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Coronahilfen im MK: Diese Branche bekam das meiste Geld

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Von: Willy Finke

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Mehr als 117 Millionen Euro flossen bisher in den Märkischen Kreis.
Mehr als 117 Millionen Euro flossen bisher in den Märkischen Kreis. © Andreas Rother

Genau 117 117 267 Euro aus sechs Corona-Hilfsprogrammen sind bisher laut einer Übersicht der Bezirksregierung Arnsberg in den Märkischen Kreis geflossen.

Lüdenscheid - Stichtag für die Erhebung war der 14. Oktober. Jeder dritte Euro kam dabei dem Gastgewerbe zugute.

Nach Lüdenscheid wurden insgesamt 31 043 397 Euro überwiesen. Zum Vergleich: Iserlohn bekam 25 113 615 Euro. Herscheid war mit 1 322 344 und Schalksmühle mit 2 372 597 Euro dabei.

Die Bundesregierung unterstützte zunächst Betriebe, Solo-Selbstständige, Vereine und andere Einrichtungen, die von den angeordneten Schließungen zur Bekämpfung der Pandemie ab dem 2. November 2020 betroffen waren, mit der außerordentlichen Wirtschaftshilfe („Novemberhilfe und Dezemberhilfe“). Die Antragsfrist endete am 30. Juli.

Dezemberhilfe

Nach Lüdenscheid flossen 4 618 584 Euro (MK gesamt: 16 430 706 Euro). Die Kommune mit der zweithöchsten Summe ist Iserlohn (4 070 210 Euro). Kreisweit wurden 89,8 Prozent der Anträge bewilligt – das sind 1139 – und das Geld ausgezahlt. 9,0 Prozent (114) sind noch in Bearbeitung, 1,2 Prozent (15) wurden zurückgezogen. 95,2 Prozent der beantragten Mittel haben die Empfänger erreicht.

Der Löwenanteil der Dezemberhilfe ging im Märkischen Kreis mit 9 050 893 Euro in die Gastronomie, gefolgt von „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ (3 382 011 Euro) und „Sonstige Dienstleistungen“ (1 257 845 Euro). Die Land- und Forstwirtschaft sowie das Baugewerbe gingen leer aus.

Novemberhilfe

Lüdenscheiderinnen und Lüdenscheider bekamen 4 571 031 Euro (MK gesamt: 14 952 053 Euro). Nach Iserlohn gingen 3 654 728 Euro.

Kreisweit wurden 96,14 Prozent der Anträge bewilligt – das sind 1197 – und das Geld ausgezahlt. 2,41 Prozent (30) sind noch in Bearbeitung, 1,45 Prozent (18) wurden zurückgezogen. 96,3 Prozent der beantragten Mittel haben die Empfänger erreicht.

Auch bei der Novemberhilfe floss kreisweit mit großem Abstand das meiste Geld in die Gastronomie, nämlich 8 595 938 Euro. Es folgten wiederum „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ (3 505 643 Euro) und „Sonstige Dienstleistungen“ (1 101 619 Euro).

Neustarthilfe

Die Neustarthilfe ermöglicht einen Zuschuss unabhängig von den Fixkosten. Sie unterstützt so gezielt Soloselbstständige, die wegen fehlender Fixkosten wie zum Beispiel Büromieten oder Leasingkosten nicht von der Überbrückungshilfe profitieren. Für den Zeitraum Januar bis Juni 2021 war die Neustarthilfe mit monatlich 1250 Euro vorgesehen, für den Zeitraum Juli bis Dezember 2021 sind es als „Neustarthilfe Plus“ 1500 Euro pro Monat. Insgesamt können betroffene Soloselbstständige damit für den gesamten Förderzeitraum bis zu 16 500 Euro Neustarthilfe erhalten, um nach der Krise wieder neu starten zu können.

Wichtig: Seit dem 14. Oktober können Anträge auf die „Neustarthilfe Plus“ gestellt werden.

