Corona-Lockdown: Für Tätowierer im MK wird es "richtig eng"

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Auch Dirk Schwarz wartet in seinem Tattoostudio an der Worthkreuzung auf die Wiedereröffnung.

Lüdenscheid - Die Branche der Tätowierer wartet weiter. Während etwa Friseure seit Montag wieder arbeiten dürfen oder der Einzelhandel langsam Fahrt aufnimmt, bleiben die sieben Lüdenscheider Tattoostudios bislang von Lockerungen ausgenommen.

Die „Stecher“ sehen sich offenbar benachteiligt. 

Der Bundesverband Tattoo schreibt dazu auf seiner Homepage unter anderem: „Aufgrund des Umstandes, dass in den kommenden Tagen weitreichende politische Entscheidungen darüber anstehen, ob und in welcher Reichweite Wirtschaftsunternehmen ihren Betrieb wieder aufnehmen dürfen, möchten wir verhindern, dass in diesem Zusammenhang unsere Branche unter der Vielzahl der zu berücksichtigenden Unternehmenszweige aus dem Blick gerät.“ 

Nach Auffassung des Verbandes „spricht relativ viel dafür, Tattoostudios – unter gewissen Auflagen – eine Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit jedenfalls dann zu ermöglichen, wenn auch den ersten sonstigen Wirtschaftsunternehmen Entsprechendes gewährt wird“. 

Inzwischen ist die Lage der Körperkünstler „sehr kritisch“, wie Sem Keuchen vom „House of Tattoo“ an der Thünenstraße sagt. Er habe bei der Landesregierung zwar Soforthilfe beantragt, „aber es ist noch nichts gekommen“. 

Die Tatsache, dass er mit Gast-Tätowierern zusammenarbeitet und keine festen Mitarbeiter beschäftigt, habe ihn bislang durchhalten lassen, so Sem Keuchen. „Aber noch so einen Monat darf es nicht geben, dann ist es vorbei!“ 

Auch der Lüdenscheider Frank Rehle vom „Old Style Tattoo“ an der Volmestraße in Brügge wartet noch vergeblich auf die Soforthilfe. „Ich hab’s beantragt, aber es ist noch nichts da.“ Die Kosten für Miete und Nebenkosten für sein Studio laufen weiter, Einkünfte nicht. 

Rehle: „Das Tattoostudio ist mein Haupterwerb, langsam wird’s richtig eng.“ Für den erfahrenen Tätowierer könnte es nach seinen Worten sofort weitergehen, auch unter Einhaltung aller Hygienevorschriften.“ Mundschutz und Handschuhe seien doch sowieso Pflicht, so Rehle. „Das würden wir alles hinkriegen.“ 

Der Bundesverband Tattoo zählt zu seinen Hauptzielen die Etablierung von bundesweit einheitlichen Arbeits- und Hygienestandards.

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