Nach 40 Jahren ist Schluss

"Corona gab uns den Rest": Fleischerei Geier schließt Traditionsladen

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Die Fleischerei Geier schließt ihre Filiale Am Knapp. Nach 40 Jahren endet damit eine Ära. Der Betrieb des Fachgeschäfts habe sich an diesem Standort nicht mehr gelohnt, sagt Geschäftsführerin Simone Geier.

Lüdenscheid - „Corona hat uns den Rest gegeben“, sagt Simone Geier, Geschäftsführerin der Fleischerei Geier. Aber Corona allein gab nicht den Ausschlag, dass sich am kommenden Samstag nach 40 Jahren die Türen der Filiale an der Knapper Straße für immer schließen.

„Es sind viele Faktoren, die hierbei eine Rolle spielen“, sagt sie. Etwa, dass das Unternehmen rund 250 000 Euro hätte in die Hand nehmen müssen, um den kleinen Traditionsladen zu modernisieren. Doch in Zeiten wie diesen wollen Ausgaben in dieser Größenordnung gut überlegt sein. 

So sieht es auch Simone Geier, die nun vor allem den Stammsitz an der Kalve in ein ruhiges Fahrwasser bringen möchte. „Ich trage die Verantwortung für 60 Festangestellte und 20 Aushilfen“, sagt sie. „Unser Unternehmen gibt es seit 1787, und das möchte ich nicht gefährden.“ Mit all ihrer Kraft und vor allem Herz kämpft die Chefin um den Fortbestand des Familienunternehmens. 

Ab der kommenden Woche möchte sie einen Schritt in Richtung Normalität gehen und an der Kalve die Plätze für den Mittagstisch wieder öffnen. „Wie das genau gehen soll, weiß ich nicht“, meint sie und erzählt von den umfangreichen Hygienemaßnahmen, die dafür notwendig sind. „Es ist eine schlimme Zeit. Ich weiß nicht, wie das für die Zukunft weitergehen soll?“ 

Zehn Angestellte musste Simone Geier in den vergangenen Wochen in Kurzarbeit schicken. Die ausbleibenden Aufträge aus der Gastronomie haben der Fleischerei schwer zugesetzt. Veranstaltungen finden nicht statt, Kantinen blieben geschlossen, Restaurants kämpfen um jeden Gast, und der Lauf der Kunden habe sich einfach verändert, stellt Simone Geier fest. „Viele Familien haben gerade weniger Geld zur Verfügung, und dann wird auch weniger Fleisch gegessen“, sagt sie. 

Auch wenn für die Filiale an der Knapper Straße am Samstag Schluss ist, will die Firmenchefin nicht resignieren. Denn mittelfristig schwebt ihr durchaus eine weitere neue Filiale vor, die ähnlich gestaltet werden könnte, wie der Stammsitz an der Kalve. „Das geht natürlich nicht auf 50 Quadratmetern“, sagt Geier. „Wir suchen ein attraktives größeres Objekt Richtung Lüdenscheid Nord mit Parkplätzen direkt vor der Tür“, erzählt sie. Ein umfangreiches Sortiment an Fleisch- und Wurstwaren soll es dort dann ebenso geben wie einen Mittagstisch und hochwertige Wohnaccessoires. Wenn alles passt, kann sich Geier sogar vorstellen, dort eine Grillakademie zu etablieren. 

Bis es allerdings soweit ist, sucht sie nach einem geeigneten Grundstück. „Für Ideen, wo sich so etwas realisieren lässt, bin ich immer offen."

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