Corona-Neustart: Gymnasiasten und Gesamtschüler im MK kehren in die Schulen zurück

+
Die Klassen wurden in drei Gruppen aufgeteilt, damit im Klassenraum zwischen den Schülern genügend Abstand eingehalten werden kann – sowohl seitlich, als auch nach vorne und hinten.

Lüdenscheid - An den Gymnasien und der Gesamtschule begann am Montag der Präsenz-unterricht für die restlichen Jahrgangsstufen. Den Anfang machten die Fünftklässler. Die Schulleiter des Zeppelin-Gymnasiums, Sebastian Wagemeyer, und der Adolf-Reichwein-Gesamtschule, Frank Bisterfeld, berichten, wie vorbildlich sich die jüngsten Schüler verhalten haben.

„Die Schüler waren sehr diszipliniert“, lobte Sebastian Wagemeyer. Vorbildlich seien alle mit Maske erschienen und fanden sich am Sammelpunkt für ihre Unterrichtsgruppe auf dem Schulhof ein. Graffitikünstler Yves Thomé hatte im Vorfeld Schilder für die Treffpunkte gestaltet.

Das Verhalten der jüngeren Schüler sei auch besser als das der älteren. „Im Gebäude funktioniert es gut, auf dem Schulhof muss man die Q1 und Q2 manchmal daran erinnern, Abstand zu halten“, sagt Sebastian Wagemeyer. Er könne das Bedürfnis der Schüler, sich auszutauschen, allerdings nachvollziehen, nachdem diese sich wochenlang nicht gesehen haben oder auch nach den Abiturprüfungen.

Durch das rollierende System werden die Schüler der Sekundarstufe 1 drei Mal bis zu den Sommerferien in der Schule unterrichtet. Die Schüler der Q1 erscheinen jeden Tag. „Wir sind räumlich und personell an der Grenze“, sagt Wagemeyer. Da die Größe der Lerngruppe von der Raumgröße abhängig ist, reiche es oft nicht eine Klasse zu teilen. Fast alle wurden gedrittelt. Zu den Klassen der Sekundarstufe 1 und der Q1 kommt die Notgruppe, die stetig wächst. Zu Beginn der Coronakrise reichte die Betreuung eines Lehrers, mittlerweile sind zwei nötig und sollten noch mehr Schüler die Betreuung benötigen, ein dritter. Insgesamt 48 Lehrer können derzeit unterrichten, sieben gehören der Risikogruppe an und geben daher keinen Präsenzunterricht.

Coronavirus im MK: Neustart an Gymnasien und Gesamtschulen

Im Schulgebäude wurde mit Absperrband eine Einbahnregelung ausgewiesen und im Gebäude sowie auf dem Schulhof gilt Maskenpflicht – nur während des Unterrichts ist Schülern und Lehrern freigestellt, ob sie den Mund-Nase-Schutz tragen. Zudem sind die Tische in den Klassenräumen nummeriert und es wird eine Anwesenheitsliste mit Sitzplan erstellt. Da die Mensa noch geschlossen bleiben muss, gibt es einen Außenverkauf des Kiosks.

„Die Coronamaßnahmen sind mehr Aufwand, als ein gesamtes Schuljahr zu organisieren“, sagt Wagemeyer. Dazu gehört auch die Inbetriebnahme der Lernplattform IServ vor einigen Wochen. Zum einen erschwerte der Datenschutz das online Bereitstellen von Material und Digitalisierung bedeute nicht nur die Ausstattung der Schüler, sondern auch der Lehrer. Diese müssen während des Homeschoolings jedoch auf ihre Privatgeräte zurückgreifen.

„Ich bin gespannt, was uns nach den Sommerferien erwartet“, sagt Sebastian Wagemeyer. Bisher gebe es dazu keine Informationen des Schulministeriums und er rechnet damit, dass dies auch noch einige Zeit dauern wird.

Auf mehr Normalität nach den Ferien hofft auch Frank Bisterfeld, Schulleiter der Adolf-Reichwein-Gesamtschule. Die Lehrer bereiteten ebenfalls das Schulgebäude für den Schulbetrieb im rollierenden System vor. Im gesamten Gebäude wurden Markierungen angebracht, die nicht nur den Weg weisen, sondern auch den Abstand von 1,50 Meter verdeutlichen. Den Anfang machten auch hier gestern die Fünftklässler. „Es hat sehr gut geklappt. Und wir Lehrer haben uns wahnsinnig auf unsere Schüler gefreut. Schule ohne Kinder ist nicht schön“, sagt Frank Bisterfeld.

Die jüngeren Schüler hätten die Regeln genauso gut umgesetzt wie zuvor die Älteren. „Wir hatten bisher nicht eine Störung“, sagt der Schulleiter. Dazu trage auch bei, dass auf jeder Etage und auf jedem Flur eine Aufsicht postiert ist. Für den Schulweg wünscht sich der Schulleiter jedoch Besserung. „Ich würde mir wünschen, dass auch da der Abstand eingehalten wird und die Eltern noch einmal mit ihren Kindern sprechen“, fügt Bisterfeld hinzu.

Die Klassen aller Jahrgänge werden in zwei Gruppen geteilt. Der erste Unterricht findet zudem zeitversetzt statt, damit die Schüler zuerst lernen, sich richtig zu verhalten. Genutzt werden die zwölf Klassenräume im B-Turm, da die übrigen Klassenräume zu klein seien. „Dann müssten wir die Klassen sogar in drei Gruppen einteilen“, sagt Bisterfeld. Jeder Jahrgang besucht bis zu den Sommerferien drei Mal die Schule, nur für die Fünftklässler sind es vier Termine. Beim letzten Schulbesuch werden die Zeugnisse mitgegeben.

Der Abiturjahrgang der Gesamtschule erhält die Zeugnisse hingegen am letzten Schultag mit Abstand und aufgeteilt in zwei Gruppen – eine in der Sporthalle und die andere in der Mensa.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare