Die Betreiber lassen sich allerhand einfallen

Corona-Krise im Kino: Nachos mit Käse zum Mitnehmen

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Stammkunden halten „ihrem Park-Theater“ die Treue – und kaufen regelmäßig Nachos für ihren Heimkino-Abend.

Lüdenscheid – Filme zeigen dürfen die Kinos zwar wegen der Corona-Krise nicht, Snacks zum Mitnehmen für den heimischen Filmabend verkaufen, aber schon. Und das Angebot kommt an.

Die Stammkundschaft lässt das Park-Theater nicht im Stich. „Aktuell kommen so zehn bis zwölf Leute, um unser Popcorn und unsere Nachos für ihren Heimkino-Abend zu kaufen. Das ist die Fan-Base, Nachos mit Käsesauce sind der Hit“, sagt Robert Schütte, Betreiber des Kinos an der Parkstraße. 

Auch er und sein Team sind gezwungen, ungewöhnliche Wege zu gehen, um das Überleben zu sichern, „ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Betriebskosten bleiben ja die gleichen.“ Alles wäre anders lösbar gewesen, findet der Kinobetreiber, der für zwei weitere Kinos in Dortmund und Meschede verantwortlich ist: „Da zahle ich Pacht. Das kriegt man auch mit einem staatlichen Zuschuss nicht hin. Man hätte ja auch Plätze zwischen den Besuchern frei lassen können.“ 

"Schwierige Zeiten erfordern kreative Maßnahmen“

Man sei natürlich mit allen im Gespräch, aber eine Stundung der Kosten sei nur eine Verschiebung: „Man weiß ja auch nicht, wie lange das dauert!“ Sieben Tage in der Woche werden nun Online-Gutscheine und Leckereien außer Haus verkauft – „schwierige Zeiten erfordern kreative Maßnahmen“. 

Immer wieder würden Anfragen der treuen Kundschaft kommen, wie man das Kino in dieser schwierigen Phase weiter unterstützen kann, heißt es über die Social-Media-Plattformen: „Wir möchten euch euren Heimkinoabend versüßen und bieten ab sofort täglich in der Zeit von 15 bis 20 unser hauseigenes Popcorn, unsere beliebten Nachos mit Dip und weitere Snacks aus unserem Sortiment zum Mitnehmen an.“ 

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Da die Sicherheit der Gäste und auch die des eigenen Teams wichtig ist, gibt es Regeln beim Popcorn- und Nacho-Verkauf. „Wir haben extra draußen eine Klingel anbringen lassen“, so Schütte. Unter den Stammgästen sei einer, der jeden Abend Nachos mit doppelt Käse und Japalenos ordert. 

Vor der Tür muss gewartet werden, bis der Gast hinein gebeten wird. Das Foyer darf nur einzeln betreten werden. An der Linie warten, Bestellung aufgeben, das Foyer wird über einen separaten Ausgang verlassen. Schütte achtet sehr darauf, dass die Regeln eingehalten werden: „Wir wollen uns ja schließlich kein Eigentor schießen hier. Das Team hat eine Menge Ideen, aber das muss vorher rechtlich abgeklärt sein. Wir wollen uns ja nicht das Ordnungsamt herholen.“ 

Die erzwungene Freizeit nutzt man im Park-Theater mit einer Grundreinigung oder auch der Pflege der Außenanlagen. Allein die Pflege des Parkplatzes koste mehrere tausend Euro im Jahr, sagt der Kino-Betreiber. Eine neue LED-Beleuchtung würde installiert, „damit an dem Tag, an dem wir wieder aufmachen können, alles schön ist für die Gäste.“

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