Katz- und Maus-Spiel: Mitarbeiter berichten über ihre Erfahrungen

Corona-Hotspot: So kontrolliert das Ordnungsamt

Das Ordnungsamt führte im 2020 weniger herkömmliche Kontrollen durch als im Jahr zuvor. Hauptgrund war die Arbeitsbelastung durch die Corona-Maßnahmen.
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Symbolbild

Sie ist an sieben Tagen in der Woche von morgen bis abends im Stadtgebiet unterwegs, um die Einhaltung der Corona-Schutzverordnung zu kontrollieren. Dabei hat die Corona-Streife auch mit Problemen zu kämpfen.

Lüdenscheid - Die Suche der Verantwortlichen nach Ursachen für die rasante Entwicklung der Corona-Inzidenz in der Kreisstadt – gestern lag sie bei 207 – dauert an. Bürgermeister Sebastian Wagemeyer kritisiert in einer Stellungnahme „diejenigen, die sich nicht an die Corona-Regeln halten“ und fordert ein „rasches Umdenken“.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohner72.313 (31. Dez. 2019)

Corona-Hotspot: So kontrolliert das Ordnungsamt in Lüdenscheid

Gleichzeitig weist der Bürgermeister Vorwürfe zurück, nach denen die Stadt in der Pandemie „zu wenig“ unternehme. „Wo wir Zugriff haben und etwas im öffentlichen Raum tun können, tun wir das auch. Wir stehlen uns da nicht aus der Verantwortung.“

Der Pressesprecher der Stadtverwaltung, Sven Prillwitz, erläutert auf Anfrage konkrete Maßnahmen des Ordnungsamtes. Danach besteht die Corona-Streife aktuell aus „sechs Mitarbeitern, die jeweils zu zweit und an sieben Wochentagen in der Zeit von 7 bis 21 Uhr im gesamten Stadtgebiet unterwegs sind“. Kontrollschwerpunkte seien die Rathaustreppen, der Platanenhain und der Brunnen auf dem Sternplatz. Zusammen mit der Polizei finden verstärkt Überprüfungen an den Bushaltestellen am Sauerfeld statt.

Über weitere „Problemstellen“ in der Stadt gibt das Ordnungsamt keine Auskunft. Wie jedoch zu erfahren war, liegen mehrere Schwerpunkte entlang der Werdohler Straße. Auf der „Meile“ zwischen der Einmündung Humboldtstraße und dem Kluser Platz sind auch im Lockdown zahlreiche Imbissbetriebe, Kioske und Wettbüros geöffnet. An den „bekannten Stellen“, teilt Prillwitz mit, tauchen die Streifen häufiger auf.

Kontrollen im Corona-Hotspot Lüdenscheid: Problem besteht in „Katz- und Maus-Spielen“

Der Stadtpressesprecher weiter: „Ein Problem besteht in sogenannten Katz-und-Maus-Spielen. Sobald das Ordnungsamt auftaucht und Menschen bei Verstößen erwischen kann, zerstreuen sich Menschenansammlungen, werden Masken aufgesetzt und Abstände eingehalten oder flüchten Menschen scharenweise. Selbst Beschäftigte in Zivil werden erkannt. Für das Ordnungsamt ist das eine extrem unbefriedigende, zeit- und personalintensive Angelegenheit, denn Menschen, die gegen die Corona-Regeln verstoßen, müssen in flagranti erwischt werden.“

Lüdenscheider, die in Quarantäne sind, werden nach Auskunft aus dem Rathaus „in regelmäßigen Abständen, aber zu unterschiedlichen Zeiten kontrolliert“. Bei den Quarantäne-Kontrollen greife das Ordnungsamt seit mehreren Monaten auf Hilfe aus anderen Fachdiensten der Verwaltung zurück.

Treffpunkte, an denen illegale Partys im öffentlichen Raum steigen, sind dem Ordnungsamt laut Prillwitz „derzeit nicht bekannt“. Immer wieder werde das Ordnungsamt zwar auf leere Flaschen oder Fast-Food-Müll von möglichen Partys hingewiesen. „Aber tatsächliche Schwerpunkte, die regelmäßige nächtliche Kontrollen rechtfertigen, ergeben sich daraus nicht.“ Über kollektive Trinkgelage am Bahnhof äußert sich die Stadt nicht.

Kontrollen im Corona-Hotspot Lüdenscheid: Bußgelder in Höhe von mehr als 128.000 Euro verhängt

Seit Beginn der Einschränkungen durch die Corona- Pandemie haben die Kontrolleure Buß- und Verwarngelder in Höhe von 128 811 Euro verhängt. Allein in den Wochen seit Februar wurden laut Stadtverwaltung 31 Bußgelder erlassen – davon 17 wegen illegaler Partys, acht wegen unerlaubter Ansammlungen und drei wegen Quarantäneverstoßes.

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