Inzidenz seit 23. Februar über 100

Überall Lockerungen, nur nicht im MK? Hotspot-Regelung ist vorerst vom Tisch

In NRW gibt es ab Montag weitreichende Lockerungen, unter anderem dürfen Einzelhändler und Museen und Zoos wieder öffnen. Der Einkauf oder Besuch ist allerdings nur nach einer Terminbuchung möglich. Doch gilt das auch für die Händler und Einrichtungen im Märkischen Kreis, der landesweit die höchste Inzidenz hat?

Update vom 5. März, 17.13 Uhr: Die Antwort auf die Frage lautet Ja: Auch die Händler und Einrichtungen im Märkischen Kreis dürfen trotz der höchsten Inzidenz in NRW („Hotspot“) am Montag lockern. Es gelten die gleichen Regeln wie im ganzen Land. Die Notiz aus Regierungskreisen von Donnerstagabend war offenbar nur einen Zwischenstand bei der Erstellung der Coronaschutzverordnung.

Kreis Märkischer Kreis
VerwaltungssitzLüdenscheid
Einwohner410.222 (Stand: 31. Dezember 2019)
Fläche1.061,06 Quadratkilometer

Die darin festgeschriebene Verpflichtung für Städte und Kreise mit einer Inzidenz von 100, mit dem Ministerium über eine „gesonderte Hotspot-Strategie“ zu verhandeln, wurde demnach zwar im Ministerium erwogen, schaffte es letztlich aber nicht in die Verordnung. Wie Landrat Marco Voge gegenüber unserer Zeitung am Freitagnachmittag betonte, werden die landesweiten Lockerungs-Regeln am Montag uneingeschränkt auch im Märkischen Kreis gelten. Über das Wochenende wird es demnach keine Initiative aus dem Märkischen Kreis für strengere Regeln geben. Stattdessen wird sich der Krisenstab die Entwicklung der Infektionszahlen in der kommenden Woche genau anschauen und sich weitere Maßnahmen vorbehalten.

Klärung im Märkischen Kreis: Verhandlungen über Hotspot-Strategie nicht verpflichtend

Update vom 5. März, 15.04 Uhr: Wird am Montag also überall wieder geöffnet nur nicht im MK? Wie berichtet ist der heimische Märkische Kreis Hotspot in NRW mit einer Inzidenz von über 100. Das könnte Folgen haben, wie eine Notiz aus Regierungskreisen von Donnerstag nahelegt, die unserer Zeitung vorliegt.

In der am Freitag veröffentlichten Coronaschutzverordnung des Landes NRW ist die landesweite Inzidenz für Lockerungen entscheidend. Sie liegt am Freitag bei 63,9. Für Städte und Kreise mit einer sehr hohen Inzidenz von über 100 oder einer sehr niedrigen von unter 50 gibt es die Möglichkeit, zusätzliche Schutzmaßnahmen bzw. Lockerungen zu erlassen - als Möglichkeit, nicht als Pflicht.

Märkischer Kreis ist Hotspot in NRW - schon seit vier Tagen

So heißt es unter §16 Absatz 2 der Coronaschutzverordnung: „Kreise und kreisfreie Städte, in denen die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen bezogen auf 100 000 Einwohner (7-Tages-Inzidenz) nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit nachhaltig und signifikant über einem Wert von 100 liegt, prüfen die Erforderlichkeit über diese Verordnung hinausgehender zusätzlicher Schutzmaßnahmen und können diese im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales anordnen.“

Im MK liegt die Inzidenz seit dem 23. Februar über 100

Im Märkischen Kreis liegt der Inzidenz-Wert seit dem 23. Februar durchgängig über 100. Seit vier Tagen weist der MK sogar die höchste Inzidenz im gesamten Bundesland auf. Ist das schon „nachhaltig und signifikant“? Was in der Coronaschutzverordnung nach einer freiwilligen Prüfung zusätzlicher Maßnahmen klingt, könnte in der Praxis auf eine gar nicht so freiwillige Aufforderung an den Märkischen Kreis hinauslaufen, wie unsere Zeitung erfuhr.

Märkischer Kreis: Kreis hat keine Bestrebungen, Lockerungen auszusetzen

Demnach müssen Kommunen mit einer Inzidenz über 100 mit dem Gesundheitsministerium über eine gesonderte Hotspot-Strategie verhandeln. Der Märkische Kreis ist in der uns vorliegenden Notiz explizit genannt. Ein Kreissprecher verwies auf die aktuelle Version Coronaschutzverordnung, die für das eigene Handeln maßgeblich sei. Darin gebe es keine Pflicht zu zusätzlichen Coronaschutzmaßnahmen bei Überschreiten der 100er-Inzidenz. Der Kreis habe auch keine Bestrebungen, die Maßnahmen zu verschärfen oder Lockerungen auszusetzen. Eine Anfrage beim NRW-Gesundheitsministerium läuft.

Zuletzt waren im MK vermehrt die britischen Mutationen aufgetreten, die als ansteckender gelten. Zudem gab es Corona-Ausbrüche in großen Unternehmen und in Krankenhäusern.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

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