Intensivstation am Klinikum Lüdenscheid

Arzt behandelt schwer kranke Covid-19-Patienten: "Diese Krankheit ist fürchterlich"

Coronavirus - Mögliche Extremsituation in Krankenhäusern
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Coronavirus: Das Klinikum Lüdenscheid bereitet sich auf den Ernstfall vor. (Symbolbild)

Lüdenscheid – Die Märkischen Kliniken bereiten sich auf den Ernstfall vor. In diesem Szenario müssen Ärzte und Pflegepersonal viele schwerkranke Covid-19-Patienten gleichzeitig versorgen.

  • Ärzte und Pflegepersonal im Klinikum Lüdenscheid bereiten sich wegen der Ausbreitung des Coronavirus auf den Ernstfall vor
  • Die Versorgung vieler schwer erkrankter Covid-19-Patienten stellt eine Herausforderung dar
  • Erste Patienten im Klinikum Lüdenscheid müssen künstlich beatmet werden

Im Märkischen Kreis kommt dem Klinikum Lüdenscheid dabei eine zentrale Bedeutung zu. Es gibt dort nicht nur die meisten Intensivbetten. Es ist auch das einzige Krankenhaus im Kreis, das über ein ECMO-Gerät zur Versorgung Schwersterkrankter verfügt. Zudem wurde dort eine Corona-Station eingerichtet.

Mehr als 150 Intensivbetten sollen in den nächsten Tagen in den Krankenhäusern im Märkischen Kreis bereitstehen. Unterschieden wird dabei nach Low-Care (nicht-invasive Beatmung) High-Care (Beatmungsplätze) und ECMO. Die Kliniken müssen ab sofort täglich die jeweilige Auslastung melden. Dafür wurde ein bundeseinheitliches Meldeverfahren eingeführt (Intensivregister der einzelnen Krankenhäuser, externer Link). Dadurch sollen freie Kapazitäten bei der Zuweisung von Covid-19-Patienten sichtbar werden. 

Letzte Chance bei Covid-19-Patienten: Sauerstoffversorgung außerhalb des Körpers

ECMO steht für extrakorporale Membran-Oxygenierung, also die Sauerstoffversorgung außerhalb des Körpers. Ein ECMO-Gerät wird eingesetzt, wenn die Lunge die Sauerstoffversorgung nicht mehr alleine leisten kann oder das Herz zu schwach ist, um genügend Blut zur Lunge zu transportieren, erklärt Prof. Dr. Thomas Uhlig, Klinikdirektor der Klinik für Anästhesie, Operative Intensivmedizin, Schmerztherapie und Rettungswesen. 

Ein ECMO-Gerät (rechts) ist die letzte Chance, einen Menschen am Leben zu halten. 

Die kleine Herz-Lungen-Maschine dient zudem der akuten Wiederbelebung, wird aber in den Kliniken nur sehr zurückhaltend eingesetzt – und das hat einen Grund, sagt Prof. Uhlig: „ECMO ist die letzte Chance, einen Menschen am Leben zu halten.“

Die Wahrscheinlichkeit, die Behandlung nicht zu überleben ist, sei relativ hoch. Statistisch gesehen überstehen drei von zehn Patienten die Sauerstoffanreicherung des Blutes. Gleichwohl gibt es Therapieerfolge bis hin zur vollständigen Genesung. 

Prof. Dr. Thomas Uhlig, Klinikdirektor der Klinik für Anästhesie, Operative Intensivmedizin, Schmerztherapie und Rettungswesen in den Märkischen Kliniken.

In NRW halten nur wenige Krankenhäuser ECMO-Geräte vor. Im Märkischen Kreis verfügt nur das Klinikum Lüdenscheid über diese Option zur Behandlung von Covid-19-Patienten. Bislang wurde das ECMO-Gerät in Lüdenscheid aber noch nicht eingesetzt.

Als Leiter der Intensivstation betreut und behandelt Prof. Uhlig mit seinem Team seit rund zwei Wochen schwer erkrankte Covid-19-Patienten. Aktuell werden in Hellersen acht Infizierte intensivmedizinisch betreut. Eine täglich große Herausforderung, die Ärzten und Pflegepersonal im Klinikum Lüdenscheid bei aller Professionalität im Umgang mit den Patienten nahegeht. Klinikdirektor Uhlig: „Ich kann Ihnen sagen: Diese Krankheit ist fürchterlich“.

Die Entwicklungen auf lokaler Ebene können Sie jederzeit im Coronavirus-Newsticker für den Märkischen Kreis verfolgen. 

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