Der Schock sitzt tief

Erst Corona, dann Hochwasser, jetzt Brand:
Drei Schicksalsschläge für Gastro-Betrieb

Nach dem Brand in der Küche des Restaurants Passmann in Brügge wartet man nun auf den Brandsachverständigen. Vorerst bleiben Hotel und Restaurant geschlossen.
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Nach dem Brand in der Küche des Restaurants Passmann in Brügge wartet man nun auf den Brandsachverständigen. Vorerst bleiben Hotel und Restaurant geschlossen.

„Diese Machtlosigkeit. Diese Hilflosigkeit. Das ist ein schlimmes Gefühl.“ – Wenige Tage nach dem Küchenbrand im Restaurant sitzt der Schock bei Silke Passmann immer noch tief.

Lüdenscheid - Und trotzdem denkt sie vor allem auch an die Gäste: „Es ist so etwas von unangenehm, den Gästen absagen zu müssen.“ Doch vermutlich, so schreibt sie auch auf der Internet-Seite des Hotel-Restaurants, müsse man „erneut mindestens 8 Wochen schließen“. Im Moment könne man nicht einmal ins Gebäude, erzählt sie: „Wir warten auf den Brandexperten.“

Am Freitag, den 13. August, war in der zu dem Zeitpunkt nicht in Betrieb befindlichen Küche ein Brand ausgebrochen. Der Azubi entdeckte die dicken Rauchschwaden und alarmierte sofort Silke Passmanns Sohn: „Die Küche brannte lichterloh.“ Die Feuerwehr gehe von einem Kurzschluss im Abluftmotor aus, heißt es. „Das Ding ist neu“, sagt sie: „Letztes Jahr haben wir die Küche neu gemacht. Jetzt ist alles Schrott.“ Mit dem Feuer fiel auch der Strom aus. Die Folge: Die Trocknungsgeräte können nicht laufen. Nach dem gewaltigen Hochwasserschaden im Kellergeschoss fast genau einen Monat zuvor liefen dort noch die Sanierungsarbeiten weiter. Und nun der Brand.

Hoffen auf Hotelbetrieb

„Wir hatten richtig gut zu tun“, sagt Silke Passmann. Jetzt macht sie sich auch große Sorgen um ihre Familie und die Angestellten. „Der Azubi ist völlig fertig, meine Mutter auch.“ Erst am 1. Juli war der Betrieb nach dem Corona-Lockdown wieder angelaufen – trotz aller Personalprobleme, denn in Pandemiezeiten hätten sich einige umorientiert. Die Gäste aber seien direkt zurückgekehrt: „Wir hatten viele Veranstaltungen bis Oktober.“

Vielleicht, so die Hoffnung, kann wenigstens der Hotelbetrieb bald wieder anlaufen. „Den Zimmern ist ja nichts passiert, die Küche ist das Hauptproblem.“ Auch fürs Hotel lägen relativ viele Reservierungen vor. Doch selbst um nur ein Frühstück anbieten zu können, fehlt im Moment die Infrastruktur. Trotz allem will sie den Mut nicht verlieren: „Jetzt nehmen wir die Hürde auch noch. Dann ist es 20 Jahre gut.“

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