Das Geschäft vor dem Weihnachtsfest läuft an

Trotz Corona und ohne Weihnachtsmarkt: Lüdenscheider kaufen vor Ort

Süßwarenstand
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Mit Freude bei der Arbeit: Marco Hirschfeld ist froh darüber, dass er am Süßwarenstand im Stern-Center arbeiten kann.

Das Wetter an diesem Dezembertag in Lüdenscheid ist trist. Trist sieht auch der große Weihnachtsbaum aus, der in der Mitte des Sternplatzes steht. Nur ein wenig behangen, aber nicht wirklich prunkvoll. In den vergangenen Jahrzehnten war der Platz im Dezember fest in der Hand von Weihnachtsmarkt und Menschenmassen.

Lüdenscheid – In der Vergangenheit roch es im Dezember nach Reibekuchen, Lavendel, Kerzen, Tannenzweigen und Räuchermännchen und die Kinder tobten auf der Eisbahn am Rathausplatz. Dieses Jahr bleibt der Trubel aus – Corona macht der Vorfreude auf das Fest einen Strich durch die Rechnung.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl72.313 (Stand Januar 2020)

Fast ein wenig verloren stehen zwei einsame Buden auf dem Sternplatz. Der Duft von gebrannten Mandeln und frischem Popcorn liegt zumindest vor der Bude in der Luft. Die zwei Verkäuferinnen lächeln, wenngleich sie zugeben müssen, dass „die Stimmung natürlich eine andere ist als in den vergangenen Jahren.“ Dafür stellen sie fest, dass die Leute ihren Laden zielgerichteter ansteuern, und auch freundlicher sind.

Trotz Corona und ohne Weihnachtsmarkt: Vertrauen in die Stammkundschaft

In der Bude daneben verkauft Marita Langhoff-Suliani Holzschmuck aus dem Erzgebirge. Weihnachtsmänner, Engel oder Zwerge – das Angebot ist vielfältig. Für jeden Geschmack ist etwas dabei, auch wenn durch den Ausfall des Weihnachtsmarktes in diesem Jahr die Laufkundschaft wegfällt. „Wir vertrauen auf unser Stammpublikum, bislang läuft es auch ganz ordentlich“, sagt Langhoff-Suliani und freut sich, ihren Stand in dieser schwierigen Zeit überhaupt öffnen zu dürfen. Dafür hat sie reichlich Vorkehrungsmaßnahmen getroffen. In das Rondell dürfen nur zwei Kunden gleichzeitig, per Ampelschaltung wird der Zutritt geregelt. Sobald zwei Kunden im Geschäftsraum sind, springt die Ampel auf Rot.

Leuchtend und weihnachtlich: Marco Köhlers Auswahl an Weihnachtsdeko ist sehr vielfältig.

Ein paar Meter entfernt von den zwei kleinen Buden befindet sich das Bekleidungsgeschäft „Sinn“ an der Ecke des Sternplatzes. Entspannt und gelassen wirkt Geschäftsführer Wilhelm Schnieders, als er über das Weihnachtsgeschäft in Corona-Zeiten spricht. „Bei uns sind circa 15 Prozent weniger Kunden im Geschäft, aber wir haben denselben Umsatz erzielt wie im Vorjahr. Der November lief sehr gut und auch das Weihnachtsgeschäft läuft gut an. Die Lüdenscheider kaufen gerne vor Ort ein und unterstützen in der jetzigen Zeit auch dadurch den lokalen Handel.“

Trotz Corona und ohne Weihnachtsmarkt: Kunden kaufen zielorientierter

Darauf setzt auch Marco Köhler. Der Spaßmacher hat seinen, mit viel Weihnachtsdekoration ausgestatteten, „Schubidu-Stand“ im Untergeschoss-Mittelgang vom Stern-Center. „Die Kunden sind etwas kürzer angebunden, dafür kaufen sie aber zielorientierter ein. Es wirkt, als würden sie ihre Zeit besser nutzen wollen.“ Während Köhler diese Worte ausspricht, verkauft er fünf Weihnachtsgrußkarten an einen älteren Mann, der maximal eine Minute mit der Auswahl der Karten verbracht hat.

Viele Weihnachtsangebote im Repertoire: Die Mitarbeiterinnen Sylvia Kehnlein (links) und Domenika Sobh vom Blumengeschäft Jörning strahlen um die Wette.

Im Mittelgang des Erdgeschosses werden in Form von Schoko-Bananen, Schoko-Erdbeeren, Mohnherzen oder Fruchtgummischnüren im Mittelgang des Erdgeschosses weihnachtliche Süßwaren verkauft. Das strahlende Gesicht von Verkäufer Marco Hirschfeld ist trotz der Maske erkennbar.

Trotz Corona und ohne Weihnachtsmarkt: Blumengeschäft Jöning läuft gut

„Ich habe erst vergangene Woche erfahren, dass wir wieder einen Stand haben dürfen. Mich freut es wirklich sehr, das Angebot wird auch trotz Corona wieder gut angenommen“, sagt Hirschfeld, der ansonsten zu dieser Zeit auf dem Weihnachtsmarkt stets gebratene Mandeln verkauft hat. „Aber wir müssen es nehmen wie es ist. Hauptsache wir können überhaupt etwas anbieten.“

Ein reichliches Weihnachtsangebot hat wie eh und je das Blumengeschäft Jörning am Karussellplatz. „Es läuft wirklich super bei uns. Vor allen Dingen meckern die Leute weniger als zuvor. Wir sind wirklich sehr zufrieden.“, sagt Verkäuferin Domenika Sobh.

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