Inzidenz null

Corona-Lockerungen im MK: Aufatmen ohne Maskenpflicht

Im Stern Center gilt weiterhin die Maskenpflicht, die Personenzahlbeschränkungen in den einzelnen Läden fallen weg.
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Im Stern Center gilt weiterhin die Maskenpflicht, aber die Personenzahlbeschränkungen in den einzelnen Läden fallen weg.

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis liegt seit mehr als fünf Werktagen unter 10. Gemäß der ab heute gültigen Coronaschutzverordnung des Landes greifen somit im Kreisgebiet weitreichende Lockerungen.

Lüdenscheid – Unter anderem entfallen die Kontaktbeschränkungen. Auch die Einhaltung des Mindestabstands zu anderen Personen wird weitgehend nur noch empfohlen.

Quer durch die Branchen der Händler und Dienstleister in Lüdenscheid ist ein erleichtertes Aufatmen zu hören – aber auch ungebrochene Vorsicht und Zurückhaltung. Das Risiko, in die vierte Welle zu geraten, ist für Behörden und Wirtschaft offenbar gleichermaßen unwägbar.

Friseursalons

„Meine Mitarbeiter und ich werden mehrheitlich entscheiden, ob wir mit oder ohne Maske arbeiten“, sagt Anja Göckeler, Inhaberin von Haarmoden Anja an der Grabenstraße. Eine weitere Option sei, dass sich die Mitarbeiter täglich testen lassen und den Kunden anbieten, ohne Maske zu arbeiten. „Das haben wir aber noch nicht besprochen“, sagt Göckeler.

Im Salon Gaby schräg gegenüber werden die Friseure ihre Masken zunächst weiterhin tragen, sagt Inhaberin Gaby Boese. „Den älteren Kunden werden wir aber anbieten, ihre Maske abzunehmen.“ Höhere Semester hätten beim Atmen deutlich mehr Probleme, sagt Boese. „Das ist eine enorme Erleichterung.“

Gastronomie

Im So-Ho an der Grabenstraße begrüßt Inhaber Nikolaus Pavidis die Lockerungen. „Wenn es erlaubt ist, dann nehmen wir alle die Masken ab“, sagt er.

Für die Diskothek Saitensprung im Rathausplatz kommt eine Wiederöffnung am heutigen Freitag zu früh. „Das ist uns definitiv zu kurzfristig“, sagt Betreiber Armin Klose. Er sei aktuell mit der Stadt in Kontakt, da ein Hygienekonzept erarbeitet werden muss. „Im Optimalfall können wir am nächsten Wochenende aufmachen.“ Klose weist aber darauf hin, dass die Inzidenz schnell wieder den Wert zehn übersteigen könne. „Dann ist eine Wiedereröffnung sowieso hinfällig.“

Gastronom Thomas Jacob vom Biergarten auf dem Schützenplatz Hohe Steinert stört sich an der Ad-Hoc-Entscheidung des Landes: „In so kurzer Zeit kann das doch niemand vorbereiten.“ Positiv sei, wenn es so kommt wie geplant, dass die Kontaktverfolgung der Gäste wegfällt. „Das ist eine logistische Erleichterung, auch wenn es mit Einführung der Luca-App deutlich einfacher geworden ist“, sagt der Biergartenbetreiber.

Auf Masken bei den Gästen möchte Thomas Jacob zumindest bei der Getränkeausgabe nicht verzichten. „Wenn alle in der Schlange anstehen, können die Abstände nicht eingehalten werden.“

Museen und Galerien

„Bei uns sind Masken weiterhin gern gesehen“, sagt Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen, auch mt Blick auf die öffentliche Sonntagsführung. Auch die Beschränkung der Personenzahl für öffentliche Führung bleibt vorerst bei 20 Besuchern. Das gelte auch für die benachbarten Museen.

Für die Besucher der Museen des Märkischen Kreises ist die Maskenpflicht noch nicht Vergangenheit. In der Burg Altena, dem Deutschen Drahtmuseum und der Luisenhütte in Balve-Wocklum bedeutet die Inzidenzstufe 0, dass zwar alle Bereiche ab Freitag wieder zu den üblichen Zeiten geöffnet sind.

In allen drei Museen müssen jedoch weiterhin medizinische Masken getragen und der Mindestabstand beachtet werden, teilt der Sprecher der Kreisverwaltung, Alexander Bange, mit.

Wochenmarkt

Bei der örtlichen Umsetzung der Vorschriften orientiert sich die Stadtverwaltung an der Coronaschutzverordnung des Landes, sagt Pressesprecher Sven Prillwitz. Für den mittwochs und samstags auf dem Rathausplatz stattfindenden Wochenmarkt gilt demnach ab sofort die Aufhebung der allgemeinen Maskenpflicht. „Auch in einer Warteschlange vor einem Marktstand muss keine Schutzmaske getragen werden.“

Zwar ist der Mund-Nasen-Schutz damit unter freiem Himmel in der ganzen Stadt kein Muss mehr. Doch die Stadtverwaltung spricht die Empfehlung aus, die Hygieneregeln auf dem Wochenmarkt weiter zu beachten – und empfiehlt auch das Tragen von Schutzmasken, wenn es vor den Verkaufsständen allzu eng wird.

Einzelhandel

Die Händler dürfen ab heute wieder Kunden in beliebiger Anzahl gleichzeitig in ihren Geschäften bedienen. Damit entfällt die Warterei vor der Ladentür und die Kontrolle durch Verkäuferinnen, die bislang die Einhaltung der Personenbegrenzung überwachen und Kunden an der Tür als „Einlassdamen“ begrüßen mussten.

Die knapp 100 Shops im Stern-Center sind ebenso wieder ohne Quadratmeter- und Kundenzählerei frei zugänglich. Das gilt übrigens nicht nur für die Geschäfte, sondern für das ganze Einkaufszentrum, auch für die sogenannten Malls oder die Treppenhäuser – allerdings gilt die Maskenpflicht weiter. Stern-Center-Manager Daniel Dalsasso bringt es auf den Punkt: „Ganz einfach! Überall, wo ein Dach drüber ist, müssen Masken getragen werden.“

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