Volle Reservierungsbücher

Corona-Lockdown sorgt für Ansturm auf Lüdenscheider Restaurants

Mate Renic (rechts) und sein Vater Toni vom Steakhaus Piepersloh in Lüdenscheid
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Steakhaus-Boss Mate Renic (rechts) und sein Vater Toni bereiten sich auf den Lockdown vor – und wollen die Zeit des Stillstands in der Gastronomie für umfangreiche Sanierungen nutzen.

Alle Hoffnungen waren vergebens, alle Vorbereitungen auf noch strengere Hygienevorschriften in Kneipen und Restaurant für die Katz’: Vor dem Hintergrund der steigenden Infektionsraten steht den Gastronomen der zweite Lockdown im Coronajahr 2020 bevor.

Viele Gäste in Lüdenscheid nutzen jetzt offenbar noch die letzte Gelegenheit, sich am Wochenende bewirten zu lassen. Am Mittwoch setzte der Ansturm auf die Reservierungslisten ein, bevor es am Sonntagabend heißt: „Letzte Bestellung, bitte!“

Das Telefon stand nicht mehr still“

Marcus Kaufmann vom Restaurant Heerwiese sagt, direkt nach der Rede der Bundeskanzlerin „stand das Telefon nicht mehr still“. Innerhalb von zwei Stunden waren alle Tische für Freitag, Samstag und Sonntag ausgebucht.

Kaufmann hat auf seinen knapp 180 Quadratmetern Platz für gerade einmal 50 Gäste. „Die Tisch stehen teilweise auf drei bis vier Meter Abstand.“ Doch die Vorsichtsmaßnahmen reichten den Verantwortlichen offenbar nicht aus.

Das ärgert den Gastwirt von der Heerwiese. „Wir haben alles organisiert, wir haben investiert und auf Umsätze verzichtet und uns peinlich genau an alle Vorgaben gehalten. Und jetzt wird gesagt: Danke, ihr dürft schließen.“

Nach Kaufmanns Prognose werden die Infektionszahlen in den nächsten Wochen kaum sinken. „Anfang Dezember werden sie dann sehen: Es lag nicht an der Gastronomie.“

„Der Lockdown spielt uns in die Karten“

Im Steakhaus Piepersloh gab es in den zurückliegenden Wochen zunächst Stornierungen von größeren Gruppen, dafür reservieren nun viele Paare oder kleine Familien einen Tisch. Inhaber Mate Renic glaubt: „Das Thema Corona wird uns noch für ein paar Jahre erhalten bleiben.“

Und kündigt für die Zeit des Lockdowns umfangreiche Sanierungen seines Lokals an, um es dauerhaft coronasicher zu machen. „Momentan spielt uns der Lockdown in die Karten. Wir ziehen stabile Wände aus Sicherheitsglas ein und lassen Kernbohrungen in die Außenmauern setzen, um die Belüftung zu optimieren. Dafür haben wir jetzt Zeit.“ Die Gäste sollen sich laut Renic auch nach der akuten Phase „jederzeit sicher fühlen“.

Reservierungsbuch wird stündlich voller

Auch im italienischen Restaurant La Torre an der Südstraße wird das Reservierungsbuch fürs Wochenende stündlich voller. Nur noch ganz wenige Plätze sind am Wochenende im Restaurant Plaka an der Altenaer Straße zu kriegen.

Chef Milias Kostas, der unter Beachtung aller Regeln rund 70 Gäste gleichzeitig bewirten kann, sagt: „Die Gäste bleiben nicht mehr so lange wie früher. Deshalb kann es sein, dass wir auch zwischendurch mal einen Tisch neu besetzen können.“

Ein ähnliches Bild zeigt sich im Castello, Restaurant in der Schützenhalle Loh. Chefin Vanessa Bucci berichtet: „Seit Mittwochabend klingelt ununterbrochen das Telefon.“ Nur wenige der 36 Plätze seien noch zu haben.

LSM will Gastwirten bei Soforthilfen unterstützen

Ob für Renovierung, coronasichere Ausstattung oder einfach nur zur Überbrückung der wirtschaftlich schwierigen Zeit: Die Lüdenscheider Stadtmarketing (LSM) GmbH will den Gastwirten der Kreisstadt in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung helfen, Soforthilfen bei der Bundesregierung zu beantragen.

„Da brauchen einige bestimmt Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen“, so LSM-Chef André Westermann. Anfragen nimmt die LSM unter der Rufnummer 97 46 92 3 entgegen.

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