Pergamon-Zentrum

Corona-Krise als Chance: Fitnessstudio zieht in neues Ärztehaus im MK

Mann im Rohbau vor Phänomenta
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400 Quadratmeter Trainingsfläche mit Blick auf den Phänomenta-Turm: Sebastian Ignatzek eröffnet im Pergamon-Zentrum im März das Injoy Lüdenscheid.

Im neuen Pergamon-Zentrum am Lüdenscheider Bahnhof wird es nicht nur Ärzte geben - die oberste Etage gehört einem Fitnessstudio. Hier verwirklicht Sebastian Ignatzek sich seinen Traum.

Lüdenscheid – Der Himmel ist grau an diesem Vormittag, der Regen prasselt, aus dem schönen Schnee ist Schneematsch geworden. Kein Tag, um die schöne Aussicht zu genießen. Dabei könnte man dies so gut in der obersten Etage des neuen Pergamon-Zentrums am Bahnhof. In alle Richtungen lockt ein weiter Blick durch die großen Glasfronten der 400-Quadratmeter-Fläche, in der ab März Sport getrieben werden soll. Die Bergstadt liegt dem Sporttreibenden hier zu Füßen. An diesem Ort also soll schon bald ein modernes kleines Fitness-Studio entstehen – das Injoy Lüdenscheid.

Für Sebastian Ignatzek wird es das zweite Standbein sein. Der Lüdenscheider betreibt seit Jahren erfolgreich den Injoy-Standort Schalksmühle. An der Volmestraße ist das Fitness-Studio mit angrenzender Tennis-, Badminton- und Squash-Halle in Ignatzeks Zeit von 400 auf 1300 Mitglieder gewachsen. Eine ganz andere Dimension als im neuen „Boutique-Studio“ am Lüdenscheider Bahnhof. „Leider haben wir im Corona-Jahr nun 100 Mitglieder verloren“, sagt Ignatzek über seinen ersten Standort, „dass man so viele Mitglieder im Jahr verliert, ist relativ normal, aber wir haben durch die Pandemie viel weniger neue als üblich dazu gewonnen. Das ist das Problem.“

Ignatzek, den alle nur Gypsi nennen, könnte nun klagen und jammern über den Lockdown und die verlorenen Monate. Den Fitness-Studios geht es durch den Lockdown dieser Tage landauf, landab nicht gut. Doch er hat schon so viel geklagt und gejammert. Heute soll es um das neue Injoy gehen, da überwiegen beim Betreiber trotz aller Probleme, die die Zeit mit sich bringt, Euphorie und Vorfreude. Schließlich soll im März ein Traum in Erfüllung gehen – der Traum Ignatzeks, in seiner Stadt ein eigenes Studio zu betreiben. „Die Grundidee war: Ich bin Lüdenscheider und in Lüdenscheider Studios groß geworden“, sagt er, „und natürlich wollte ich immer schon mal was in Lüdenscheid machen.“

Fitnessstudio zieht in neues Ärztehaus im MK

Dann kam Dr. Dimitrios Panteloglou auf Ignatzek zu. Panteloglou hatte im Injoy in Schalksmühle den einen oder anderen Vortrag gehalten, man kannte und schätzte sich. Nun stand der Allgemeinmediziner vom Sternplatz davor, sich mit dem Pergamon-Zentrum seinen persönlichen Traum zu verwirklichen. Ein Traum, der in seiner Gesamtheit mit Leben gefüllt werden musste. Wenn Panteloglou, der im Neubau an der Bahnhofsallee im Erdgeschoss seine Praxis betreiben wird, seinen Patienten nun Sport für die Gesundheit empfehlen will, dann hat er den Weg zu diesem potenziellen Sportangebot im Haus: Vorbei an der Außenstelle der Berglandklinik in der zweiten Etage, an Zahnärztin Dr. Martina Buchheister in der dritten und vierten Etage hinauf unters Dach. Hinauf ins Injoy. So hatte es sich Panteloglou gewünscht.

Sebastian Ignatzek schaut in den grauen Himmel auf den benachbarten Phänomenta-Turm, daneben aufs Finanzamt. Die Handwerker stellen in seinem Rücken gerade den Boden fertig für die quadratische Fläche, auf der der moderne E-Gym-Zirkel entstehen soll – noch eine Generation weiter als in Schalksmühle, genauso wie angrenzend der E-Flex-Zirkel, den es im Volmeort noch nicht digital gibt, sondern mit Geräten aus Holz.

Das Pergamon-Zentrum an der Bahnhofsallee: Der Neubau sieht von außen schon schmuck aus, im Inneren wird dieser Tage noch hart gearbeitet.

