehmer erhalten. Seminarinhalte werden aufgezeichnet, die Folien abrufbar gemacht, die Möglichkeit zum interaktiven Handeln besteht.

Dass die Auftragslage in der Industrie derzeit stellenweise als schwierig gilt, spiele normalerweise der Weiterbildung in die Hände, so Krause weiter. Darauf müsse man reagieren. Seit wenigen Tagen nun liege der erste komplette Digitalkursus zum Thema „Einstieg in die Spritzgießtechnik“ vor, der über die Kunststoff-Schule des Instituts abrufbar sei. „Wir haben angefangen, es zu vermarkten. Die Nachfrage ist wirklich gut.“

Die Vorarbeiten forderten ganz andere Seiten von den Technikern. Man habe ein Drehbuch schreiben müssen und gemeinsam mit einem Start-up-Unternehmen aus Münster an der Umsetzung gearbeitet. Der nächste Kursus – Werkzeuge/3D-Druck – ist in Planung. Der Vorteil der E-Learning-Methode sei, so Krause, dass der Teilnehmer selbst das Tempo bestimmen könne. Diese Seminare seien inhaltlich kompakter aufgebaut als Präsenz-Seminare: „Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Visualisierung der Inhalte zum Beispiel durch Videosequenzen, die im hauseigenen Technikum gedreht wurden.“

Und trotzdem: „Ein Seminar vor Ort ist immer empfehlenswert“, betont Krause. Doch eben hier spüre man die Zurückhaltung durch das Coronavirus: Man habe bereits erste Absagen von Referenten und Teilnehmern. Für die Seminare, die stattfinden, hat man sich daher besondere Maßnahmen überlegt: Kleinere Seminar- und Ausbildungsgruppen, doppelter Abstand zwischen Sitzplätzen und Sitzreihen, Handdesinfektionsständer sowie der Verzicht aufs Händeschütteln.

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