Corona

Impf-Aktionen in Schulen: Das sagen die Lüdenscheider Schulleiter

Ob es demnächst Impfangebote der Lüdenscheider Schulen in Kooperation mit niedergelassenen Ärzten geben wird, wird derzeit in den Gremien beraten.
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Ob es demnächst Impfangebote der Schulen in Kooperation mit niedergelassenen Ärzten geben wird, wird derzeit in den Gremien beraten.

Impfen ohne Voranmeldung im Impfzentrum, Familien-Aktionen am Wochenende sowie markante Haltepunkte des Impfbusses: Die verschiedenen Angebote des Märkischen Kreises und nicht zuletzt die Empfehlung der Ständigen Impfkommission, auch Kinder ab zwölf Jahren zu impfen, haben zuletzt für einen deutlichen Anstieg der Impfzahlen gesorgt.

Lüdenscheid – Nun könnte bald ein weiteres Angebot hinzukommen, denn: Der Kreis hat bei den Schulen angeregt, Partnerschaften mit niedergelassenen Arztpraxen zu bilden und gemeinsame Impfaktionen zu organisieren.

Eine Idee, der Frank Bisterfeld, Schulleiter der Städtischen Adolf-Reichwein-Gesamtschule, grundsätzlich positiv gegenüber steht. „Ich habe sogar schon Kontakt zu einem niedergelassenen Hausarzt aufgenommen, der auch seine Bereitschaft erklärt hat. Und auch den Impfbus habe ich angefragt. Allerdings ist bei allem auch eine gewisse Vorarbeit notwendig.“ Eine Vorarbeit, die zum ohnehin derzeit großen Aufwand außerhalb des Unterrichts noch hinzukäme. „Aber wir würden das machen, wenn es gewünscht wird und der Bedarf da ist“, betont Bisterfeld, weiß aber auch um das sensible Thema.

Frank Bisterfeld ist Schulleiter der Adolf-Reichwein-Gesamtschule.

„Informieren, aber nicht drängen“ sei daher auch die Maßgabe für die Schulen. Und so steht für Bisterfeld zunächst im Vordergrund, vor allem die Eltern mit dem zur Verfügung gestellten Info-Material zu versorgen. „Denn die Entscheidung tragen am Ende sie.“ Anschließend gehe es darum, den Bedarf abzufragen. „Denn ich weiß, dass viele Schüler die Impfung beim Hausarzt vornehmen lassen.“ Grundsätzlich würde der Schulleiter eine gemeinsame Aktion der Schulen im Stadtgebiet befürworten. „So eine zentrale Steuerung einer gemeinsamen Aktion wäre wünschenswert und hätte noch einmal eine ganz andere Sogwirkung“, ist Bisterfeld überzeugt.

Durchaus ein Thema ist das Impfen auch an den Gymnasien der Stadt. Allerdings seien mögliche Aktionen an den Schulen noch nicht aktiv angestoßen worden. „Wir werden das Thema in unseren Gremien ansprechen und beraten“, verweisen Michaela Knaupe, Schulleiterin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, und ihr Kollege Réne Jaques vom „Zepp“ darauf, in jedem Fall alle Beteiligten mitnehmen zu wollen. „Die Informationen laufen bei uns regelmäßig ein und wir werden das beraten.“ Ähnlich sieht es auch am Bergstadt-Gymnasium aus. Auch dort sei bislang noch keine Aktion geplant, erklärt Schulleiter Dieter Utsch, der auch um den Druck weiß, der durch so eine Aktion möglicherweise aufgebaut werden könnte. Aber: „In den Schulpflegschaftssitzungen spreche ich das Thema Impfen durchaus an und appelliere an die Eltern.“ Intern und in den Schulgremien werde man das Thema Impfen ebenfalls besprechen. „Denn so etwas kann nicht ohne die Eltern geschehen.“

Dieter Utsch ist Schulleiter am Bergstadt-Gymnasium.

Nach Angaben des Märkischen Kreises plane bereits das Burggymnasium in Altena mit der Praxis Rönnecke eine gemeinsame Impfaktion und auch in Meinerzhagen und Kierspe würden entsprechende Gespräche laufen. Inwieweit die Anregung darüber hinaus angenommen wurde, darüber sei dem Kreis nichts bekannt. Wie Kreissprecher Alexander Bange auf Anfrage erklärt, habe zwar das Impfzentrum den Vorschlag den Schulen unterbreitet, sei in den weiteren Prozess aber nicht mehr involviert. Dieser liege im Bedarfsfall nicht mehr in der Hand des Kreises, sondern werde über die niedergelassenen Ärzte abgewickelt.

Auch die Stadtverwaltung ist bislang nicht in den Prozess eingebunden, da das Thema Impfen und speziell die Initiative in den Händen des Kreises liege. Grundsätzlich begrüße man jedoch die Bemühungen, auch an die Schulen heranzutreten. Stadtsprecherin Marit Schulte-Zakotnik: „Sie können im Moment einfach am besten abschätzen, inwieweit so eine Aktion sinnvoll wäre oder wie groß der Bedarf ist.“

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