Arbeitslosigkeit steigt weiter

Corona-Folgen noch schlimmer: Schon jeder zweite (!) Arbeitnehmer im MK in Kurzarbeit

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Viele Unternehmen versuchen mit Kurzarbeit die Mitarbeiter zu halten. Dennoch steigt die Arbeitslosigkeit weiter an. (Symbolbild)

Die Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie erschüttern die heimischen Unternehmen. Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt im Märkischen Kreis sind massiv – und das bereits im dritten Monat in Folge.

Im vergangenen Monat stieg die Zahl der Arbeitslosen nach Angaben der Agentur für Arbeit im Kreisgebiet auf 18.399 an und damit auf den höchsten Wert seit Juni 2010, wie Agentursprecherin Kira Muth auf Anfrage mitteilte.

Steigende Arbeitslosigkeit geht auf Corona-Folgen zurück

Der damalige Einbruch war auf die Spätfolgen der Finanzkrise 2008 zurückzuführen. Der aktuelle Aufwuchs geht einzig und allein auf die Folgen der Corona-Pandemie zurück. Sandra Pawlas, Chefin der Iserlohner Arbeitsagentur, sieht derzeit keine Anzeichen für eine Erholung auf dem Arbeitsmarkt: „Wir gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung in den nächsten Monaten fortsetzen wird.“

Innerhalb eines Jahres verloren in Summe 4.494 Beschäftigte im Märkischen Kreis ihren Job. Hinzukommt seit März eine stetig steigende Zahl von Arbeitnehmern, für die die Unternehmen Kurzarbeit anmelden.

Für fast 85.000 Beschäftigte im MK wurde Kurzarbeit angemeldet

Im Juni lag diese Zahl bei im Kreis bei 84.638 Personen. Damit sind inzwischen mehr als 50 Prozent aller Beschäftigten im Märkischen Kreis von Kurzarbeit betroffen. Im Juni kamen zuletzt noch einmal 174 Anzeigen mit 3.170 betroffenen Personen hinzu. Ende April lag die Zahl der von Kurzarbeit betroffenen Beschäftigten noch bei 66.000

Anders als bei vorherigen Krisen geht die Agentur für Arbeit davon aus, dass seit Beginn der Corona-Pandemie für alle angemeldeten Arbeitnehmer auch tatsächlich Kurzarbeitergeld beantragt wurde. Ganz genau weiß es die Agentur erst zeitverzögert, da Betriebe drei Monate Zeit haben, Kurzarbeit abzurechnen. Erst Anfang aus August liegen dann die tatsächlich abgerechneten Kurzarbeiter-Zahlen vom März vor. 

Unterschiedliche Zahl von Kurzarbeitern in den MK-Kommunen

Beschäftigte je Kommune von März bis Mai (nach Betriebssitz), für die Kurzarbeit angemeldet wurde:

  • Altena: 3.095
  • Balve: 1.600
  • Halver: 3.932
  • Hemer: 6.226
  • Herscheid: 959
  • Iserlohn: 16.520
  • Kierspe: 2.437
  • Lüdenscheid: 17.249
  • Meinerzhagen: 6.422
  • Menden: 8.981
  • N.-Wiblingwerde: 334
  • Neuenrade: 2.464
  • Plettenberg: 6.143
  • Schalksmühle: 1.769
  • Werdohl: 3.337
  • Märkischer Kreis gesamt (März-Mai): 81.468

Corona-Krise trifft fast alle Branchen im MK

„Die Corona-Krise trifft nahezu alle Branchen – auch Gastronomie und Handel. Das gab es noch nie“, sagt Agentursprecherin Muth. Dort, wo anteilig sehr viele Menschen im produzierenden Gewerbe arbeiten, seien die Auswirkungen besonders stark zu spüren. 

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