Diebstähle als Folge

Coronavirus: Große Mengen Desinfektionsmittel aus Klinikum verschwunden

Ein Leser machte dieses Foto in der Notaufnahme am vergangenen Wochenende. Der Desinfektionsmittelspender wurde komplett von der Wand gerissen. 

Lüdenscheid - Die Märkischen Kliniken in Lüdenscheid schränken die Besuchszeiten drastisch ein. Grund sind immer mehr Diebstähle von Desinfektionsmitteln seit Bekanntwerden der ersten Coronavirus-Fälle.  

  • Das Klinikum Lüdenscheid reagiert auf Diebstähle von Desinfektionsmitteln.
  • Die Besuchszeiten werden drastisch eingeschränkt.
  • Fassungslosigkeit wegen gedankenloser Diebe.

Wie Kliniksprecherin Corinna Schleifenbaum mitteilte, wird der Haupteingang ab sofort und bis auf Weiteres von 21 Uhr bis 5.15 Uhr am Morgen für Besucher geschlossen. Bislang war das Klinikum 24 Stunden rund um die Uhr zugänglich. 

Damit reagiert das größte Krankenhaus der Region auf die zunehmende Zahl von Diebstählen von Desinfektionsmitteln in Hellersen. Diese sind im Handel oder in Apotheken nahezu flächendeckend ausverkauft. 

Unbekannte stehlen systematisch Desinfektionsmittel im Klinikum

Seit Bekanntwerden der ersten Coronavirus-Fälle in Lüdenscheid in der vergangenen Woche war das Klinikum deshalb offensichtlich gezielt von Dieben aufgesucht worden, die systematisch Desinfektionsmittel aus den im ganzen Krankenhaus bereitgestellten Spendern klauten. 

"Das hat eine Dimension angenommen, die wir sehr bedenklich finden", sagt Corinna Schleifenbaum. Im Foyer und in den Toilettenräumen für Besucher verschwanden die Flaschen ebenso wie auf den Stationen. In der Notaufnahme wurde gleich ein ganzer Spender von der Wand gerissen

Die Märkischen Kliniken schränken die Besuchszeiten ein. Die Notaufnahme (Foto) ist aber weiterhin durchgehend geöffnet. 

"Auf einer Station wurden 21 Flaschen auf einmal gestohlen. Das sind solche Mengen, dass wir nicht davon ausgehen, dass es nicht für den Privatgebrauch ist", sagt die Kliniksprecherin. Sie vermutet, dass die Desinfektionsmittel bei Amazon oder Ebay zu überhöhten Preisen verkauft werden sollten. Zwischenzeitlich wurden Flaschen für Desinfektionsmittelspender dort für rund 80 Euro gehandelt. 

Schlecht einsehbare Desinfektionsmittel-Spender werden häufiger geleert

Die Klinikum-Mitarbeiter haben festgestellt, dass insbesondere die schlecht einsehbaren Desinfektionsmittel-Spender geleert wurden. Häufig wurde der Verlust am Morgen festgestellt, sodass die Klinikleitung davon ausgeht, dass die Diebe nachts aktiv waren. 

Die Einschränkung der Besuchszeiten ist dabei nur eine Maßnahme, um dem Problem zu begegnen. Zudem werden nicht mehr alle Spender nachgefüllt - insbesonderein den Besuchertoiletten bleiben die Spender leer. "Fürs gründliche Händewaschen und die Hygiene der Besucher reichen Wasser und Seife aus." 

In den sensiblen Bereichen, im Foyer, der Notaufnahme und auf den Stationen wird weiterhin Desinfektionsmittel bereitgestellt. Die Versorgung sei trotz der Diebstähle sichergestellt. "Ich bin ein Stück weit fassunglos. Wir brauchen das Desinfektionsmittel für die Patienten und die Besucher. Ich kann nicht verstehen, dass die Leute, die so etwas stehlen, nicht daran denken", sagt Corinna Schleifenbaum. 

Sie kündigte an, dass ab sofort jeder Diebstahl zur Anzeige gebracht werde. Die Abgabe der Desinfektionsmittel soll zudem streng kontrolliert werden. 

In Lüdenscheid gibt es bislang einen bestätigten Coronavirus-Fall. Auswirkungen hat die Sorge vor der Ausbreitung des Coronavirus auch auf die Supermärkte. Niedergelassene Ärzte klagen über fehlende Schutzausrüstung

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