Nach Lüdenscheid flossen bei der Neustarthilfe 740 889 Euro (MK gesamt: 4 353 213 Euro). Am meisten Geld ging nach Iserlohn (1 026 302 Euro). Kreisweit wurden 96,58 Prozent der Anträge bewilligt – das sind 706 – und das Geld ausgezahlt. 1,78 Prozent (13) sind noch in Bearbeitung, 1,64 Prozent (12) wurden zurückgezogen. 97,4 Prozent der beantragten Mittel haben die Empfänger erreicht.

Die Neustarthilfe kommt im Märkischen Kreis vor allem den Angehörigen „Sonstiger Dienstleistungen“ und den „Anderen Branchen“ mit 1 415 739 Euro zugute. Es folgen das Kfz-Gewerbe mit 528 109 Euro. „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ sind mit 404 042 Euro dabei.

Überbrückungshilfe I

Die Überbrückungshilfe I des Bundes wurde für die Monate Juni bis August 2020 ausgezahlt.

Nach Lüdenscheid flossen 1 121 768 Euro, das war der zweithöchste Betrag im Märkischen Kreis (MK gesamt: 5 958 859 Euro). Das meiste Geld (1 237 096 Euro) ging nach Iserlohn. Kreisweit wurden 87,48 Prozent der Anträge bewilligt – genau 524 – und das Geld ausgezahlt. 8,51 Prozent (51) wurden zurückgezogen und 4,01 Prozent (21) abgelehnt. 92,1 Prozent der beantragten Mittel haben die Empfänger erreicht.

Das meiste Geld floss im Märkischen Kreis mit 1 648 487 Euro in die „Sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“, gefolgt vom verarbeitenden Gewerbe mit 1 279 105 Euro und der Gastronomie (1 112 612 Euro).

Überbrückungshilfe II

Die Überbrückungshilfe II des Bundes wurde für die Monate September bis Dezember 2020 gezahlt.

Nach Lüdenscheid wurden für diesen Zeitraum 2 485 083 Euro überwiesen (Iserlohn: 2 762 264 Euro). Für den kompletten Märkischen Kreis gab es 12 602 328 Euro. Kreisweit wurden 94,17 Prozent (1050) der Anträge bewilligt und das Geld ausgezahlt. 4,66 Prozent (52) wurden zurückgezogen und 1,17 Prozent (13) abgelehnt. 91,2 Prozent der beantragten Mittel haben die Empfänger erreicht.

Von der Überbrückungshilfe II profitierten im Märkischen Kreis am stärksten die Angehörigen des Verarbeitenden Gewerbes (3 288 552 Euro), gefolgt vom Gastgewerbe (2 407 400 Euro). Die Sparte „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ bekam 1 002 137 Euro.

Überbrückungshilfe III

Die Überbrückungshilfe III des Bundes umfasst die Monate November 2020 bis Juni 2021. Mittlerweile wurde eine „Überbrückungshilfe III plus“ für Juli bis September 2021 aufgelegt, die auch die „Neustarthilfe Plus“ umfasst.

Für Lüdenscheid gab es 17 506 042 Euro, den höchsten Betrag im Märkischen Kreis (MK gesamt: 62 819 608 Euro). Iserlohn bekam 12 363 015 Euro. Kreisweit wurden 86,17 Prozent der Anträge bewilligt – das sind 1564 – und das Geld ausgezahlt. 11,57 Prozent (210) sind noch in Bearbeitung, 2,26 Prozent (41) wurden zurückgezogen. 75,1 Prozent der beantragten Mittel haben die Empfänger bisher erreicht.

Das meiste Geld floss im Märkischen Kreis mit sehr großem Abstand in das Gastgewerbe – nämlich 19 973 635 Euro. „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ wurden mit 10 415 090 Euro und das Verarbeitende Gewerbe mit 9 764 660 Euro bedacht.

Die Branchen

Am stärksten profitierte insgesamt gesehen das Gastgewerbe mit bisher kreisweit 40 630 848 Euro von der staatlichen Finanzhilfe. Der Bereich „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ bekam 19 067 195 Euro, und das Verarbeitende Gewerbe war mit 14 991 692 Euro dabei. Weitere Beispiele: „Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz“ 12 472 402 Euro und „Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen“ 2 304 348 Euro.

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