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Corona im MK: Vergleich zum Jahr - Wie dramatisch ist die Lage wirklich?

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Von: Jan Schmitz

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Mit immer schärferen Forderungen nach neuen Corona-Regeln überbieten sich die Landes- und Bundespolitiker vor der Ministerpräsidenten-Konferenz am Donnerstag. 3g, 2G, 2Gplus? Anlass sind alarmierende Zahlen in Süd- und Ostdeutschland. Im Märkischen Kreis sieht es ganz anders aus - was auch ein Vergleich mit dem Vorjahr zeigt.

Auf Bundesebene und auch auf Landesebene wird in dieser Woche über Verschärfungen der Corona-Regeln für Ungeimpfte (2G), aber auch Geimpfte (2G+) beraten. Dabei werden insbesondere aus den besonders stark betroffenen Bundesländern Bayern und Sachsen Forderungen nach bundeseinheitlichen Regelungen laut. Die bisherigen Corona-Zahlen im Märkischen Kreis geben bislang keinen Anlass zum Alarmismus.

Corona im MK: Nachfrage nach dritter Impfung (Booster) steigt - auch aus Sorge vor Einführung von 2G

Das zeigt eine Analyse der aktuellen Corona-Lage im MK, auch mit Blick aufs vergangene Jahr, in dem noch keine einzige Impfung durchgeführt wurde. Inzwischen sind im Märkischen Kreis 68,5 Prozent aller Einwohner geimpft. In den besonders gefährdeten Alterskohorten (80 Jahre und älter) liegt die Impfquote oberhalb von 85 Prozent (zweifach geimpft mit Biontech/Pfizer oder einfach mit Johnson&Johnson)). Über den Anteil der geboosterten Einwohner, also Personen, die bereits eine dritte Impfung erhalten haben, liegen bislang keine validen Zahlen für den Märkischen Kreis vor.

Gültigkeit von Impfzertifikat: Bislang 12 Monate - mit Option zur Anzupassung

Wichtig dabei: Wer in Deutschland vollständig geimpft ist, erhält ein Impfzertifikat. Dieses Zertifikat ist ab der Zweitimpfung 12 Monate gültig. Die Politik hat sich aber im September vorbehalten, diese Gültigkeit je nach Wirksamkeit anzupassen oder Auffrischimpfungen zu empfehlen. In einigen Ländern wie in Israel wurde die Gültigkeit kurzfristig verringert. Zweifach Geimpfte wurde praktisch über Nacht formal zu Ungeimpften, mit massiven Einschränkungen der Freiheitsrechte.

Aktuelle Corona-Lage im MK im Vergleich zum Vorjahr

Wie ist die aktuelle Lage im Märkischen Kreis? Auch im Märkischen Kreis steigt die Sieben-Tage-Inzidenz seit den Herbstferien wieder an - auf zuletzt 135,6 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Bezogen auf die Zahl der Einwohner des MK (408.622) waren das in der vergangenen Woche 554 Märker, deren PCR-Test positiv war. Die Gesamtzahl der sogenannten Indexfälle wurde am Montag beim Kreis mit 897 angegeben. Darunter befindet sich auch ein nicht unerheblicher Anteil vollständig Geimpfter (sogenannte Impfdurchbrüche). Wichtig dabei: Geimpfte mit einem positiven Corona-PCR-Test können vorzeitig aus der Quarantäne entlassen werden, wenn ein zweiter Test nach fünf Tagen negativ ist. Ungeimpfte in der Regel erst nach 14 Tagen.

Inzidenz ist (noch) niedriger als im Vorjahr - auch die Zahl der Positivgetesteten

Der Vergleich zum Vorjahr zeigt, dass die Inzidenzen derzeit im MK niedriger liegen als vor einem Jahr (16. November 2020), als noch niemand geimpft und die Gefahr, schwer zu erkranken, ungleich höher war. Damals lag die Inzidenz bei 159,7 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und damit weit entfernt von Höchstständen im Frühjahr 2021 mit einer Inzidenz von mehr 230. 978 Personen galten am 16. November 2020 als infiziert.

Zahl der Intensivbetten geht in einem Jahr um etwa 15 Prozent zurück

Die Zahl der Patienten mit einem Sars-Cov-2-Nachweis in den heimischen Krankenhäusern lag am 16. November 2020 bei 65. 23 von ihnen lagen auf der Intensivstation, 16 wurden beatmet. Ein Jahr später ist die Lage weniger dramatisch, vieles spricht dafür, dass die hohe Impfquote die Zahl der schweren Erkrankungsverläufe spürbar reduziert hat. Es sind 33 Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern, von denen acht auf der Intensivstation liegen (fünf werden beatmet). In den Schulen gibt es inzwischen mehr Infektionen als noch vor einem Jahr.

Zahl der Covid-19-Patienten ist niedriger als vor einem Jahr

Interessant ist auch die Zahl der gemeldeten Intensivbetten, die im Jahresvergleich um fast 15 Prozent zurückging (17 Betten). Sie lag am 16. November 2020 bei 115 im Märkischen Kreis. 20 Prozent davon waren mit Covid-19-Patienten belegt. Ein Jahr später am 16. November 2021 sind 98 Intensivbetten gemeldet, von denen 90 belegt sind. Acht Betten sind mit Covid-19-Patienten belegt. Das entspricht einem Anteil von 8,16 Prozent.

Zahl der positiv getesteten Schüler ist deutlich höher als vor einem Jahr

Aus den Schulen im MK wurden zu Wochenbeginn 150 Indexfälle gemeldet. Vor einem Jahr waren es noch 55 (bei allerdings deutlich strengeren Corona-Regeln). In den Kitas im MK ist es genau andersherum. Vor einem Jahr waren 31 Indexfälle bekannt, am Montag waren es elf.

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