„Click and Meet and Test“ beim Handel fällt weg

Neue Corona-Schutzverordnung: Diese Regeln gelten ab jetzt im MK 

wirtshaus budde
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Rolf Berg und Petra Heller vom Wirtshaus Budde freuen sich, dass sie die Außengastronomie öffnen dürfen.

Am Freitag, 28. Mai, tritt die neue Coronaschutzverordnung des Landes NRW in Kraft, deren Schutzmaßnahmen in drei Inzidenzklassen unterteilt sind. Der Märkische Kreis, der am Donnerstag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 58,3 Neuninfizierten pro 100 000 Einwohner aufwies, befindet sich damit zunächst in der Inzidenzstufe 3.

Lüdenscheid – Im besten Fall am kommenden Freitag, 4. Juni, könnten im Kreis dann erstmals die Regelungen der Stufe 2 gelten und damit die nächsten Lockerungen kommen. Folgende Regeln gelten bis dahin in Lüdenscheid.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl 72.313 (Stand: 31.12.2019)

Für den Einzelhandel gibt es in der neuen Coronaschutzverordnung der Stufe 3 zwei entscheidende Änderungen. Das Konzept „Click and Meet and Test“ fällt weg, zum Shopping ist fortan kein beglaubigter Corona-Test mehr vonnöten. „Ich begrüße diese Änderungen sehr. Das ist ein positives Zeichen“, sagt Daniel Dalsasso, Manager des Stern-Centers. „Die Händler freuen sich auf ihre Kunden.“ Das Testcenter, das sich seit Anfang des Monats im Obergeschoss des Centers befindet, wird weiterlaufen.

Ab heute gilt die neue Corona-Schutzverordnung: Stimmen von Gastronomie, Kultur und Handel

Für die Gastroszene ändert sich in der Inzidenzstufe 3 vorerst nichts. Deswegen hofft Jürgen Wigginghaus von Nanni’s Kirchhahn darauf, dass die Inzidenzstufe 2 möglichst bald erreicht wird. Der Unterschied: Während bei Stufe 3 für die Außengastronomie noch ein Test vonnöten ist, fällt dieser in Stufe 2 weg. Zudem besteht die Möglichkeit, die Innengastronomie mit Test und Platzpflicht zu öffnen. Wigginghaus setzt derzeit aber mehr auf seinen Biergarten.

„Die Leute haben in geschlossenen Räumen noch mehr Ängste, dass sie sich anstecken könnten.“ Deswegen hofft der Wirt auf gutes Wetter in den kommenden Wochen und Monaten („Der Wettergott sollte schon mitspielen“), damit möglichst viele Biergarten-Anhänger bei Erreichen der Inzidenzstufe 2 Nanni’s Kirchhahn aufsuchen, denn: „Ich glaube nicht, dass jede Person, die spontan Lust auf Bier und Frikadelle hat, sich vorher testen möchte.“

Auch die Veranstalter des Stadtstrands Mamanuca brennen darauf, bald die Lüdenscheider bewirten zu können. Das Konzept, heimischen Gastronomen und Künstlern eine Plattform zu bieten, bleibt unverändert. Startschuss für dieses Jahr soll das erste Juni-Wochenende sein. „Wir klopfen die Rahmenbedingungen derzeit mit allen Partnern ab. Aber unser Ziel ist es, an diesem Zeitplan festzuhalten“, sagt Mitorganisator Phillip Nieland.

Ab heute gilt die neue Corona-Schutzverordnung: Sinfoniekonzert nur mit Schutzkonzept

Hoffnung auf das Sinfoniekonzert am Sonntag, 6. Juni, hatte man sich im Kulturhaus schon gemacht. Das Schutzkonzept müsse jetzt aber an die Verordnung angepasst werden, sagt der technische Leiter Thomas Biedebach: „Das Orchester steht bereit!“ Die Philharmonie Südwestfalen will „Night of the Proms“ mit dem Dirigenten Russell Harris spielen. Die Veranstaltung soll zweigeteilt werden. Die erste Vorstellung beginnt um 15.30 Uhr, die zweite um 18.30 Uhr. Die Abonnenten bekommen ihre Tickets in der nächsten Woche, Restkarten sind ab Dienstag an der Theaterkasse zu haben.

