Aber: Noch nicht in jedem Fall ist die Lage klar

Konzerte, Kirmes, Bautz und Stadtfest - diese Veranstaltungen fallen wegen Corona aus

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Das Bautz-Festival wird in diesem Jahr nicht stattfinden: Alle Großveranstaltungen sind bis zum 31. August untersagt. Die Veranstalter suchen Lösungen.

Lüdenscheid – Alle Großveranstaltungen sind bis Ende August verboten. Definitiv davon betroffen ist das für den 28. und 29. August geplante Bautz-Festival im Nattenberg-Stadion. Doch ob andere Veranstaltungen vielleicht stattfinden dürfen, ist noch nicht in jedem Fall klar. Ein Überblick.

Denn geprüft werden muss dafür erst der Erlass der Landesregierung, „wir warten auf die Rechtsverordnung“, sagte Stadt-Sprecherin Marit Schulte am Donnerstagabend. 

Erst dann könnten Details geprüft werden, nähere Informationen soll es seitens der Stadt am heutigen Freitag geben. „Wir können bislang keine gesicherten Angaben machen und fischen noch im Trüben.“ 

Konzerte, Kirmes & Co. 

Vor der Corona-Krise wurde eine Großveranstaltung als solche definiert, wenn sich zeitgleich 5.000 Personen und mehr auf einem Gelände aufhielten. „Es kann aber gut sein, dass diese Definition wegen der Corona-Krise enger gefasst wird. In den ersten Wochen seit Corona wurde mal eine 1.000er-Grenze eingeführt, vielleicht wird das wieder angepasst“, sagte Schulte. 

Unklar war deshalb bis Donnerstagabend, ob Ausnahmen möglich sind. Darunter könnten beispielsweise kleine Konzerte des Kult-Park-Festivals fallen, das für Anfang August unter freiem Himmel geplant ist. Auch bezüglich des für Anfang Mai geplanten Street-Food-Festivals auf dem Sternplatz oder der Steinert-Kirmes im Mai könne die Stadt noch keine verlässlichen Aussagen treffen. Der Bürger-Schützen-Verein war bis Donnerstagabend nicht erreichbar. 

Offiziell verschoben ist dagegen die Oldtimer-Rallye des Lions Clubs Lüdenscheid-Lennetal. Und das „...schweren Herzens, weil daran nicht nur sehr viele Stunden der Vorbereitung, sondern auch soziale Activities in Form von Spenden an soziale Organisationen hängen“, teilten die Veranstalter mit. 

„Sie sollte im Mai stattfinden [...], wir haben sie verschoben auf den 9. Mai des kommenden Jahres und diese Verschiebung bereits allen Teilnehmern – wir hatten bereits 65 Anmeldungen – sowie allen Sponsoren mitgeteilt, die damit einverstanden sind. Deren Einverständnis werten wir als eine schöne Anerkennung der in der Vergangenheit geleisteten Aktionen.“ 

Bautz-Festival 

Das Bautz-Festival gilt mit mehr als 10.000 Besuchern auch nach ursprünglicher Definition als Großveranstaltung und ist somit abgesagt. André Westermann ist Geschäftsführer der Lüdenscheider Stadtmarketing GmbH, die das Festival in diesem Jahr zum zweiten Mal veranstaltet hätte. „Wir sind natürlich traurig, aber gleichzeitig auch froh, dass uns die Entscheidung nun abgenommen wurde“, sagte Westermann. 

Denn in den nächsten Wochen wäre die Werbung für das Festival gestartet, „wir hätten Plakate gedruckt, man gibt dann richtig Geld aus“. Nun gelte es, Perspektiven zu schaffen: „Wir prüfen jetzt Verträge mit den Künstlern, klären, wie wir mit den bereits verkauften Tickets verfahren werden – wir wollen Lösungen anbieten“, sagte Westermann. Denn die Veranstalter hoffen, die bisherigen Ergebnisse möglichst auf das Jahr 2021 projizieren zu können. 

„Der Vorteil ist: Wir haben jetzt Zeit. Wir müssen mit allen sprechen und das sind viele. Wir brauchen etwas Luft, können dann aber konkreter werden.“ Vor allem hofft Westermann, dass möglichst viele Sponsoren erhalten bleiben, sagte er. Zwar sei die Entscheidung „früh genug gefallen“, in Vorleistung sei man aber trotzdem gegangen. 

Coronavirus MK: Stadtfest-Planungen laufen

Die Planungen für das Stadtfest am 19. und 20. September laufen dagegen weiter: „Ich bin zwar skeptisch, ob es stattfinden wird“, sagte Westermann, „aber die Vorbereitungen sind bislang noch nicht entscheidend. 

Wir planen nicht leer – wenn das Stadtfest auf diese Weise nicht 2020 stattfinden kann, dann 2021“. Die Politik habe bislang früh genug informiert, „und darauf bauen wir auch weiterhin“. 

Bau-Messe 

Jürgen Bürschel plante als Veranstalter für den 25. und 26. April die Messe Bauen und Wohnen auf dem Loh. Plakate waren gedruckt, Werbung geschaltet – „auf den Kosten bleibt man natürlich sitzen“, sagte er. „Wir haben diesen Termin in Absprache mit den Ausstellern bereits auf den 15. und 16. August verschoben. Jetzt warten wir auf den Erlass der Landesregierung und sprechen dann mit der Stadt über eine mögliche Regelung.“ 

Für die Entscheidungen der Bundesregierung habe er Verständnis, sagte Bürschel. Absagen wolle man die Messe aber noch nicht, „wir behalten uns vor, sie in Absprache mit den Ausstellern noch einmal zu verschieben, aber das müssen wir sehen“. 

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Möglicherweise ändere sich die Erlasslage künftig für Messen, „wenn wir uns eventuell nur auf die Händler aus der Region beschränken, größere Abstände einhalten und die Besucherzahl halbieren – aber das wissen wir nicht“, sagte Bürschel. 

Die Aussteller seien betrübt, „für sie ist das mitunter das wichtigste Event des Jahres, sie generieren dort viele Aufträge“. Mitte nächster Woche, schätzt er, wisse man mehr. 

Firmenlauf 

Nächste Woche soll es auch eine Entscheidung über den geplanten und bereits auf den August verschobenen Firmenlauf geben: „Die AOK will bis dahin über ein einheitliches Vorgehen aller geplanten Läufe abstimmen“, sagte Turbo-Schnecken-Vorsitzende Brigitte Klein. Davon gebe es in NRW immerhin 16. Ob der Lauf verschoben oder abgesagt wird, entscheide sich voraussichtlich Montag.

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