„100 Prozent digital. Die Prämisse ist: Hier gibt es das Kerngeschäft“, sagt Ignatzek, „Muskeltraining, Beweglichkeitstraining, aber keine Ausdauergeräte. Das Training soll für den Trainierenden gut in den Alltag integrierbar sein. 45 Minuten, fertig. Kurze, schnelle Einheiten.“ Das geht sogar in zentraler Stadtlage in der Mittagspause. Die Zielgruppe? Keine Hochleistungssportler wie die Handballer in Schalksmühle, sagt der Betreiber. Eher Leute, die wenig Zeit haben, aber trotzdem etwas für ihre Gesundheit tun wollen – vielleicht auch deshalb, weil schon eine Vorerkrankung da ist.

Die Gerätelieferung habe ich schon dreimal verschoben, weil der Fahrstuhl noch nicht läuft. Natürlich ist es ärgerlich, dass im Moment nichts planbar ist: Wann geht es los und unter welchen Voraussetzungen...

Sebastian Ignatzek (Fitness-Studio-Betreiber)

Ignatzek betont den ganzheitlichen Ansatz. Die unmittelbare Nähe zu Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen. Um das Angebot vollends zu ergänzen, befindet sich im Boutique-Studio eine physiotherapeutische Praxis, die bei entsprechenden Beschwerden zur Beratung direkt mit einbezogen werden kann. Hierfür hat Ignatzek Jolie Schmitz gewonnen. Sie wechselt aus Halver in die Bergstadt, soll zur einen Hälfte das neue Studio leiten, zur anderen Hälfte ihr Physiotherapie-Angebot betreuen.

Daneben setzt Ignatzek, der in der Startphase selbst als Trainer vor Ort sein will, auf die Mitarbeiter des Injoy aus Schalksmühle. Auf Leihbasis werden diese in Lüdenscheid die Sportler betreuen. Ein eingespieltes Team.

Der Ausfall im Januar und Februar tut besonders weh

Und die Sportler? Werden sie auch beide Studios nutzen können? „Es wird eine Möglichkeit geben zu switchen“, sagt der doppelte Chef, „aber nicht unbegrenzt. Grundsätzlich dürfen Injoy-Mitglieder zwölfmal im Jahr in einem anderen Injoy-Studio trainieren. Daneben soll es eine Split-Mitgliedschaft geben für diejenigen, die mal hier und mal da trainieren wollen.“ Nötig ist eine solche, weil die Studios betriebswirtschaftlich getrennt bleiben sollen.

Seit Oktober läuft die Mitgliederwerbung für den neuen Standort, der nach ursprünglicher Planung bereits im Januar hatte eröffnet werden sollen. Aber die Pandemie verbietet den Sport dieser Tage ohnehin. Und die Pandemie hat auch die Abläufe beim Neubau verzögert. „Die Gerätelieferung habe ich schon dreimal verschoben, weil der Fahrstuhl noch nicht läuft“, sagt Ignatzek, „natürlich ist es ärgerlich, dass im Moment nichts planbar ist: Wann geht es los und unter welchen Voraussetzungen...“ Ein Start im Januar oder Februar wäre optimal gewesen, denn in diesen Monaten generieren Fitness-Studios die meisten Neukunden.

Blick aufs Finanzamt und die Bahnhofsallee: Sebastian Ignatzek auf dem Balkon des neuen Injoy-Studios.

20 bis 30 potenzielle Mitglieder hat Ignatzek schon auf seiner Liste stehen. Die Leute sind interessiert. Ihm ist nicht bange. Der Top-Standort, das Ambiente, das ganzheitliche Konzept. Es wird werden. „Es gibt Studios dieser Größe mit 800 bis 1000 Mitgliedern“, sagt der Geschäftsführer und Trainer, „bei 200 bis 300 Mitgliedern ist hier der Break-even-Point erreicht. Ich wäre zufrieden, wenn wir irgendwann 500 Mitglieder hätten. Was wehtut, das ist, dass ich die guten ersten Monate des Jahres nicht mitnehmen kann.“

Ignatzek hält inne, dann sagt er: „Krisen bergen ja tatsächlich immer die Chance zu wachsen. Die aktuelle ist sicher eine der ganz großen Herausforderungen für alle Unternehmer und für alle Menschen. Ich bin zuversichtlich, dass wir sie am Ende gemeinsam meistern und dass das ganzheitliche Training im Injoy vielen helfen wird, ihr Immunsystem nachhaltig zu stärken. Dafür sind wir hier angetreten. Und dafür freuen wir uns nun über jeden Zuspruch.“

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