Erlaubt ist ab sofort auch der Besuch im Kino. Allerdings: Alle fünf Kino- und Verleihverbände haben sich dafür ausgesprochen, eine Wiedereröffnung der Kinos zum 1. Juli anzustreben. Nur wenn alle Kinos bundesweit die Chance haben, zeitnah gemeinsam zu öffnen, können Verleiher überhaupt neue Filme starten und den Filmtheatern damit ihre wirtschaftliche Grundlage zurückbringen, heißt es. Zur Öffnung bis zum 1. Juli sind bereits erste Filmstarts terminiert, zum Beispiel Fast & Furious 9, Nomadland (Oscar-Gewinner) und Black Widow. „Wenn wir öffnen, gibt’s keine Unterstützung mehr. Für den Kostenapparat ist sei es positiver, geschlossen zu lassen als vor zehn Gästen zu spielen. Mit dem derzeitigen Angebot an Filmen auf dem Markt „kriege ich meine Säle nicht voll“, hoffte Filmpalast-Betreiber André Lubba immer auf eine gemeinsame Planung.

Ab heute gilt die neue Corona-Schutzverordnung: Musikschule optimistisch, aber kritisch

„Wir halten uns jetzt erst einmal daran, was wir bislang durften: die Schulabschlüsse zu Ende bringen und Integrationskurse auf den Weg bringen“, sagt Michael Tschöke, Leiter der Volkshochschule. Man sei optimistisch, aber kritisch sieht Tschöke die drei „G“: „Die Überprüfung der Getesteten, Geimpften und Genesenen – wie viel Personal sollen wir denn dafür abstellen?“ Der VHS-Leiter geht davon aus, dass sich bis zu den Ferien nichts ändern wird. Ansonsten werde man intern Empfehlungen an die Verwaltung erarbeiten und auf eine Entscheidung seitens der Stadt warten.

Für Musikschüler gibt es in der neuen Coronaschutzverordnung in der Stufe 3 eine Verschärfung. Denn sie müssen wie alle Teilnehmer öffentlicher, kirchlicher und privater Bildungsangebote für den Unterricht in geschlossenen Räumen einen negativen Coronatest nachweisen. Dabei ist dies laut Kreis über einen offiziellen Schnelltest, aber auch einen durchgeführten Selbsttest vor Ort möglich

Die Hoffnung, möglichst bald die Inzidenzstufe 2 zu erreichen, ist bei Friedrich Schmidt-Werthmann groß. Denn dann darf der Bäder-Chef der Stadtwerke wieder Badegäste im Freizeitbad am Nattenberg willkommen heißen. „Wir bereiten uns darauf vor und werden zum 1. Juni auch alle Mitarbeiter aus der Kurzarbeit holen, um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Deswegen hoffen wir natürlich, dass die Inzidenzwerte möglichst schnell sinken und auch stabil unten bleiben. Sobald wir die Möglichkeit haben, werden wir öffnen“, sagt Schmidt-Werthmann.

Ganz so schnell wird es in Sachen Öffnung beim Saunadorf nicht gehen. Zur Erklärung: Saunen dürfen bei Erreichen der zweiten Inzidenzstufe ebenfalls öffnen. „Da agieren wir etwas zurückhaltender, denn drei Wochen nach der Öffnung mussten wir im vergangenen Jahr wieder schließen. Zumal in den warmen Monaten die Nachfrage im Saunabereich nicht so hoch ist“, sagt der Bäder-Chef.

Ab heute gilt die neue Corona-Schutzverordnung: Stadtfest fällt flach

Genau vier Wochen ist es her, da sagte die Stadtverwaltung das beliebte Stadtfest erneut ab. Zu hoch waren die Inzidenzzahlen. Die neue Corona-Schutzverordnung stellt Großveranstaltungen nun wieder in Aussicht – und so liefen auch bei André Westermann, Geschäftsführer des Lüdenscheider Stadtmarketings, in den vergangenen Tagen die Telefone heiß. „Dass die Lockerungen jetzt so schnell kommen würden, damit hatte kaum jemand gerechnet.“ Nun seien, bei aller Vorsicht, wieder Ideen und Aktivitäten spürbar.

„Natürlich gab es auch Anfragen zum Stadtfest, aber das bekommen wir nicht mehr hin. Dafür ist ein größerer Vorlauf nötig, nicht zuletzt für die Vereine“, macht Westermann deutlich. Hinzukomme, dass man sich auf Hygienebeschränkungen, beschränkte Teilnehmerzahlen etc. einstellen müsste – Dinge, die ein Stadtfest anders machten als man es kenne. „Bei so einem Fest geht es doch auch um Spaß – und der würde unter diesen Umständen auf der Strecke bleiben“, ist Westermann überzeugt.

Nichtsdestoweniger gebe es bereits zahlreiche Überlegungen sowie Gespräche, welche Veranstaltungen für den Sommer sowie den Rest des Jahres zu realisieren sind. „Da bekommen wir auf jeden Fall etwas hin“, verweist der LSM-Geschäftsführer auf Formate, die bereits im vergangenen Jahr gut funktioniert hätten, sei es der Stadtstrand, der Biergarten an der Hohen Steinert, Kult-Park-Konzerte und andere. „Das ist alles gut angekommen.“

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