Besuchsverbot in Lüdenscheid und Werdohl hält nicht ab

Coronavirus: Desinfektion-Diebe in Patientenzimmern - Kliniken im MK gehen letzten Schritt

Lüdenscheid – Die Märkischen Kliniken reagieren auf den anhaltenden Diebstahl von Desinfektionsmitteln in den Krankenhäusern in Lüdenscheid und Werdohl.

  • Die Märkischen Kliniken stellen vermehrt Diebstähle von Desinfektionsmitteln fest
  • Dabei gilt seit mehr als einer Woche ein Besuchsverbot
  • Als letzte Maßnahme wird die Klinikleitung nun in Patientenzimmern aktiv

Bereits vor vier Wochen waren die Desinfektionsmittelspender auf den Besuchertoiletten sowie in den öffentlichen Bereichen der Stationen in Lüdenscheid nicht mehr nachgefüllt worden, nachdem große Mengen an Desinfektionsmitteln aus dem Klinikum Lüdenscheid gestohlen worden waren

Coronavirus: Diebstähle von Desinfektionsmitteln in erheblichem Umfang

Jetzt bleibt Geschäftsführung, ärztlicher und pflegerischer Direktion nach eigener Darstellung auch in den Patientenzimmern keine andere Wahl mehr. „Nachdem in unseren Patientenzimmern in erheblichem Umfang die Desinfektionsmittel-Flaschen geleert oder gleich ganz entfernt wurden, waren wir jetzt leider gezwungen, diese abzubauen“, teilen die Märkischen Kliniken im täglichen Pandemie-Update mit.

Wegen des Coronavirus gilt in Lüdenscheid und Werdohl ein striktes Besuchsverbot

Die Diebstähle sind umso erstaunlicher, da bereits seit mehr als einer Woche ein striktes Besuchsverbot in den Kliniken gilt. Der Grund für die weitreichende Maßnahme sind die knappen Ressourcen an Desinfektionsmitteln. Zuletzt hatte ein Lüdenscheider Chemieunternehmen mit einer Sondergenehmigung Desinfektionsmittel hergestellt

Mit den aktuellen Lagerbeständen beziehungsweise bei der derzeitigen Liefersituation könne man „diesen Schwund nicht mehr ausgleichen“, heißt es aus dem Klinikum. 

Damit Ärzte und Pfleger die strengen Hygienerichtlinien in Corona-Zeiten dennoch einhalten können, werden sie ab sofort mit „Desinfektionsmittel to go“ (also zur Mitnahme) ausgestattet. Für Patienten reiche – laut Empfehlung des Robert-Koch-Instituts – gründliches Händewaschen mit Seife.

Derzeit werden elf Covid-19-Patienten in Lüdenscheid behandelt

Die Zahl der behandelten Covid-19-Patienten in Lüdenscheid erhöhte sich am Mittwoch auf elf. Davon befinden sich sechs auf der Intensivstation und fünf auf der Isolierstation. Ein Patient wurde gesund entlassen. Noch fünf Mitarbeiter befinden sich in Quarantäne - vier in Lüdenscheid, einer in Werdohl.

Zuletzt hatte ein Chefarzt einer Klinik im Märkischen Kreis vor Engpässen und knappen Ressourcen gewarnt - insbesondere bei Desinfektionsmitteln sind die Kapazitäten derzeit extrem knapp

Hier gibt es alle Nachrichten zum Coronavirus im Märkischen Kreis.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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