Corona: Reinigungsintervalle in Schulen in MK-Stadt erhöht - das wird teuer

+
Symbolbild

Lüdenscheid - Die Corona-Pandemie belastet den städtischen Haushalt weiter. Stadtkämmerer Dr. Karl Heinz Blasweiler wird den Rat am kommenden Montag in der letzten Sitzung der laufenden Legislaturperiode um die überplanmäßige Bewilligung von 870.000 Euro bitten.

Damit sollen Mehrkosten für die intensivere Reinigung nach Corona-Standards in öffentlichen Gebäuden finanziert werden. Im Haushaltsplan für dieses Jahr hatte die Verwaltung für die übliche Standardreinigung von Verwaltungsgebäuden, Schulen oder Feuerwehrgerätehäusern einen Betrag von 2,1 Millionen Euro veranschlagt. 

Laut Beschlussvorlage haben die zuständigen Bundes- und Landesbehörden die Intensität der Gebäudereinigung „deutlich erhöht“. So sollen Infektionsrisiken und die Ansteckungs- und Ausbreitungsgefahr reduziert werden. 

Zum Teil verdoppelt 

Bislang haben die Beschäftigten der mit der Reinigung beauftragten externen Firmen die Büros und Besprechungsräume in Verwaltungsgebäuden einmal pro Woche geputzt. Nach Corona-Standard muss dies nun zweimal wöchentlich passieren. 

In Schulen waren die Putzkräfte je nach Nutzung der Räume bis zu fünfmal pro Woche tätig, Klassenzimmer wurden rechnerisch zweieinhalbmal in der Woche sauber gemacht. Der neue Plan sieht hingegen eine „werktägliche Reinigung aller Räume, Sanitäreinrichtungen und Verkehrsflächen“ – also etwa Flure – vor. Hinzu kommt eine Desinfektion aller Kontaktflächen an fünf Tagen pro Woche. 

In Turnhallen bleibt es zwar, abhängig von der Intensität der Nutzung, auch unter Corona-Standards bei fünf Reinigungstagen pro Woche. Zusätzlich werden dort nun an fünf Tagen alle Kontaktflächen desinfiziert. 

Dasselbe gilt für Kindertageseinrichtungen. Je nach Nutzung der Räume sind die Reinigungskräfte in der Feuer- und Rettungswache am Dukatenweg bis zu siebenmal pro Woche ans Werk gegangen. Nach behördlichen Auflagen ist nun eine tägliche Säuberung und zweimal am Tag eine Desinfektion fällig. 

Während die Feuerwehrgerätehäuser der ehrenamtlichen Kräfte bislang einmal pro Woche dran waren, ist die Reinigung nach Corona-Standard nun auch dort werktäglich erforderlich, inklusive Desinfektion der Kontaktflächen. 

Wie Stadtkämmerer Dr. Blasweiler in der Beschlussvorlage an den Rat schreibt, ist noch unklar, wie sich der Aufwand und damit der Geldbedarf für die Reinigung öffentlicher Gebäude weiter entwickelt. Das hänge vom Verlauf der Pandemie ab. 

Ein neues Loch sollen die aktuellen Maßnahmen aber nicht in die Stadtkasse reißen. Die überplanmäßige Ausgabe von 870 000 Euro könne durch „außerordentliche Erträge in entsprechender Höhe“ im Haushalt 2020 gedeckt werden, so Blasweiler. 

„Reiner Buchungsvorgang“ 

Konkret handelt es sich bei der Mehrausgabe laut Stadtpressesprecher Sven Prillwitz um einen „reinen Buchungsvorgang“, der keine anderen Haushaltsposten belasten wird. Möglich wird das durch das „Gesetz zur Isolierung der aus der Covid-19-Pandemie folgenden Belastungen in den kommunalen Haushalten“. 

Danach ist es der Stadt möglich, die Ausgabe über einen Zeitraum von 50 Jahren abzuschreiben. Die Frist soll erst im Jahr 2024 beginnen, so dass der Mehraufwand spätestens im Jahre 2074 getilgt wäre.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare