Besucher dürfen nicht mehr ins Krankenhaus

Trotz Corona: Bewegende Botschaft für besonderen Patienten im Klinikum

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Max (17) und Valeria Klette (22) machten einem besonderen Menschen eine Freude. 

Lüdenscheid – Mit einem Besucherstopp in ihren Krankenhäusern in Lüdenscheid und Werdohl wollen die Märkischen Kliniken die dynamische Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen. Das hielt die Enkel nicht ab. 

  • Die Märkischen Kliniken haben ein generelles Besuchsverbot erlassen
  • Damit soll die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden
  • Zwei Enkel ließen sich davon aber nicht abhalten und hatten eine Idee

Alle Nebeneingänge und auch die Drehflügeltür am Haupteingang in Hellersen sind verschlossen. Ein beauftragtes Sicherheitsunternehmen kontrolliert die einzige geöffnete Tür am Hauptportal. Für Besucher gibt es kein Durchkommen. 

Christa Klette muss nach Komplikationen länger im Klinikum Lüdenscheid bleiben

Christa Klette hätte am Samstag eigentlich schon wieder zu Hause sein sollen. Doch nach einem Standardeingriff Anfang der Woche traten leichte Komplikationen auf. Ein paar Tage später stand fest: Ihren 84. Geburtstag würde Christa Klette im Krankenbett feiern müssen – durch das Besuchsverbot ohne die Familie. 

Ein harter Schlag für die Seniorin, ihren Sohn Andreas und seine Frau Helga und die Enkel Valeria (22) und Max (17), die eine Tasche mit Geburtstagsgeschenken gepackt hatten und sie der Oma überbringen wollten. 

Enkelin Valeria (22) hat eine Inspiration - im Keller wird sie fündig

Als auch das nicht klappte, hatte Valeria eine Inspiration. „Wir haben Tapete aus dem Keller geholt und die blaue Wandfarbe“, erinnert sich Vater Andreas Klette an die Aktion seiner Kinder. Die Raufaser-Rolle wurde im Wohnzimmer ausgelegt, Valeria nahm den breiten Pinsel und malte in fetten Buchstaben eine Grußbotschaft für die Oma aufs Papier. „Alles Liebe zum Geburtstag.“ 

Das Originalbild, vom Fenster aus geschossen. 

Am Samstag war es dann so weit. Mit der beschrifteten Tapetenrolle unterm Arm näherten sich Vater und Tochter dem Klinikum Hellersen. An einer gut einsehbaren Stelle postierten sie sich und ihre Botschaft und riefen die Oma an. 

Am Geburtstag kommt der Anruf: Oma, komm einmal ans Fenster!

Sie möge doch einmal aus dem Fenster schauen, riefen die Verwandten ihr durchs Handy zu. Als Christa Klette die Geburtstags-Botschaft der Familie entdeckt, ist sie überwältigt. „Meine Mutter war zu Tränen gerührt. Sie ist sehr stolz auf ihre Enkel, das bedeutete ihr sehr, sehr viel“, weiß Sohn Andreas. 

Andreas Klette teilt das Foto bei Facebook - mit der Resonanz hätte er nicht gerechnet

Die Bettnachbarin begleitete das Geburtstagskind zum Fenster und schoss das Foto von dem ungewöhnlichen Geburtstagsgruß in Corona-Zeiten. Per Whatsapp erhielt Andreas Klette das Foto und postete es im sozialen Netzwerk Facebook in der Gruppe „Du bist Lüdenscheider, wenn...“. Dazu schrieb der Familienvater: „Besondere Umstände bedürfen besonderer Aktionen. Oma hat Geburtstag und liegt im Klinikum. Da Besuchsverbot, dann eben so.“ 

Innerhalb weniger Stunden wurde der Beitrag hundertfach gelikt – als Symbol für Kreativität, Liebe, Nähe und Familienzusammenhalt. „Es gibt eine Lösung für jedes Problem – und sei es noch so groß“, sagt Andreas Klette. 

Großer Dank an das Pflegepersonal - "zwischenmenschlich herausragend"

Der 55-Jährige hofft, dass seine Mutter schnell gesund wird und das Krankenhaus bald wieder verlassen darf. Schon jetzt dankt er dem Pflegepersonal der Station 1.5, das trotz der für alle belastenden Situation nicht nur medizinisch, sondern auch zwischenmenschlich Herausragendes leisteten, um die Patienten bei Laune zu halten. 

Zuletzt haben die Märkischen Kliniken mehr Platz für Intensivbetten in Lüdenscheid und Werdohl geschaffen. Keine Neuigkeit aus dem Märkischen Kreis mehr verpassen - mit unserem Newsticker zum Coronavirus

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