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Nachbarn beobachten Wettbüros im MK und rufen nach Corona-Kontrolle

Fast täglich erreichen die Ordnungshüter Hinweise von Bürgern auf das Treiben in oder vor den Wettbüros in Lüdenscheid. Während Gastronomie und Handel weitgehend geschlossen sind, läuft das Geschäft mit den Sportwetten weiter.

Angesichts der Schließung von nahezu allen Freizeit-, Gastro- und Vergnügungseinrichtungen im Lockdown kommen die geöffneten Wettannahmestellen dennoch vielen Lüdenscheidern spanisch vor. Sie melden der Corona-Streife geöffnete Türen, Kunden in den Wettbüros und davor und laufende Fernseher.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl 72.313 (Stand: 31.12.2019)

Nicht verboten: Wettbüro und Wettannahmestelle trotz Lockdown geöffnet

Was viele aber nicht wissen: Laut Coronaschutzverordnung NRW sind Wettbüros die einzigen Freizeit- und Vergnügungsstätten, die auch im Lockdown geöffnet sein dürfen. In §10 Abs. 1a ist geregelt: „In Wettannahmestellen, Wettbüros und so weiter ist nur die Entgegennahme der Spielscheine, Wetten und so weiter gestattet.“

Das Zeigen von Wettkämpfen auf den vielen Fernsehern in den Läden ist dabei nicht verboten. Laut aktueller Coronaschutzverordnung dürfen die Kunden die TV-Sendungen allerdings nicht in den Räumen mitverfolgen. Das Problem für die Kontrolleure: Wie lange das Abgeben eines Wettscheins dauern darf oder kann, ist nicht geregelt. Wer in dem Wettbüro angetroffen wird, behauptet einfach, dass er gerade seinen Wettschein abgibt oder abgegeben hat.

Verstöße in Wettbüros werden häufig gemeldet, sind aber nur schwer zu beweisen

Für die Mitarbeiter der Corona-Streife ist es daher kaum möglich, einen möglichen Verstoß rechtssicher zu beweisen. Folglich halten sie sich mit Sanktionierungen zurück. „Alle geöffneten Wettbüros werden regelmäßig kontrolliert. Dabei haben wir keine größeren Verstöße festgestellt“, sagt Stadtsprecherin Marit Schulte. Lediglich in einem Fall laufe in Lüdenscheid noch ein Bußgeldverfahren. Kunden hätten den Abstand im Wettbüro nicht eingehalten und keine Masken getragen.

Corona-Streife hat auch illegale Friseur-Aktivitäten im Blick

Hinweise gehen beim Ordnungsamt auch auf illegale Friseur-Aktivitäten in Lüdenscheid ein. Die vermeintlich neue Frisur ist für die Corona-Streife aber kein ausreichender Beleg. Salons werden teilweise verdeckt kontrolliert, ob nicht doch jemand dort zur Schere greift. Zocker-Hauptstadt im MK ist aber nicht Lüdenscheid, sondern eine Nachbarstadt.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/ Carsten Rehder

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